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Lokales Wildschweine verwüsten Sportplätze und Gärten in Leipzig – Ausnahmezustand in Bitterfeld
Leipzig Lokales Wildschweine verwüsten Sportplätze und Gärten in Leipzig – Ausnahmezustand in Bitterfeld
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17:12 20.01.2014
Bache mit Frischlingen. Auch in Leipzig wächst die Wildschweinpopulation. Quelle: dpa
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Leipzig

Jetzt wird gejagt, und die Bürger müssen nachts bestimmte Straßen meiden. Auch in Leipzig verirrte sich im Sommer eine Rotte in die City. Die Wildschweinpopulation wächst, bestätigte Leipzigs Stadtförster Andreas Sickert auf Anfrage von LVZ-Online.

Vom Ausnahmezustand Bitterfelds sei Leipzig weit entfernt. Genaue Zahlen, wie viele Wildschweine durchs Stadtgebiet schnüffeln, kann die Abteilung Stadtforsten im Amt für Stadtgrün und Gewässer dennoch nicht nennen. „Es gibt keine seriöse Schätzung. Die Tiere halten sich ja nicht an Grenzen“, so Sickert. Erfasst werden aber die Abschusszahlen, un die seien gestiegen. Das gilt für ganz Sachsen: Laut Landesjagdverband kletterte im Freistaat die Zahl der geschossenen Wildschweine von 22.575 in der Jagdsaison 2012 auf 32.000 im Jahr 2013. „Wir bejagen die Wildschweine unter bestimmt Auflagen das ganze Jahr über“, erklärt der Stadtförster.

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Sportplätze und Vorgärten verwüstet

In Leipzig tummelt sich das Schwarzwild vorzugsweise in Plaußig rund um das BMW-Werk oder am Cospudener See. Von dort aus ist es nicht weit bis Connewitz, wo die Wildschweine 2011 die Sportanlage Südkampfbahn des SV Eintracht Leipzig-Süd umpflügten. Auch den Nachbarn Turbine Leipzig traf es, wenn auch weniger hart: "Bei uns haben die im Fünf-Meter-Raum schön gewühlt", sagt der Vorsitzende Uwe Fleischer. Der Verein entschied sich zur Selbsthilfe, richtete unverzüglich den Platz mit vielen Hilfskräften wieder her. Seitdem blieb es ruhig, und Turbine verzichtete darauf, einen besonderen Schutz gegen die Wildtiere zu errichten.

Anders im Alfred-Kunze-Sportpark: Dort verwandelten die schwergewichtigen Vierbeiner vergangenes Jahr zwei Trainingsplatze in einen Acker. Danach wurde der Wildschutz-Zaun erneuert. Bache und Keiler fühlen sich nämlich im nahen Stadtforst im Nordwesten der Stadt wohl. Von dort drangen sie sogar einmal bis in eine Siedlung vor und verwüsteten Vorgärten. „Dort war ein Zaun noch nicht fertig, das kann wie eine Einladung sein“, sagt Sickert.

Grundsätzlich rät Leipzigs Stadtförster dazu, die Tiere nicht durch offene Kompoststellen anzulocken. Hundehalter sollten ihre Tiere an die Leine nehmen, denn freilaufende Hunde machen die Wildtiere nervös.

Hochsitze mitten in Bitterfeld

Verwüstungen in Wohngebieten seien dennoch Einzelfälle in Leipzig, so Sickert weiter. Am häufigsten wären Schäden durch Unfälle mit Wildschweinen. In der Landwirtschaft gebe es hin und wieder Meldungen von Schäden auf Maisfeldern, auch Kartoffel- und Rübenacker bergen für das Schwarzwild Leckerbissen. Aber auch in der Landwirtschaft habe Leipzig kein flächendeckendes Problem.

In Bitterfeld dürfen die Jäger nun mit einer Ausnahmegenehmigung des Kreises Anhalt-Bitterfeld im Stadtgebiet aktiv werden. Im Süden der Stadt sollen Hochsitze errichtet werden, und die Bürger müssen zwischen 20 und 7 Uhr verschiedene Straßen meiden. Schilder weisen die Jagdgebiete aus. Der spektakuläre Fall in Thüringen ging für alle glimpflich aus: Die Wildsau, die in Gera durchs geschlossene Fenster in ein leeres Klassenzimmer gesprungen war, wurde von einem Tierarzt betäubt und wieder in den Wald gebracht.

Evelyn ter Vehn

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