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Lokales Willkommen in Leipzigs guter Stube: Neue Kongreßhalle am Zoo fast fertig
Leipzig Lokales Willkommen in Leipzigs guter Stube: Neue Kongreßhalle am Zoo fast fertig
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22:43 06.05.2015
Die letzten Bauarbeiten in der neuen Kongreßhalle müssen vor der Eröffnung Ende Mai noch fertig werden. Quelle: Andre Kempner

Mit dem Konjunkturpaket II bot sich im Jahr 2009 die einmalige Chance auf Fördermittel - und Leipzig griff zu. Dadurch konnte das Gesellschaftshaus, das 1900 eingeweiht wurde, vom Fundament bis zum Turmzimmer saniert werden.

"Die Arbeiten sind noch in vollem Gange, und wir brauchen auch noch die nächsten drei Wochen", sagte Zoochef Jörg Junhold gestern bei einem Rundgang. Der 51-Jährige hatte Mühe, den Baustellenlärm zu übertönen. In den letzten fünf Jahren sind in zwei Bauabschnitten insgesamt 37,3 Millionen Euro in Leipzigs einst beliebteste Veranstaltungsstätte gesteckt worden. Aus früher neun Sälen und Räumen sind jetzt 14 geworden. Eigentümer ist der Zoo, denn das gesamte Gebäude steht auf Zoogelände. Pächter wird die Leipziger Messe, die das Haus als Kongress- und Tagungszentrum braucht. Ein öffentliches Veranstaltungshaus, in dem alle Leipziger aus- und eingehen können, ist es dadurch nicht mehr. "Aber grundsätzlich ist jede Veranstaltung denkbar und möglich", so Junhold. Beispielsweise Bälle oder Tanzfeste, zu denen jedermann Zutritt hat.

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Leipzig. Nur noch drei Wochen, dann wird ein kleines Wunder wahr: Die Leipziger können am 29. Mai ihre Kongreßhalle wieder in Besitz nehmen. Länger als ein Vierteljahrhundert lag sie im Dornröschenschlaf. Mit dem Konjunkturpaket II bot sich im Jahr 2009 die einmalige Chance auf Fördermittel - und Leipzig griff zu. Dadurch konnte das Gesellschaftshaus, das 1900 eingeweiht wurde, vom Fundament bis zum Turmzimmer saniert werden.

Mit einem Festakt wird die Kongreßhalle am Freitag, dem 29. Mai, um 11 Uhr eröffnet. Ausnahme: Der neu errichtete Palmensaal mit dem Zoorestaurant wird erst im Juli fertig. Von 14 Uhr bis 20 Uhr wird zur Feier des Tages ein Bürgerfest auf der teilweise gesperrten Pfaffendorfer Straße ausgerichtet. Mit Führungen durch das historische Ensemble, sodass jeder Neugierige die Möglichkeit hat, das Ambiente zu sehen, in Erinnerungen zu schwelgen und Neues zu entdecken.

Für das meiste Aaaah und Ooooh dürfte der Große Saal sorgen, der anders aussieht als ihn die Leipziger zwischen 1946 und 1988 erlebten. "Er wurde in der Jugendstilfassung von 1900 wieder hergerichtet", so Junhold. Die markante Kassettendecke, die nach der Kriegszerstörung eingebaut wurde, ist wieder entfernt. Die Bühne ist nur noch in Umrissen vorhanden. Die Emporen wurden neu konstruiert und in der Tiefe zurückgebaut. Die Bleiverglasungen der Fenster fehlen.

Blick in den Großen Saal der Kongreßhalle: Zoodirektor Jörg Junhold freut sich schon darauf, den Leipzigern ihr geliebtes altes Gesellschaftshaus neu zu übergeben. Quelle: André Kempner

Als Zugeständnis an das moderne Kongresszentrum fehlen auch die Kronleuchter, dafür wurde eine hochleistungsfähige LED-Beleuchtungsanlage eingebaut. Der Weiße Saal ist wieder ein originalgetreues Schmuckstück im Art-Deco-Stil geworden. Im Keller ist eine 600 Quadratmeter große Ausstellungsfläche entstanden. Nach dem Einfahren der Technik finden im Herbst die ersten Kongresse statt. Laut Junhold soll das Objekt dann ab Januar 2016 unter Volllast stehen.

1988 wurde das Hauptgebäude wegen gravierender Mängel bei Brandschutz und Fluchtwegen sowie wegen mangelnder Tragfähigkeit des Fußbodens geschlossen. 1989 brannte dann auch noch der Weiße Saal aus, in dem das Theater der Jungen Welt spielte. Ein Beschluss des Ministerrates der DDR von 1989, die Kongreßhalle wiederaufzubauen, wurde nicht mehr verwirklicht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.05.2015

Kerstin Decker

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