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Lokales Windpocken: Erstaufnahmelager in Leipzig öffnet erst 2017
Leipzig Lokales Windpocken: Erstaufnahmelager in Leipzig öffnet erst 2017
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23:49 16.12.2016
So sehen die Zimmer in der Asylbewerber-Erstaufnahme aus.  Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Der Freistaat Sachsens lud am Freitag Bürger und Medien erstmals zur Besichtigung jener neuen Erstaufnahme-Einrichtung (EAE) für Asylbewerber ein, die mit einer Kapazität von 700 Plätzen in Leipzig als einzige dauerhaften Bestand haben soll. 34 Millionen Euro hat der Umbau eines Kasernen-Areals in der Max-Liebermann-Straße 36 c in Möckern gekostet.

Rings um zwei Spiel- und drei Sportplätze (Basket-, Volley- und Fußball) entstanden sechs baugleiche Unterkunftshäuser, die jeweils drei Stockwerke zählen. „Wir haben uns für eine Stahlbeton-Fertigbauweise entschieden, weil das sehr schnell geht und am wirtschaftlichsten ist“, sagte Gerlind Berndt vom Sächsischen Staatsbetrieb für Immobilien und Baumanagement (SIB). Zudem wurden zwei alte Kasernen-Häuser mit Klinkerfassaden saniert. Dort befinden sich jetzt die Küche, Speisesaal, auch eine Wäscherei, in der alle Trockner und Waschmaschinen von der Nobel-Marke Miele stammen.

Am Freitag konnten Bürger und Medien erstmals Eindrücke in der neuen Erstaunahme-Einrichtung in Leipzig-Möckern sammeln. Das ehemalige Kasernen-Areal wurde für insgesamt 34 Millionen Euro umgebaut. Mit einer Kapazität von 700 Plätzen soll das Lager als einziges für Asylbewerber dauerhaft bestehen bleiben.

„Fast das ganze Mobiliar – auch diese Geräte – wurden von anderen Unterkünften übernommen, die bereits geschlossen sind“, erklärte dazu Peter Darmstadt, Leiter der Abteilung Asyl in der Landesdirektion. Der deutsche Hersteller Miele habe dem Land Sachsen während der Flüchtlingskrise so hohe Rabatte eingeräumt, dass sich der Kauf der langlebigen Geräte als günstigste Variante empfohlen habe. Inzwischen würden aber viele Waschmaschinen nicht mehr gebraucht. „Deshalb geben wir sie jetzt auch an Justizvollzugsanstalten ab.“

Aktuell kämen pro Tag etwa sieben bis acht Asylbewerber nach Sachsen, sagte Darmstadt weiter. „Manchmal sind es 15, oft gar keiner. 2015 gab es noch Zeiten, da waren es an einem Wochenende 2500.“ Stark gestiegen sei zuletzt der Anteil von Personen, die aufgrund ihres sogenannten sicheren Herkunftslandes keine Bleibeperspektive in Deutschland hätten. Solche Personen könnten – abhängig vom Termin der Rückführung – bis zu sechs Monate in der neuen Einrichtung leben.

Verlegungssperre wegen Windpocken

Sie zu betreuen sei aber schwieriger als bei Asylbewerbern, die auf einen dauerhaften Aufenthalt hoffen dürfen. Letztere würden meist nach wenigen Wochen an die Kommunen überstellt. Die neue EAE in Möckern wäre für Leipzig selbst dann ausreichend, falls sich die Flüchtlingszahlen noch einmal verfünffachen sollten, so Darmstadt. Jedoch nehme sie erst Mitte Januar den Betrieb auf. Grund: In der Unterkunft in der General-Olbricht-Kaserne (also direkt gegenüber) seien etwa fünf Windpocken-Fälle aufgetreten. Deshalb gelte derzeit eine Verlegungssperre.

Laut Wieland Keller, Regionalvorstand bei den Johannitern, soll „die sehr gute Zusammenarbeit mit Vereinen und Kirchengruppen aus dem Leipziger Norden“ von der General-Olbricht-Kaserne in das neue Objekt übertragen werden. „Vor
16 Monaten haben wir mit Feldbetten in der Ernst-Grube-Halle angefangen. Jetzt gibt es hier gute Bedingungen, zum Beispiel in jeder Etage nur einen geraden, gut einsehbaren Gang, einige behindertengerechte Zimmer oder Hock-WCs für Menschen, die nur solche Toiletten kennen.“

Von Jens Rometsch

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