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Lokales „Wir fühlen uns im Stich gelassen“
Leipzig Lokales „Wir fühlen uns im Stich gelassen“
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10:26 09.06.2015
Schüler, Eltern und Lehrer richten das Außengelände her – hier wird der Bau eines Backofens vorbereitet. Quelle: André Kempner
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In der Karl-Schubert-Schule wird dabei auch gemäß dem Konzept dieser Freien Waldorfschule ein Backofenbau im Hof vorbereitet. Da, wo Geschäftsführerin Birgit Thiemann sitzt, wirbt indes ein Plakat zur Teilnahme an einer Kundgebung am 10. Juni, 15 Uhr, vorm Landtag. „Freie Schulwahl für alle“ und „Ja zum Schulgeld-Freistaat“, steht darauf.

Die allgemeinbildende Schule in Freier Trägerschaft ist finanziell in einer misslichen Lage. Ihre Gründung 2011 fiel in eine Zeit, in der ein neues Schulgesetz in Sachsen in Kraft trat. „Im Zuge des Doppelhaushaltes 2010/2011 sollten fortan Schulen wie wir statt bisher nach einer drei- erst nach einer vierjährigen Wartefrist Zuschüsse vom Freistaat erhalten“, erzählt Thiemann. „Für Schulträger und Eltern bedeutet das ein hohes finanzielles Risiko. Sie übernehmen Bürgschaften, sind einzig auf elterliches Engagement und Förderer angewiesen. Monatlich zahlen bei uns Eltern seither 100 Euro Schulgeld plus 60 Euro Gründungsgebühr.
25 Prozent der Schüler kommen jedoch aus einkommensschwachen Familien und werden, solidarisch, über einen schuleigenen Sozialfonds unterstützt. Den bisherigen Betrieb haben wir zudem per Darlehen – 650 000 Euro – gestemmt, was den Schulhaushalt auf Jahre belastet“, so Thiemann. So etwas schrecke ab: 2011 hätten sachsenweit neben der ihrigen dann auch nur noch fünf andere Freie Schulen den Start gewagt.

„Jetzt sind wir im Wartejahr. Und inzwischen hat das sächsische Verfassungsgericht diese Praxis gekippt. Seit Januar gibt es in Sachsen daraufhin einen neuen Gesetzentwurf, der alles wieder zurückdreht. Wir existieren derzeit also, was die Bezuschussung angeht, in einem verfassungswidrigen Zustand“, findet Thiemann. „Wären wir wie jede andere normale Schule bisher gefördert worden, hätten wir insgesamt 1,3 Millionen Euro erhalten. Allein für dieses vierte Wartejahr jetzt 650 000 Euro“, rechnet sie vor.

Man brauche das Geld auch dringend. „Wir platzen aus allen Nähten, benötigen einen Neubau, weil es sich in 40 Jahre alten DDR-Baracken nicht ewig unterrichten lässt.“ Mit gut 300 Unterschriften habe man sich bereits an Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) gewandt, sie persönlich angesprochen. „Keine Reaktion. Wir fühlen uns im Stich gelassen“, sagt Thiemann. „Was wir jetzt fordern, ist zumindest eine rückwirkende Bezuschussung fürs vierte Wartefristjahr. Ansonsten müssten jene Zuschüsse, die nun erst ab dem Schuljahr 2015/16 fließen und laut neuem Schulgesetz lediglich auf ,Auskömmlichkeit‘ berechnet sind, teils für unsere Kredittilgung statt für den Schulbetrieb herhalten.“

Von Angelika Raulien

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