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"Wir hatten zehn Lehrjahre - jetzt kommen zehn Meisterjahre"

Fahrradverleih "Wir hatten zehn Lehrjahre - jetzt kommen zehn Meisterjahre"

Der inzwischen weltweit agierende Leipziger Fahrradverleiher Nextbike will sein Engagement im Stadtgebiet deutlich ausweiten. Die derzeit 50 Verleihstandorte sollen verdoppelt und die 400 Fahrräder komplett durch neue Modelle ersetzt werden.

Firmenchef Kalupner mit dem neuen Fahrradmodell.

Quelle: André Kempner

Leipzig. "Wir wollen unsere Präsenz in Leipzig im nächsten Jahr auf circa 500 Leih-Fahrräder erhöhen und dann jährlich weiter wachsen", kündigte Nextbike-Gründer und Firmenchef Ralf Kalupner an.

Kalupner hat Nextbike vor zwölf Jahren in Leipzig gegründet und ist vor fast exakt zehn Jahren mit den ersten 20 Leih-Fahrrädern an den Start gegangen. Seitdem hat das Unternehmen in über 30 deutsche Städte expandiert und betreibt sein Verleih-Geschäft auch im Ausland. "Wir sind in 19 Ländern mit insgesamt über 20000 Fahrrädern aktiv", sagt der 41-jährige Unternehmenschef, der im vergangenen Jahr mit seiner Firma zum ersten Mal die Umsatz-Schallmauer von 10 Millionen Euro geknackt hat. "Jetzt bringen wir das weltweit beste Verleihsystem nach Leipzig."

Zu dieser Konstellation kam es, weil Nextbike in den vergangenen Jahren in anderen Städten mehr Neuerungen ausprobieren konnte als in seiner Heimatstadt. Dort wurden nicht nur Fahrräder an verschiedenen Standorten für die Ausleihe abgestellt, sondern regelrechte Fahrrad-Verleihstationen für fünf bis 15 Mobile installiert - mit fest im Boden verankerten Edelstahl-Einbauten, an denen die Räder mit automatischen Schlössern direkt an der Gabel angeschlossen werden, und mit Info-Säulen, an denen Nutzer die Räder mit ihren Kunden- oder Kreditkarten leicht buchen und bezahlen können. "Das holen wir jetzt nach Leipzig", sagt Kalupner. "Mit nicht zu viel Technik, aber auch nicht mit zu wenig."

Daher soll es in Leipzig die Info-Säulen nur an ganz wenigen Standorten geben - dafür werden alle neuen Räder mit Bordcomputern ausgestattet. Diese Geräte sind am Heck des Rades installiert. Nutzer können sich direkt darüber anmelden, wenn sie das Rad nutzen, und "auschecken", wenn sie es wieder abstellen. Auch die Ortung des Rades über GPS ist möglich. "So wird es immer einfacher, mit einem Mietfahrrad unterwegs zu sein", sagt der Firmenchef. "Mit einem Smartphone ist es eine Sache von zehn Sekunden."

Mindestens genauso wichtig sind im neuen Nextbike-Konzept die stationären Ausleihstationen, die es bislang im Stadtgebiet noch gar nicht gibt. "Wir sind bei den Verhandlungen über die Standorte mit der Leipziger Stadtverwaltung auf einem guten Weg", berichtet der studierte Wirtschaftsingenieur. Unter anderem werden im Windschatten der von den Leipziger Verkehrsbetrieben forcierten 25 Mobilitätsstationen (die LVZ berichtete) eigene Standorte präferiert. "Von unseren künftig 100 Standorten in Leipzig sollen rund 50 feste Stationen sein", umreißt Kalupner sein Ziel. "Das System wird für Nutzer immer interessanter, je mehr Standorte und Stationen es gibt."

Nextbike setzt dabei auch auf die Hilfe von Leipziger Unternehmen; ebenso kleine Ladenbetreiber will der Firmenchef für sein Fahrradverleih-Konzept begeistern. Die Idee: Unternehmen können auf ihrem Gelände feste Fahrradverleihstationen von Nexbike aufbauen lassen - zum Beispiel um ihren Mitarbeitern kurze Wege in der Stadt zu ermöglichen. Das Helios-Herzzentrum Leipzig zum Beispiel erhält von Nextbike gerade seine erste Mitarbeiterrad-Station.

"Das Fahrrad ist das schnellste Verkehrsmittel in der Innenstadt", argumentiert Kalupner. "Und nicht jeder, der sich in der Innenstadt aufhält, hat ein Fahrrad dabei." Innerhalb des Innenstadtringes will Nextbike Händlern das neue Konzept schmackhaft machen - auch mit Mini-Ständern für nur zwei Räder.

Der Nextbike-Gründer hält das Potenzial seines Verleihgeschäfts noch für riesig. "Natürlich sind unsere Leih-Fahrräder kein Ersatz für das eigene Rad", räumt er ein. "Aber es gibt genug Menschen, die nur mal für eine halbe Stunde ein Rad brauchen, um damit drei bis vier Kilometer zurückzulegen." Auch Touristen würden diese Angebote häufig nachfragen, ebenso Leute, denen das eigene Rad gestohlen wurde, und Besucher der Stadt, die von außerhalb mit Straßenbahn und Bus nach Leipzig kommen.

Alle Befürchtungen, dass die Leih-Fahrräder im großen Stil gestohlen werden, haben sich bislang nicht bestätigt. Zurückgeführt wird dies auf das eigenständige Design der Nextbike-Modelle, das die Räder praktisch unverkäuflich macht - weil jeder sofort sieht, wer der tatsächliche Eigentümer ist.

"In Leipzig stehen wir erst ganz am Anfang", meint Firmenchef Kalupner. Auf die Frage, wo er sein Unternehmen in zehn Jahren sieht, ist der in Erlangen geborene Fahrrad-Fan wenig bescheiden. "Wir hatten zehn Lehrjahre, jetzt kommen zehn Meisterjahre", sagt er. "Dann ist Nextbike überall."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.08.2015
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