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„Wir kriegen das hin“ - Leipziger Vierlingsmutter verlässt nach fünf Tagen die Klinik

„Wir kriegen das hin“ - Leipziger Vierlingsmutter verlässt nach fünf Tagen die Klinik

Noch prangt ein Schild mit der Aufschrift „Büro“ an der Tür, doch rosafarbene Hello-Kitty-Teppiche, bunte Stofftiere und eine Wickelkommode lassen bereits auf die künftigen kleinen Bewohnerinnen schließen.

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Sechs Tage nach der Geburt: Leipziger Vierlingseltern schließen ihre Babys in die Arme

Janett, Marcus und John Lucas Mehnert freuen sich darauf, ihre Vierlinge nach Hause zu holen.

Quelle: Regina Katzer

Leipzig. In spätestens zehn Wochen sollen Kim, Jasmin, Laura und Sophie einziehen. Am vergangenen Freitag waren die eineiigen Vierlinge am Leipziger Universitätsklinikum zur Welt gekommen.

Es ist ruhig in der Vierzimmerwohnung in Reudnitz-Thonberg. Ein wenig erschöpft sitzt Janett Mehnert auf der Couch. „Das sind die Anstrengung und der Kaiserschnitt, das kenne ich von John Lucas nicht“, sagt die 31-Jährige. Nach fünf Tagen durfte sie am Mittwoch die Uniklinik verlassen, vorerst ohne ihre Kinder, die in der 28. Schwangerschaftswoche auf die Welt geholt worden waren.

„Das ist schon komisch, man würde sie so gern auf den Arm nehmen und darf noch nicht“, sagt Mehnert. Lediglich Händchen und Füßchen können die Eltern bei ihrem Besuch am Brutkasten berühren. Auch Streicheleinheiten sind noch nicht erlaubt. „Die Haut ist dafür noch zu dünn“, erklärt die junge Mutter.

„Sie sind so klein und zerbrechlich“

Erst in den nächsten Tagen wird sie Kim, Laura und Jasmin zum ersten Mal in den Armen halten. „Die Babys werden mir nackt auf die Brust gelegt. Ich bin schon aufgeregt, sie sind so klein und zerbrechlich, dass ich gar nicht weiß, wie ich sie richtig anfassen soll“, sagt die 31-Jährige. Sophie, die mit 986 Gramm die Kleinste ist, müsse momentan noch beatmet werden.

So richtig glauben kann es das junge Paar, das erst im November vergangenen Jahres geheiratet hat, immer noch nicht. „Wir wollten bloß noch ein Geschwisterchen für John Lucas, am liebsten ein Mädchen“, verrät Papa Marcus. Beim Frauenarzt kam dann die Überraschung: „Der hat zunächst angenommen, dass es Drillinge sind“, sagt Janett Mehnert, „da habe ich gedacht das ist zuviel, das schaffen wir nicht.“

Zuerst habe das Paar darüber nachgedacht, die Kinder nicht zu bekommen. Bei einem erneuten Arztbesuch habe sich dann herausgestellt, dass es nicht drei, sondern vier Babys sind: „Als wir die Herzchen schlagen hörten, war es um uns geschehen“, erinnert sich Janett Mehnert. Heute ist sie überzeugt, „wir schaffen das“, nicht zuletzt wegen der Unterstützung von Eltern und Schwiegereltern. „Wenn die Familie hinter einem steht, ist das schon machbar“, ist sich Papa Marcus sicher. „Und bisher haben wir immer alle zusammengehalten.“

"Jasmin ist schon jetzt der Liebling von Opa Heinz"

Bereits jetzt ist die Familie ganz vernarrt in den Nachwuchs: „Jasmin ist schon jetzt der Liebling von Opa Heinz“, verrät Vater Mehnert mit einem Lächeln. Und die Oma häkele Armbändchen, damit die Familie ihre vier Mädchen in Zukunft auseinanderhalten kann. Auch John Lucas geht bereits jetzt in seiner Rolle als großer Bruder auf und kann es gar nicht erwarten, bis seine Schwestern nach Hause kommen: „Dann will ich mit ihnen spielen, kuscheln und die Flasche geben“, erzählt der Fünfjährige, der bereits den Namen der kleinen Laura aussuchen durfte.

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Blick in die Neonatologische Station (Frühgeborenenstation) der Universität in Leipzig. Auf der Station liegen auch die eineiigen Vierlinge.

Quelle: Waltraud Grubitzsch

„Meine Mutter hat von ihrem Chef schon die Zusage für einen Sonderurlaub bekommen, damit sie mir helfen kann, wenn die Vierlinge nach Hause kommen“, erzählt Janett Mehnert. Ohne Haushaltshilfe werde es jedoch über kurz oder lang nicht gehen, ist Ehemann Marcus überzeugt. Weil er als Leiharbeiter bei BMW arbeitet, kann er seine Frau nicht voll unterstützen. Friseurin Janett musste ihren Traum von einem eigenen Salon aufgeben.

Auch finanziell ist die Familie auf Hilfe angewiesen. „Allein für John Lucas bezahlen wir 184 Euro pro Monat plus Essensgeld für den Kindergarten. Wenn man das mal vier rechnet, ist das schon heftig, dann reicht das Kindergeld nicht aus“, so der stolze Papa. Langfristig will die Familie in eine neue Wohnung ziehen.

Auch das neue Auto - ein Mercedes-Kleinbus mit insgesamt acht Sitzplätzen - muss finanziert werden. „2500 Euro kostet allein der doppelstöckige Vierlingskinderwagen, den wir uns anschaffen müssen“, sagt Mama Janett. Trotzdem ist sie zuversichtlich: „Bei der Wohnungssuche hat uns Oberbürgermeister Jung bereits seine Hilfe zugesagt. Und auch unsere Freunde stehen hinter uns. Ich bin mir ganz sicher, wir kriegen das hin.“

Bilder von der glücklichen Familie zeigt der Fernsehsender RTL am Donnerstag in den Sendungen "Punkt 6", "Punkt 9" und "Punkt 12 - Das RTL-Mittagsjournal" sowie um 18 Uhr bei "Explosiv - Das Magazin".

Stefanie Büssing

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