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Lokales Wirbel um Leipzigs neue Ticketpreise
Leipzig Lokales Wirbel um Leipzigs neue Ticketpreise
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20:08 21.03.2017
MDV-Geschäftsführer Steffen Lehmann richtet den Mitteldeutschen Verkehrsverbund strategisch aus. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Die zum 1. August avisierte Anhebung der Fahrpreise im Gebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (die LVZ berichtete) ist im Aufsichtsrat des Verbundes umstritten. Die Stadträte Ansbert Maciejewski (CDU) und Franziska Riekewald (Linke) erklärten am Dienstag, dass sie im Aufsichtsrat des MDV gegen die Fahrpreisanhebung gestimmt haben. „Die Einnahmen des Verbundes haben sich 2016 hervorragend entwickelt“, begründete Maciejewski seinen Widerstand. „Im deutschlandweiten Vergleich der Verkehrsverbünde ist der MDV Spitzenreiter bei der prozentualen Einnahmesteigerung gegenüber dem Vorjahr 2015. Mehr Einnahmen, mehr Fahrgäste, mehr Abo-Kunden.“

Verkehrspolitische Kleinstaaterei

Der Christdemokrat fordert, die Strukturen des öffentlichen Nahverkehrs zu verändern. „Warum es im kleinen Freistaat Sachsen mehrere Verkehrsverbände und -verbünde geben muss, versteht kein Mensch“, so der Stadtrat. „Die Politik muss endlich handeln. Verkehrspolitische Kleinstaaterei, die am Ende der Kunde bezahlen muss, ist weder akzeptabel noch zukunftsfähig.“

Stadträtin Franziska Riekewald kritisiert, dass erneut der Preis für das Sozialticket LeipzigPassMobilCard erhöht wird. Durch Initiative ihrer Fraktion sei der Anstieg zwar auf monatlich 35 Euro begrenzt worden. „Doch dieses Ticket ist bei seiner Einführung im Jahr 2011 mit einem Preis von 26 Euro gestartet.“

Kurzstreckensystem überarbeiten

Besonders ärgerlich sei auch die nochmalige Erhöhung des Kinder-Einzeltickets, das sich innerhalb von zwei Jahren um 20 Prozent verteuert. „Schaut man sich dann noch die überdurchschnittliche Erhöhung bei den Schülerfahrkarten an, könnte man meinen, der MDV weiß, dass Kinder besonders auf Bus und Bahn angewiesen sind“, so die Politikerin. Auch bei den Kurzstreckentickets könne man auf den Gedanken kommen, „dass der MDV die Menschen lieber nicht in seinen Bussen und Bahnen als Fahrgast haben möchte“. Diese Fahrkarte werde auf 1,90 Euro angehoben, obwohl im Netz an vielen Stellen Haltestellenverdichtungen anstünden. „Eine Überarbeitung des Kurzstreckensystems ist dringend notwendig.“

Der grüne Bundestagskandidat für Leipzig-Nord macht die Stadtpolitik für die Entwicklung verantwortlich. „Bisher scheiterte eine zukunftsfähige Verkehrspolitik in Leipzig zu oft an Oberbürgermeister Burkhard Jung und seiner Weigerung, die notwendigen finanziellen Mittel bereitzustellen“, kritisierte Volker Holzendorf. „Krokodilstränen nützen wenig.“ Und Stefanie Gruner, Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen in Leipzig, ergänzte: „Solange der städtische Zuschuss auf 45 Millionen Euro gedeckelt bleibt, sind Fahrpreiserhöhungen auf Kosten der Fahrgäste unausweichlich.“

Der MDV bestätigte auf Nachfrage seine positive Erlösentwicklung. Mit diesem Geld werde das Verkehrsangebot weiter entwickelt. „Wir hoffen, dass diese erfolgreiche Entwicklung sich auch in den nächsten Monaten fortsetzt, um allen Unternehmen im Verbund mehr Handlungsspielräume für die Weiterentwicklung ihrer Verkehrsangebote zu ermöglichen“, so Sprecherin Juliane Vettermann. Die Preiserhöhungen für die Abo-Kunden würden „eher mäßig“ ausfallen.

Von Andreas Tappert

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