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Lokales Wirbel um pakistanisches Flugzeug am Airport Leipzig/Halle
Leipzig Lokales Wirbel um pakistanisches Flugzeug am Airport Leipzig/Halle
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15:37 28.09.2017
Der Airbus steht seit Ende 2016 in Leipzig auf dem Rollfeld.   Quelle: Dirk Knofe
Schkeuditz

Warum kam ein pakistanischer Airbus A 310 nach Leipzig? Diese Frage verursacht seit Monaten rund 5000 Kilometer von der Messestadt entfernt einigen Wirbel. Konkret geht es um eine Jahrzehnte alte Maschine der Fluggesellschaft Pakistan International Airlines (PIA), die seit Dezember 2016 am Flughafen Leipzig/Halle steht. Der Fall entwickelt sich für die Asiaten scheinbar zum Mysterium. Medien meldeten sogar, der Verbleib des Fliegers sei dortzulande nicht bekannt.

Aus Leipziger Sicht hingegen ist der Fall ganz klar: Im Rahmen einer Pressekonferenz zur angekündigten Flugverbindung Leipzig – New York brachte der damalige PIA-Chef Bernd Hildenbrand den Airbus mit – wohl zu Promozwecken. Damals habe der Flughafen Interesse bekundet, die Maschine kaufen zu wollen, sagte Airport-Sprecher Uwe Schuhart am Donnerstag zu LVZ.de. Er soll für Flughafentrainings eingesetzt werden und als Filmkulisse dienen.

Bisher keine Gebühren erhoben

Seitdem liege der Fall bei der pakistanischen Fluggesellschaft. „Wir sind nicht im Besitz des Flugzeugs. PIA entscheidet, wie es damit weitergeht“, erklärte Schuhart. Dass für den Kauf Millionenbeträge im Gespräch seien, verneinte der Sprecher. Eine genaue Summe wollte er nicht nennen.

Fakt ist: Der Airbus nutzt seit einem Dreivierteljahr die Infrastruktur des Airports Leipzig/Halle, hat dort einen Standplatz. Dass PIA dafür anfallende Parkgebühren nicht zahlen will, dementierte Schuhart. „Die Gebühren werden rückwirkend ausgewiesen, sollten wir das Flugzeug nicht kaufen.“

Da noch keine Entscheidung getroffen wurde, habe der Flughafen bisher auch nichts in Rechnung gestellt. Erst wenn feststeht, dass der Airport den Zuschlag für den Flieger nicht bekommt, werden Gebühren für die vergangenen Monate fällig.

Alter Flieger, lange Geschichte

Der Fall des Airbusses, der für Dreharbeiten nach Malta geflogen und anschließend nach Leipzig gebracht worden war, sorgt bereits seit Monaten für Diskussionen. Laut Berichten pakistanischer Zeitungen sollte der Flieger schon Ende 2016 an die Messestädter verkauft werden.

Der Leiter der Abteilung Verkauf und Logistik von PIA sagte „The International News“ jedoch im März, der Flieger sei vorerst nur zum Parken nach Leipzig gebracht worden. Geld sei nicht geflossen. „Wir haben Leipzig weder etwas berechnet, noch hat Leipzig einen einzigen Penny für das Parken von uns verlangt“, wird Imran Akhtar zitiert.

Ermittlungen laufen

Trotzdem soll sich in dem Fall mittlerweile die staatliche Ermittlungsbehörde FIA eingeschaltet haben. Zudem läuft seit Monaten eine interne Untersuchung der Fluggesellschaft. Gegen drei Mitarbeiter wird ermittelt, auch gegen den ehemaligen PIA-Chef Hildenbrand. Der Deutsche, der den betroffenen Flieger in die Messestadt gebracht hatte, war bereits im April entlassen worden. Ihm wird unter anderem Korruption vorgeworfen.

Ende September bestätigte schließlich auch der Luftfahrt-Berater des pakistanischen Premierministers der Zeitung „The International News“, dass der A 310 noch immer im Besitz der Airline PIA sei. Der Fall werde geklärt, nachdem die staatliche Ermittlungsbehörde FIA ihre Untersuchungen abgeschlossen habe, hieß es weiter. Wie lange das dauern wird, war zunächst unklar.

Leipzig – New York weiter in der Schwebe

Auch für die Direktverbindung Leipzig – New York, die zunächst für Frühjahr 2017 angekündigt und dann bis mindestens November verschoben worden war, gibt es noch keinen konkreten Termin. Laut Schuhart liegt auch dieser Sachverhalt derzeit bei PIA auf dem Tisch.

Wann mit einer Entscheidung zu rechnen sei, konnte er nicht sagen. „Über ihre Routen muss die Fluggesellschaft selber entscheiden“, so der Flughafensprecher. Derzeit verkehren die Flüge von Karachi mit Zwischenlandung in Manchester und/oder Lahore zum Flughafen JFK in New York City.

Von Josephine Heinze

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