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Wirbel um vermeintliche Denkmalabrisse in Leipzig

Nach Landtagsanfrage Wirbel um vermeintliche Denkmalabrisse in Leipzig

Es war nicht zum ersten Mal, dass der Landtagsabgeordnete Wolfram Günther (Grüne) Anfragen zum Thema Abriss von Baudenkmälern bei der sächsischen Regierung eingereicht hatte. Diesmal lösten die Antworten aber einigen Wirbel in Leipzig aus. Denn sie führten offenbar völlig auf die falsche Fährte.

Der Gasthof Zum Reiter in der Bornaischen Straße in Leipzig.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Es war nicht zum ersten Mal, dass der Landtagsabgeordnete Wolfram Günther (Grüne) mehrere Anfragen zum Thema Abriss von Baudenkmälern bei der sächsischen Staatsregierung eingereicht hatte. Diesmal lösten die Antworten von Innenminister Markus Ulbig (CDU) aber einigen Wirbel in Leipzig aus. Denn sie führten offenbar völlig auf die falsche Fährte.

Vergangenen Freitag ließ Günther eine Pressemitteilung verschicken, in welcher er einen „unwiederbringlichen Verlust an gebauter Kultur“ für die Messestadt beklagte. Nicht nur, dass hier seit der Jahrtausendwende etwa 800 Baudenkmäler abgerissen worden seien (was schon durch frühere Anfragen Günthers bekannt war). „Aktuell liegen in der Stadt Leipzig sieben weitere Genehmigungen für den Abriss von Kulturdenkmalen vor“, schrieb der Grünen-Politiker. „Dies betrifft nach Angaben des Innenministeriums die technischen Denkmale Wassermühle Dölitz, die ehemalige Buchbinderei in der Oststraße 24/26, die ehemalige Buchbinderei in der Albert-Schweitzer-Straße 10 sowie den Gasthof in der Bornaischen Straße 170/172 sowie die Wohnhäuser in der Friederikenstraße 3, der Langen Reihe 17 und der Russenstraße 46.“

Offenbar hatte Günther die Angaben des Ministeriums aber falsch gedeutet. Denn in Wirklichkeit kann zum Beispiel keine Rede davon sein, dass Leipzigs letzte erhalten gebliebene Wassermühle in Dölitz ganz oder auch nur teilweise abgerissen werden soll. Das stellte der Betreiberverein Grün-Alternatives Zentrum auf seiner Internetseite klar. Im Gegenteil werde die behutsame Sanierung der 200 Jahre alten Gebäude und Mühlen-Technik unvermindert fortgesetzt. „Unser großes Ziel ist es, ein Mühlenmuseum mit Schaumahlgang zu errichten“, sagte dort Katrin Reschke. Der Abbruchantrag habe einem „bedeutungslosen Mini-Schuppen von drei Quadratmetern“ gegolten.

Ähnlich verhält es sich bei den beiden früheren Buchbindereien. In der Oststraße 24/26 – die ebenfalls auf Ulbigs Liste stand – steckt der Projektentwickler GRK Holding derzeit mitten in der denkmalgerechten Sanierung. Auch in der Albert-Schweitzer-Straße 10 entsteht eine Wohnanlage: Hier hat die Stadtbau AG jetzt die Pläne zur denkmalgerechten Sanierung fertig. Auch der frühere Gasthof „Zum Reiter“ in der Bornaischen Straße 170/172 verschwindet nicht. Für ihn wurde gerade ein Bauantrag zur Sanierung bei der Stadt Leipzig eingereicht. Wie es um die anderen von Ulbig sowie Günther aufgeführten Objekte steht, ließ sich am Wochenende noch nicht aufklären.

Von Jens Rometsch

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