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Lokales Wird das „Kino der Jugend“ in Leipziger Eisenbahnstraße saniert?
Leipzig Lokales Wird das „Kino der Jugend“ in Leipziger Eisenbahnstraße saniert?
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15:18 02.12.2015
Das ehemalige „Kino der Jugend“ könnte als Kultursaal eine Renaissance erleben. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Die Frage nach dem Erhalt und der Sanierung des ehemaligen „Kinos der Jugend“ in der Eisenbahnstraße 162 soll nun auch den Weg in den Stadtrat finden. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen will das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung am 16. Dezember bringen. Das geht aus einem entsprechenden Antrag der Fraktion hervor. Bereits vor zwei Wochen hatte die Interessengemeinschaft (IG) Fortuna eine Liste mit rund 1 000 Unterschriften für den Erhalt der Immobilie an Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) übergeben.

Gute Chancen für die Finanzierung?

„Wir haben dort eine städtische Liegenschaft, auf der ein kultureller Raum etabliert werden kann und eine Initiative, die sich dafür engagiert – das finde ich unterstützenswert“, erläutert Grünen-Fraktionschefin Katharina Krefft den Hintergrund der Entscheidung.

In dem Antrag geht es zunächst um die zügige Bereitstellung von Geldern für eine Notsicherung am Dach des denkmalgeschützten und seit 1987 leer stehenden Gebäudes. Dafür wären laut der IG Fortuna knapp 120 000 Euro nötig. Die Grünen wollen nun prüfen lassen, ob die nötigen Mittel als außerplanmäßige Ausgabe im laufenden Haushalt verbucht werden können. Katharina Krefft sieht durchaus Chancen, dass die Finanzierung schnellstmöglich gesichert werden kann.

„Das müsste doch gehen, zumal der Leipziger Osten schon länger im Blick ist“, gibt sie sich auf LVZ-Anfrage zuversichtlich. Auch von der Unterstützung der anderen Fraktionen im Stadtrat ist sie überzeugt. Schließlich engagierten auch die sich schon seit geraumer Zeit für die Stadtentwicklung im Osten der Messestadt.

Die Plastik über dem Eingang zeugt noch von der langen Geschichte des Gebäudes. Quelle: Dirk Knofe

Multifunktionaler Kultursaal

Die Initiative arbeitet laut Sprecher Daniel Schade bereits zusammen mit dem Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW) an einem möglichen Nutzungskonzept. „Wir wollen hier einen multifunktionalen Kultursaal etablieren“, erklärt er. Der soll offen für alle Bürger sein und Raum für Konzerte, Feiern und andere Kulturveranstaltungen bieten. Der Bedarf für zusätzlichen Platz sei definitiv gegeben, gerade auch im Hinblick auf die boomende Entwicklung des Leipziger Ostens. „Das ist mittlerweile ein reines Wohnviertel, hier sind kaum Räumlichkeiten oder Säle für Veranstaltungen vorhanden“, erläutert Schade die Umstände.

Viel Unterstützung im Viertel

Und die Idee einer neuen Kulturstätte an der Eisenbahnstraße komme im Viertel gut an. „Wir hatten die 1000 Unterschriften für den Erhalt sehr schnell zusammen“, freut sich Daniel Schade. Viele Bewohner könnten sich noch gut an die Glanzzeiten des „Kinos der Jugend“ erinnern. „Die Leute sind früher schon oft hier hingegangen, in den 80ern gab es Kino-Previews, die Filme liefen meist erst zwei Tage später im Capitol in der Innenstadt an. Und auch die Tanzveranstaltungen mit Beat-Musik waren sehr gut besucht“, berichtet Schade. Genug Potenzial für einen erfolgreichen Neustart sei definitiv vorhanden. Bestenfalls bliebe das Gebäude entweder weiterhin in städtischem Besitz oder finde im Rahmen einer Konzeptvergabe einen neuen Besitzer, um den künftigen Eigentümer in die Nutzungsplanung einzubinden.

Doch unabhängig davon, sei vor allem eines wichtig: Dass das Gebäude überhaupt erhalten bleibt. Die Notsicherung des Daches ist laut Daniel Schade das derzeit drängendste Problem. Ffür den Feinschliff des Konzepts sei noch genügend Zeit verfügbar. „Die Frage ist aber, ob das Gebäude diese Zeit auch noch hat.“

Von Bastian Fischer

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