Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Wissenschaftler plädieren für bessere Kita-Qualität - Weltkongress in Leipzig
Leipzig Lokales Wissenschaftler plädieren für bessere Kita-Qualität - Weltkongress in Leipzig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:29 27.06.2010
Anzeige
Leipzig

Bei der Krippenerzieher-Ausbildung in Deutschland gibt es aus Sicht des Kongresspräsidenten noch deutlichen Verbesserungsbedarf. „Es wäre wichtig, dass die Erzieher sehr viel stärker die psychischen Bedürfnisse der Kinder in den Blick nehmen“, sagte der Direktor der Klinik für Kinder-Psychiatrie an der Universität Leipzig, Prof. Kai von Klitzing, in einem Interview. „Sie müssen sehr viel wissen über Entwicklungspsychologie und sie brauchen sehr gute Kenntnisse früher Beziehungen.“ Gerade der Umgang mit Kleinkindern unter drei Jahren bringe eine hohe Verantwortung mit sich.

Ob Krippenerzieher - wie immer mal wieder vorgeschlagen - ein Studium absolvieren sollten oder nicht, sei nicht der ausschlaggebende Punkt, sagte von Klitzing. „Ich denke, eine Krippenerzieherin muss nicht unbedingt Abitur haben.“ Generell müsse aber die gesellschaftliche Anerkennung des Berufes verbessert werden. Es sei merkwürdig, dass in Deutschland Menschen, die sehr kleine Kinder betreuen, viel schlechter bezahlt werden als Menschen, die sich wie Gymnasiallehrer um ältere Kinder kümmern.

Die ideologische Diskussion, ob Krippen und Kitas grundsätzlich „gut“ oder „schlecht“ sind, müsse man dagegen nicht mehr führen, sagte von Klitzing. „Es ist einfach gesellschaftliche Realität, dass gut ausgebildete Frauen Kinder und Beruf vereinbaren wollen.“ Entscheidend sei die Qualität der Krippen. „Es wird immer vom Recht auf einen Krippenplatz gesprochen. Was mir dabei immer zu kurz kommt, ist das Recht der Kinder auf einem angemessenen Krippenplatz.“

Ein wichtiges Kriterium sei die Personalausstattung. Einen Betreuungsschlüssel in Krippen von 1:5 - eine Erzieherin, fünf Kinder im zweiten Lebensjahr - hält von Klitzing für „fast nicht machbar, ohne die Bedürfnisse der Kinder zu vernachlässigen“. Kinder im Alter von ein bis zwei Jahren bräuchten klare Bezugspersonen. „Je mehr Ruhe und Kontinuität sie reinbringen, umso besser“, sagte der Wissenschaftler. Investitionen in die frühe Erziehung seien gut angelegtes Geld. „Kinder, die gute Beziehungserfahrungen machen, entwickeln sich später in allen Bereichen besser.“

Birgit Zimmermann, dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) erneuern von Montag an die Versorgungsleitungen in der Emil-Fuchs-Straße. Weil die Stadtverwaltung anschließend die Straße komplett sanieren will, bleibt diese zwischen Pfaffendorfer und Leibnitzstraße voraussichtlich bis Ende Februar 2011 voll gesperrt.

26.06.2010

Für ein mitteldeutsches Bundesland hat sich Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) ausgesprochen. „Heute ein mitteldeutsches Bundesland für einen klar benannten Zeitpunkt in zirka acht bis zehn Jahren zu vereinbaren, wäre ein richtiges Signal“, sagte Jung am Samstag.

26.06.2010

Über 500 Weine und Sekte aus ganz Deutschland können noch bis Samstag auf dem Leipziger Augustusplatz probiert werden. Zum Weinfest laden zwölf Winzer aus acht Anbaugebieten zum Kosten und Genießen in die Innenstadt.

26.06.2010
Anzeige