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Lokales Woche der Brüderlichkeit in Leipzig: Gründer des israelischen Wagner-Verbandes zu Gast
Leipzig Lokales Woche der Brüderlichkeit in Leipzig: Gründer des israelischen Wagner-Verbandes zu Gast
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11:31 08.11.2016
Jonathan Livny (l.) wurde am Montag (12.3.2012) von Oberbürgermeister Burkhard Jung (r.) und Thomas Krakow, Vorsitzender des Richard-Wagner-Verbandes Leipzig, begrüßt. Quelle: RichardWagnerVerband Leipzig
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Leipzig

n Land?“

Bereits am Montag empfing Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) den Gast zu einem persönlichen Gespräch im Neuen Rathaus. Jung sagte, es freue ihn, dass sich Livny für Richard Wagner in Israel stark mache – obwohl dessen Denken von Antisemitismus geprägt war. Der 1813 in Leipzig geborene Komponist gilt als Antisemit im Geiste des 19. Jahrhunderts. Er wurde unter anderem von Adolf Hitler verehrt.

Livny erklärte sein Engagement aus seiner persönlichen Geschichte. Sein Vater flüchtete vor den Nazis aus Deutschland, nachdem dessen Familie Hunderte Jahre dort gelebt hatte und sein Großvater im Ersten Weltkrieg für seinen Einsatz mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde. Außer Livnys Vater habe niemand aus der Familie den Holocaust überlebt. „Dennoch konnte ihm auch in Israel niemand seine deutsche Kultur nehmen“, sagte der Jurist. Und zu dieser gehörte eben auch Wagner.

Jonathan Livny wuchs mit der Musik des Komponisten auf und sagte zu Jung: „Als Mensch war er scheußlich, aber er hat die beste Musik der Welt geschrieben.“ Seine Kompositionen seien nicht politisch. Beides muss deshalb getrennt werden.“ Jeder solle das Recht erhalten, Wagners Musik zu erleben – auch in Israel.

Noch bis Mittwoch ist Livny zu Gast in der Messestadt. Bisher standen unter anderem Besuche des Schumann- und des Mendelssohn-Hauses sowie des Grabes von Nietzsche auf dem Programm. Dem Wagner-Liebhaber gefällt es in Leipzig offenbar. „Ich habe noch nie eine Stadt erlebt, auf die ihre Menschen so stolz sind. Nach einem Rundgang hier kann ich sie verstehen“, sagte der 64-Jährige.

Die Woche der Brüderlichkeit eine seit 1952 jährlich im März stattfindende Veranstaltung für die christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Ein Interview mit Jonathan Livny über Wagner in Israel lesen Sie hier.

Vortrag Jonathan Livny „Warum Wagner in einem jüdischen Land? Die Gründung des Richard-Wagner-Verbandes in Israel“; Dienstag, 19 Uhr; Ariowitsch-Haus (Hinrichsen-Straße 14); der Eintritt ist frei.

Robert Berlin

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