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Lokales Wölbungen und Risse im Boden: Hallen-Misere legt Turbine lahm
Leipzig Lokales Wölbungen und Risse im Boden: Hallen-Misere legt Turbine lahm
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23:59 28.03.2014
Jörg Mehlis von Turbine Leipzig. Quelle: Jörg Mehlis
Leipzig

Derweil schlagen Vereinssportler, die in der Willi-Bredel-Straße seit August 2013 nicht mehr trainieren können, harsche Töne an.

Wölbungen und Risse im Hallenboden nach einem dramatischen Wassereinbruch im Sommer 2013: Von den drei Abschnitten der Sporthalle Willi-Bredel-Straße in Lößnig, Heimstatt des Ostwald-Gymnasiums, der Lene-Voigt-Mittelschule und - vorübergehend - des Re- clam-Gymnasiums, ist einer für jegliche sportliche Nutzung gesperrt und ein zweiter nur für bewegungsarme Leibesübungen zugelassen.

Darauf weist Steffen Jost, Leiter des Wilhelm-Ostwald-Gymnasiums, in einem neuerlichen Aushang noch einmal eindringlich hin. "Inzwischen gibt es im mittleren Teil der Halle im Boden eine regelrechte Klippe", begründete er diesen Schritt auf Anfrage. Auch wenn die Stadt Leipzig als Eignerin des Gebäudes eine Reparatur in den Sommerferien angekündigt hat: Bis dahin will und muss Jost auf Nummer sicher gehen.

Leidtragende sind aber nicht nur drei Schulen, sondern auch drei Sportvereine. Darunter mit Turbine Leipzig ein renommierter Klub, der recht erfolgreich Handball spielt. Aus der Abteilung der Freunde des kleinen runden Leders hat sich jetzt Sektionsleitungsmitglied Jörg Mehlis zu Wort gemeldet. "Seit Ende August 2013 sind das Training und der Spielbetrieb für Handballer, Volleyballer und Hockeyspieler in der Lößniger Halle nicht möglich.

Betroffen ist ein Dutzend Mannschaften, die auf Kreis-, Bezirks-, ja sogar auf Verbandsliga-Ebene aktiv sind. An die denkt in der Misere niemand", klagt der 41-Jährige. Zwar habe der Liga-Betrieb durch ein Ausweichen in die Sporthalle Wundtstraße aufrechterhalten werden können, "aber für das Training stehen uns leider keine anderen Hallen zur Verfügung".

Ist schon die Gegenwart nur schwer zu ertragen, befürchtet Mehlis für die Zukunft noch ärgere Zustände. "Die Gefahr weiterer Sperrungen ist mit Sicherheit hoch, da die Schulleiter die Betreiberverantwortung und Haftung für die zumeist alten Schulsporthallen wahrnehmen müssen." Die von der Stadtverwaltung zuletzt mehrfach ins Feld geführte "Konzentration auf den Hallen-Neubau, der eine mögliche Entspannung der Situation in zwei, drei Jahren bringen könnte, ist nicht ausreichend", betont Mehlis. "Die ab diesem Jahr an- stehenden Baumaßnahmen in der Sporthalle Brüderstraße verschärfen die Situation zusätzlich."

Daher empfiehlt der Turbine-Mann einen Blick nach Halle/Saale, das auf Öffentliche Private Partnerschaft (ÖPP) setzt. "Alle Kritiker von ÖPP möchte ich darauf hinweisen, dass es bei diesen Projekten eine so lange Nicht-Nutzung von Hallen mit Sicherheit nicht geben wird, da dies mit massiven finanziellen Strafen für das private Unternehmen verbunden ist." Ein Gebäude wie in Lößnig ein ganzes Jahr lang dichtzumachen, "trägt nicht dazu bei, weitere Jugendliche für den Sport zu gewinnen", sagt Mehlis.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.03.2014

Dominic Welters

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