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Wohin die Millionen-Einnahmen vom Lindenauer Hafen fließen

Kita, Spielplatz, Straßenbau Wohin die Millionen-Einnahmen vom Lindenauer Hafen fließen

Knapp drei Millionen Euro mehr als geplant hat die Stadt Leipzig durch den Verkauf der Grundstücke am Lindenauer Hafen eingenommen. Von dem Geld sollen unter anderem ein Kitabau, Sozialwohnungen und ein „Erlebnis-Raum-Spiel“ entstehen.

Bauarbeiten für das neue Wohnviertel am Lindenauer Hafen: Die Stadt nahm mit den Grundstücksverkäufen fast drei Millionen Euro mehr ein als gedacht.

Quelle: Kempner

Leipzig. Rund 10,5 Millionen Euro hat die Stadt Leipzig durch den Verkauf der Grundstücke am Lindenauer Hafen eingenommen. Damit spült das neue Stadtviertel, in dem bis 2020 rund 500 Wohnungen entstehen, knapp 2,9 Millionen Euro mehr in die Stadtkasse als geplant. Effektiv bleiben davon jedoch nur 1,8 Millionen Euro übrig, da die länger dauernde Erschließung und Vermarktung des Areals letztlich teurer war als vorgesehen. Ein großer Teil des Gelds soll direkt wieder in das Viertel fließen, wie eine Vorlage des Dezernats für Stadtentwicklung und Bau vorsieht, der am 13. Dezember im Stadtrat beschlossen werden soll.

Kita und Sozialwohnungen: Ab 2019 soll nordwestlich der Straße Am Hafentor eine Kita mit 105 Plätzen in Verbindung mit preisgünstigen Wohnungen entstehen. Alleine in dieses Projekt fließen gut 725.000 Euro, davon 560.000 Euro in den Grundstückskauf. Das Geld ist als Kapitaleinlage in die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) geplant. Das städtische Unternehmen soll sowohl die Kita als auch die 20 bis 30 Wohnungen (Kaltmiete: maximal 6,50 Euro pro Quadratmeter) errichten. „Die Investition würde zur sozialen Mischung im Quartier, der Sicherung der sozialen Wohnraumbedarfe sowie der Gewährleistung der Kita-Bedarfsplanung beitragen“, heißt es dazu aus dem Baudezernat.

Erlebnis-Raum-Spiel: Zwischen den Stadthäusern in zweiter Reihe (Los 6c) und der Buswendeschleife soll eine öffentliche Grün- und Spielfläche in der Größe eines halben Fußballfelds entstehen. Derzeit verwildert das rund 2700 Quadratmeter große Areal. Kosten für den sogenannten „Erlebnis-Raum-Spiel“: rund 120.000 Euro.

Rechts neben den beiden Häuserzeilen soll eine Fläche „Erlebnis-Raum-Spiel“ entstehen

Rechts neben den beiden Häuserzeilen soll eine Fläche „Erlebnis-Raum-Spiel“ entstehen.

Quelle: Vectorvision

Straßenbau: Kaum gebaut, schon wieder kaputt? Zur Beseitigung von Schäden an der neuen Hafenstraße werden 50.000 Euro bereitgestellt. Dies erklärt das Baudezernat so: Um die Gewährleistung durch die verlängerte Entwicklungszeit nicht zu gefährden, musste die Straße bereits vor Verlegung der privaten Hausanschlüsse fertig gebaut werden. Dadurch entstanden jedoch an Borden, Pflastern und Deckschicht Schäden. Eigentlich sollte zunächst nur die Deckschicht draufkommen, um das zu verhindern. Das Verkehrs- und Tiefbauamt erhält nun Geld, um „den ursprünglichen Straßenzustand wieder herstellen zu können“.

Weitere Ausgaben: Aufgrund der verlängerten Vermarktungszeit entstanden auch zusätzliche Kosten für beauftragte Agenturen (15.000 Euro) sowie für die Sicherung des Viertels, unter anderem durch nächtliche Streifen (15.000 Euro). Diese werden seit Mai von den Bauherren selbst bezahlt. Die Räumung zweier Grundstücke schlug mit 12.500 Euro zu Buche. In „zusätzlichen Maßnahmen zur Projektsteuerung“ fließen 200.000 Euro. Diese seien unter anderem durch die erforderliche vollständige Neubesetzung der Lose 1 bis 5 notwendig geworden, heißt es. Enthalten sind darin auch 100.000 Euro Rückstellungen für die am Landgericht anhängige Klage einer Baufirma, die mit Erschließungsleistungen beauftragt war und gegen die Schlussrechnung juristisch vorgeht.

Für das Großprojekt am Lindenauer Hafen war im Juni 2016 die Grundsteinlegung erfolgt. Inzwischen sind die ersten Häuser fertiggestellt und bezogen. Voraussichtlich 2020 sollen alle Wohnungen auf dem rund 40.000 Quadratmeter großen Areal fertig sein. Auch Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten sind geplant. Insgesamt hat die Stadt nach aktuellem Stand gut 19,2 Millionen Euro in das Viertel gesteckt, einen Großteil davon durch Fördergelder unter anderem aus dem EU-Stadtentwicklungsfond „Jessica“.

Von Robert Nößler

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