Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Wohnen in Leipzig: SPD will Luxussanierungen verhindern und fordert neuen Kurs für LWB
Leipzig Lokales Wohnen in Leipzig: SPD will Luxussanierungen verhindern und fordert neuen Kurs für LWB
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:25 16.04.2013
Die Leipziger SPD warnt vor Münchner Verhältnissen auf dem Wohnungsmarkt. Leipzig soll deshalb mit der kommunalen Wohnungsgesellschaft LWB frühzeitig gegensteuern. Quelle: Volkmar Heinz
Anzeige
Leipzig

Dieses Szenario macht die Leipziger SPD-Fraktion auf. Sie warnt vor Münchner Verhältnissen, und Leipzig soll mit der kommunalen Wohnungsgesellschaft LWB frühzeitig gegensteuern.

In einem Stadtratsantrag werben die Sozialdemokraten um Zustimmung für eine Ergänzung der Eigentümerziele der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB): Ein Kernbestand von 34.000 Wohnungen müsse dauerhaft festgeschrieben werden, möglichst gleichmäßig verteilt auf die Stadtbezirke. "Es nützt nichts, wenn die LWB sich auf die Plattenbauviertel wie Grünau zurückzieht", so Heiko Oßwald, SPD-Stadtrat und LWB-Aufsichtsratsmitglied. Damit verliere man die Steuerungsmacht am Wohnungsmarkt.

Diese Wohnungen verkaufte die LWB im Jahr 2011:

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_8646]

Schon jetzt gibt es in Großzschocher keine einzige LWB-Wohnung mehr - im Jahr 2000 waren es noch 1008. In Altlindenau blieben von 1642 Wohnung im Jahr 2000 noch 213. Für eine gute Durchmischung in der Stadt sei es aber nötig, dass die LWB in allen Vierteln preiswerten Wohnraum biete. Die SPD fordert ein "strategisches Minimum" von mindestens zwei Prozent im Verhältnis zu den Einwohnern mit Hauptwohnsitz.

Wenn Verkäufe nötig seien, dann nur mit Sozialcharta: "So können Luxussanierungen ausgeschlossen und man Mietsteigerungen begrenzt werden", sagt Oßwald. Dass alteingesessene Mieter "herausmodernisiert" würden, wie im Bereich Grünewald- und Windmühlenstraße geschehen, hoffe man so zu verhindern, ergänzt Stadtrat Mathias Weber vom Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau. Die Stadträte wollen außerdem mehr Transparenz: Zweimal im Jahr soll der Fachausschuss über Verkäufe, Abrisse und Neubauten der LWB informiert werden.

Leerstand schwindet: Noch 25.000 Wohnungen in Leipzig frei

"Die LWB sind seit 2006 auf einem erfolgreichen Sanierungskurs", resümiert Aufsichtsratsmitglied Oßwald. Die SPD kritisiere den bisherigen Kurs überhaupt nicht. Dank Wohnungsverkäufen und niedrigem Zinsniveau sei rund ein Drittel des Schuldenbergs abgetragen. Ende 2011 standen noch immer 692 Millionen Euro Bankschulden zu Buche. Derzeit besitzt die LWB mehr als 36.000 Wohnungen, das entspricht einem Marktanteil von rund zehn Prozent.

Noch gebe es rund 25.000 leerstehende Wohnungen in der Stadt, so die SPD-Fraktion. Prognosen gehen laut Oßwald davon aus, dass Leipzig im Jahr 2020 schon 600.000 Einwohner haben könnte. "Wenn diese Entwicklung kommt, dann ist der Leerstands-Puffer in fünf bis sechs Jahren aufgebraucht."

Evelyn ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mitarbeiter der Stadt Leipzig wollen am Freitag in der Lennéanlage am Wilhelm-Leuschner-Platz einen Geweihbaum pflanzen. Wie ein Sprecher der Stadt mitteilt, soll der Baum an die Stelle gesetzt werden, wo wegen der Bauarbeiten am City-Tunnel in den Grünstreifen am Eingang zur Petersstraße eingegriffen wurde.

16.04.2013

An den großen Umbruch in den Industriebetrieben des Leipziger Westens wird jetzt mit einer Online-Austellung erinnert. Vier Monate lang haben die fünf Projektmacher der Agentur Zeitläufer Interviews mit elf Mitarbeitern früherer Betriebe geführt.

16.04.2013

Die Nationalsozialisten ließen es für Rüstungszwecke einschmelzen: Seit 2005 kämpft der Verein Luther-Melanchthon-Denkmal dafür, das Monument wieder herzustellen.

16.04.2013
Anzeige