Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Wohngebiet am Lindenauer Hafen: Grundstein wird am 4. Juni gelegt
Leipzig Lokales Wohngebiet am Lindenauer Hafen: Grundstein wird am 4. Juni gelegt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 11.04.2016
Schon in drei Jahren könnte an diesem Ort ein neues Stadtviertel mit 400 bis 500 Wohnungen fertig sein. Am 4. Juni 2016 wird dafür der Grundstein am Lindenauer Hafen gelegt.  Quelle: Wolfgang Zeyen
Leipzig

 Am 4. Juni wird die Stadt Leipzig den Grundstein für das neue Wohnviertel am Lindenauer Hafen legen. Mit einer Gedenkplatte, die dauerhaft sichtbar bleiben soll, erklärt Sebastian Pfeiffer von der städtischen Entwicklungsgesellschaft LESG. Das ganze Projekt entwickele sich jetzt so gut, dass bereits 2017 die ersten Häuser bezogen werden und in drei Jahren alle 400 bis 500 Wohnungen fertiggestellt sein könnten. „Wie viele Wohnungen es am Ende genau werden, hängt von den Plänen der Investoren ab.“ Wegen allgemein steigender Mieten gehe der Trend gerade wieder zu kleineren Grundrissen.

Wenn am nächsten Montag der Grundstücksverkehrsausschuss zustimmt, wird die Kommune am Mittwoch das vorletzte Grundstück des ersten Vermarktungsabschnittes verkaufen – und zwar an die Firma Baywobau für 705 000 Euro. Danach fehle nur noch eine kleinere Fläche, über die man sich aber bereits mit der Firma Immvest Wolf handelseinig ist, so Pfeiffer weiter: „In den nächsten Wochen werden auch dort die Verträge unterschrieben.“

Damit wären dann alle 20 000 Quadratmeter Bauland des ersten Abschnitts komplett vermarktet. In dem Bereich, der für Selbstnutzer reserviert ist, haben die ersten drei Familien bereits losgelegt und die Fundamente für ihr Stadthaus in die Erde gebracht, bestätigt Christoph Scheffen von der Selbstnutzerinitiative. „Drei weitere Familien starten bis Anfang Juni.“ Von insgesamt 18 Grundstücken für solche Stadthäuser seien nur noch vier frei.

Anfang Juni will auch die Leipziger Firma TOK Projektbau zur Tat schreiten. Als erster Investor informiert sie inzwischen an jedem Wochenende in einem Beratungscontainer vor Ort über ihr Vorhaben. Laut Geschäftsführer Tilo Kalisch dauert der Bau des Gebäudes mit 22 Eigentumswohnungen, Tiefgarage und einem Bäckerei-Café (gegenüber der Brücke über den verlängerten Karl-Heine-Kanal) etwa ein Jahr. Trotz Preisen, die bei 250 000 Euro für 77 Quadratmeter beginnen, sei die Nachfrage „hervorragend“.

Insgesamt werden aber deutlich mehr Miet- als Eigentumswohnungen entstehen, erläutert LESG-Mann Pfeiffer. „Im August oder September beginnt der Projektentwickler Eyemaxx mit dem Bau von 92 Wohnungen, bald darauf folgt die Firma Otto Heil aus Taucha mit ihrem Projekt.“ Zur Grundsteinlegung werde auch die neue Straße durch das Quartier für den Verkehr freigegeben. Zuvor sollen an der Hafen-Zufahrt in der Plautstraße im Mai noch zwei Querungshilfen für Fußgänger und Radfahrer entstehen. „Eines Tages kann man vom Lindenauer Markt über die Demmeringstraße nach Grünau radeln, ohne eine gefährliche Straße queren zu müssen.“ Um das Wegenetz westlich des Hafens verbessern zu können, sei das Liegenschaftsamt beauftragt, ein dortiges Grundstück mit dem Polizeiverwaltungsamt vom Freistaat Sachsen zu kaufen oder gegen anderen Flächen zu tauschen. Anschließend werde das Areal – mit Fördermitteln aus dem Programm Stadtumbau Ost – begrünt und eventuell auch die Landzunge, welche seit dem kriegsbedingten Bauabbruch des Hafens 1943 in das Wasserbecken ragt, durch Wegbaggern von Erdreich zur Insel verwandelt.

Stadt Leipzig setzt auch auf sozialen Wohnungsbau am Lindenauer Hafen

Damit nicht nur Gutverdiener in Wassernähe leben können, will die Stadt im zweiten (und zugleich letzten) Vermarktungsschritt Instrumente des sozialen Wohnungsbaus einsetzen. Bis zu 15 Prozent der Quartiere dort sollen für 15 Jahre an eine Mietobergrenze von 6,50 Euro kalt pro Quadratmeter gebunden werden. Voraussetzung dafür sei, dass der Freistaat bald sein längst angekündigtes „Programm für mietpreisgebundenen Wohnungsbau“ in die Tat umsetzt, so Pfeiffer. Voraussichtlich geschehe das in der zweiten Jahreshälfte. Auf die derzeit laufende Ausschreibung für die hier zugehörigen 11 400 Quadratmeter Bauland hätten sich über 30 Investoren gemeldet – weit mehr als im ersten Vermarktungsschritt. Auch ein Selbstnutzerprojekt – diesmal mit 16 Wohnungen in ein oder zwei Gemeinschaftshäusern – soll wieder für eine buntere Mischung im Viertel sorgen. Am 3. Juni (also einen Tag vor der Grundsteinlegung) wählt eine Jury die jeweils besten Konzepte für die einzelnen Lose aus. Pfeiffer: „Bis Anfang 2017 wollen wir alle Verträge unter Dach und Fach haben.“ Mit etwas Glück könnte das ganze Viertel samt neuer Kita und zusätzlichem Gewerbe also im Frühjahr 2019 fertig sein. Etwa zu diesem Zeitpunkt soll auch der Durchstich vom Lindenauer Hafen zum Elster-Saale-Kanal erfolgen.

Von Jens Rometsch

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Annette Beck-Sickinger und Manfred Rudersdorf sind am Freitagnachmittag im Alten Rathaus mit dem Leipziger Wissenschaftspreis ausgezeichnet worden. Die Ehrung wurde erstmals doppelt vergeben.

08.04.2016

Das Glashaus ist zurück. Nach vier Monaten Schließzeit wird ab diesem Wochenende wieder richtig aufgetischt in dem Traditionslokal im Clara-Zetkin-Park. Die neuen Betreiber haben alles renoviert, von der Fußbodenheizung bis zu den Toiletten für mehr Komfort gesorgt. Die Kundschaft soll mit regionaler Küche und bis zu 50 verschiedenen Eisbechern verwöhnt werden.

08.04.2016

Die Zahl der Straftaten in der Stadt Leipzig ist im Jahr 2015 um 5621 Fälle zurückgegangen. Wurden 2014 noch 79 235 Delikte registriert, waren es ein Jahr darauf noch 73 614. Einen Grund zur Freude sehen Experten darin allerdings nicht.

26.04.2018