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Lokales Wohnprojekt für männliche Opfer häuslicher Gewalt in Leipzig eröffnet
Leipzig Lokales Wohnprojekt für männliche Opfer häuslicher Gewalt in Leipzig eröffnet
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11:27 02.03.2017
Häusliche Gewalt kann auch Männer treffen. Quelle: dpa
Dresden/Leipzig

Männliche Opfer häuslicher Gewalt erhalten in Sachsen erstmals Schutz in anonymen Wohnprojekten. Jeweils drei Wohnplätze in Leipzig und Dresden stünden betroffenen Männern – und bei Bedarf auch ihren Kindern – zur Verfügung. „Es ist wichtig, dass wir jetzt damit anfangen“, betonte Sachsens Gleichstellungsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag beim Besuch der Leipziger Männerschutzwohnung. Auch Männer würden Opfer von verbalen oder körperlichen Attacken. Die sächsische Polizei registrierte 2015 rund 1.700 männliche Opfer häuslicher Gewalt.

Die Koordinierungs- und Interventionsstellen, an die sich die Opfer häuslicher Gewalt wenden können, würden in immer stärkerem Maße auch von Männern in Anspruch genommen, hieß es. So verdoppelten sich nach Angaben des sächsischen Gleichstellungsministeriums die Zahlen im Zeitraum zwischen 2007 und 2015 auf 118 Beratungen.

Die Wohnprojekte böten „eine zeitlich begrenzte sichere und anonyme Zuflucht für die Entwicklung neuer Lebensperspektiven“, hieß es. Träger sind der Leipziger Verein Lemann und das Männernetzwerk Dresden e.V. Sachsen finanziert das Pilotprojekt wird bis Ende 2018 mit jährlich rund 65.000 Euro über die Förderrichtlinie Chancengleichheit aus Landesmitteln.

„Moderne Gleichstellungspolitik richtet sich an beide Geschlechter“, erklärte Köpping. Ihr sei aber auch bewusst, dass es im Bereich der Männerarbeit „für viele Aufgaben einen längeren Atem braucht“. Eine sachsenweite Kampagne mit dem Titel „Mann, gib dich nicht geschlagen“ wurde im Herbst 2016 unter der Schirmherrschaft von Köpping gestartet (www.gib-dich-nicht-geschlagen.de). Sie informiert auch über Hilfsangebote und anonyme Beratung.

Von LVZ

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