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Lokales Wohnungsgenossenschaft Lipsia: Wilhelm Grewatsch übergibt die Schlüssel
Leipzig Lokales Wohnungsgenossenschaft Lipsia: Wilhelm Grewatsch übergibt die Schlüssel
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23:00 21.06.2017
Wilhelm Grewatsch übergab gestern die Schlüssel der Wohnungsgenossenschaft Lipsia an Finanzvorstand Kristina Fleischer. Der 67-Jährige geht in Ruhestand. Quelle: Foto: Dirk Knofe
Leipzig

Einen großen Schlüsselbund zog Wilhelm Grewatsch am Mittwoch aus der Jackettasche. „Damit lassen sich alle Türen in unserer Genossenschaft öffnen“, sagte der 67-Jährige vor etlichen Gästen am Unternehmenssitz in der Brünner Straße verschmitzt. Dann übergab er den Bund an Finanzvorstand Kristina Fleischer – ein klares Zeichen dafür, dass bei der Wohnungsgenossenschaft Lipsia eine Ära zu Ende geht.

22 Jahre lang hat Grewatsch als Vorstandschef die Geschicke eines Unternehmens gelenkt, das in Leipzig gemeinsam mit der Schwestergenossenschaft Elsteraue über rund 9500 Wohnungen verfügt. Grewatsch prägte die Entwicklung der 1954 entstandenen Lipsia so stark, dass einmal ein Kritiker monierte: Das Kürzel im Namen der „WG Lipsia“ stehe für Wohnungsgenossenschaft – und nicht etwa für Wilhelm Grewatsch.

Freilich sind die Tausenden Mitglieder und 65 Mitarbeiter mit dem manchmal bärbeißigen Chef sehr gut gefahren. Die Lipsia steht seit Jahren wirtschaftlich hervorragend da, was auch daran liegt, dass sie 2002 als erste ostdeutsche Genossenschaft eine eigene Spareinrichtung gründete. Sie gewährt den Mitgliedern besonders gute Konditionen. 2008 – als der heutige Bauboom noch nicht absehbar war – traute sich die Lipsia, in Gohlis das größte Neubauprojekt aller sächsischen Wohnungsgenossenschaften seit der Wende zu starten. Mit 127 Wohnungen und einer Kita entstanden die Rosental-Terrassen. 2014 war es wiederum die Lipsia, die mit den ersten neuen Häusern nahe des Kulkwitzer Sees eine Zeitenwende für Grünau einläutete. Ab nächstes Jahr soll dort sogar noch ein Hochhaus errichtet werden.

Grewatsch stand dabei stets für klare Worte und absolute Verlässlichkeit. Wenn er den Mietern etwas versprach, wurde es gehalten – dafür legte sich der Vorstand notfalls auch mit den Mächtigen im Rathaus an. Dass man sich auf den anderen verlassen können muss, hatte der aus Kühlungsborn stammende Seemann und Maschineningenieur als junger Bursche auf großen Schiffen verinnerlicht. 1974 heiratete er seine Frau Elke, zog ihr zuliebe nach Leipzig. 1985 fing er bei der Lipsia im Bereich Wohnungswirtschaft an.

1995 machte ihn Vorstand Heinz Graneis zum Nachfolger. Der 89-Jährige kam am Mittwoch ebenfalls zum Gratulieren – und mal wieder auf eine Zigarette vorbei. Den Vorstandsvorsitz übernimmt nun die erfahrene Finanzchefin Fleischer. Den Bereich Wohnungswirtschaft verantwortet künftig Marco Rosenberger, bisher Leiter des Technik-Bereichs bei der Lipsia. Weil Rosenberger noch einen Kurs „als Bankdirektor“ absolvieren muss, bleibt Grewatsch vorerst weiter – trotz Ruhestand – bei der Spareinrichtung aktiv. Ansonsten will er sich mehr der Familie samt den drei Enkelkindern widmen. Und hat jüngst die Prüfungen zu den Bootsführerscheinen für alle Binnen- und Hochseegewässer bestanden.

Von Jens Rometsch

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