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Lokales Leipziger Wohnungsgenossenschaften wollen billiger bauen
Leipzig Lokales Leipziger Wohnungsgenossenschaften wollen billiger bauen
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11:11 02.08.2016
An der Ecke Kregelstraße 18/Stötteritzer Straße errichtet die Leipziger Wohnungsgenossenschaft Unitas jetzt diesen Neubau mit 78 eher kleinen Wohnungen. Im Sommer 2017 sollen sie fertig sein.  Quelle: Entwurf: S&P
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Leipzig

Einige Leipziger Wohnungsgenossenschaften suchen jetzt nach neuen Wegen, um der Spirale aus immer höheren Baukosten und damit steigenden Mieten zu entkommen. Die Unitas hat gerade den Grundstein für ein Projekt gelegt, bei dem in Reudnitz-Thonberg 78 altengerechte Wohnungen sowie Räume für einen Service-Dienstleister entstehen. „In den letzten 15 Jahren ist die Zahl der über 75-jährigen Leipziger von 39 000 auf über 60 000 geklettert“, erklärt Vorstand Steffen Foede die Entscheidung für dieses Konzept.

Der Standort an der Ecke Kregelstraße 18/Stötteritzer Straße liege ganz in der Nähe des städtischen Altenpflegeheims „Martin Andersen Nexö“, passe also gut zur ringsum vorhandenen Infrastruktur.

Eine Besonderheit des zehn Millionen Euro teueren Neubaus sei jedoch, dass das Leipziger Architekturbüro S&P alles unter der Maßgabe geplant habe, die Mieten möglichst niedrig zu halten. „Es gibt keine Tiefgarage und auch keinen Keller“, zählt Foede auf. Beides werde von sehr betagten Menschen ohnehin kaum benötigt. Vor allem seien die Grundrisse so konzipiert, dass trotz eher kleiner Flächen (die Ein- bis Drei-Raum-Wohnungen zählen zwischen 30 und 65 Quadratmeter) genug Platz für ein angenehmes Leben bleibe. „Wir wollen keine Anonymität. Im Erdgeschoss wird ein großer Gemeinschaftsraum eingerichtet, fast alle Wohnungen erhalten einen Balkon. Im Freigelände sind ein öffentliches Spiel- und Trainingsareal, viel Grün und Bänke sowie auch einige Auto-Stellplätze vorgesehen.“ Da das winkelförmige Haus nur zwei Fahrstühle erhält und die erst Anfang 2016 verschärften Vorschriften der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllt, sei neben einer Kaltmiete von 8 Euro pro Quadratmeter mit niedrigen Betriebskosten zu rechnen. „Unser Ziel ist, dass sich auch Bezieher einer Durchschnittsrente dort eine gute Wohnung leisten können“, so Foede.

Noch einen Schritt weiter geht Leipzigs größte Wohnungsgenossenschaft Kontakt. Sie startet noch dieses Jahr ein Projekt in Connewitz, bei dem auf einer Brachfläche an der Ecke Leopold-/Biedermannstraße für drei Millionen Euro 15 Wohnungen entstehen. „Die künftigen Mieter haben sich das Recht ausbedungen, ihre Räume selbst mit Muskelhypothek herzurichten“, erklärt Technik-Vorstand Uwe Rasch. „Wir verzichten auf Fahrstuhl und Tiefgarage, nehmen statt teuerem Parkett lieber andere, noch langlebigere Materialen.“

Gleichwohl werde es in den 64 bis 103 Quadratmeter großen Quartieren sicherlich behaglich zugehen. Um Platz zu sparen, erhalten sie neben dem normalen Fernwärme-Anschluss der Stadtwerke durchweg Fußbodenheizung. „Trotz aller Sparbemühungen kommen wir bei diesem Projekt leider immer noch bei Kaltmieten von 8 Euro bis 8,50 Euro heraus. Aber wenigstens sind es nicht zehn Euro oder noch mehr“, meint Rasch. „Schallschutz, Brandschutz und die EnEV – alle möglichen Gesetzes-Auflagen haben das Bauen extrem verteuert.“ Hinzu kämen unter anderem stark steigende Bau- und Bodenpreise.

Der Bau eines Mehrfamilienhauses in Sachsen kostet heute 40 Prozent mehr als im Jahr 2000. Das hat der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen errechnet. Im Millenniumsjahr hätten Bauherren noch 2209 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche bezahlt, im Jahr 2014 mussten sie im Mittel schon 3080 Euro ausgeben. Allein die EnEV habe die Kosten um 20 Prozent erhöht.

Von Jens Rometsch

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