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Lokales Wohnungsleerstand in Grünau sinkt - Ostseeviertel schon fast ausgebucht
Leipzig Lokales Wohnungsleerstand in Grünau sinkt - Ostseeviertel schon fast ausgebucht
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21:05 12.03.2015
Es wird wieder investiert: Nachdem die Wohnungsgenossenschaft Lipsia ihre Wohnungsbauten in Grünau aufgewertet hat, herrscht wieder rege Nachfrage. Naahe des Kulkwitzer Sees will das Unternehmen demnächst diese Neubauten errichten. Quelle: Lipsia
Leipzig

Auch die Anzahl der Einwohner in Grünau steigt aktuell deutlich an, haben maßgebliche Vermieter registriert.

Dabei verläuft die Entwicklung in den Quartieren nicht überall gleich, erläutert Wilhelm Grewatsch, Vorstand der Genossenschaft Lipsia, der in Grünau mehr als 3100 Wohnungen gehören. "Unsere Bestände hier sind zu 83 Prozent saniert oder teilsaniert. In diesem Bereich sank der Leerstand von 5,1 Prozent Ende 2013 auf 3,6 Prozent Ende des letzten Jahres." Unsanierte Wohnungen indes seien auch im Leipziger Westen kaum noch gefragt. Dort nahm der Leerstand im gleichen Zeitraum von 14,3 auf 15,0 Prozent zu.

"Deshalb haben wir vergangenes Jahr nochmals knapp zehn Millionen Euro in die Bestände investiert", fährt Grewatsch fort. Das erfolgreichste Quartier der Lipsia liege in den sanierten Häusern des Wohnkomplexes (WK) 8 nahe des Kulkwitzer Sees und der S-Bahn-Linie 2. Bei reichlich einem Prozent lasse sich dort gar nicht mehr von Leerstand sprechen. "Für unsere Neubau-Objekte - die Kulkwitzer See-Terrassen - haben wir schon jetzt vier Anmeldungen pro Wohnung." Sehr gut entwickle sich der WK 1 mit einem Leerstand von nun 3,4 Prozent (2013: 4,6 Prozent), gefolgt vom WK 4 mit 4,8 Prozent (2013: 7,3 Prozent).

Den Trend bestätigt die Genossenschaft Kontakt mit 3400 Wohnungen in Grünau. "Im Ostseeviertel, an der Selliner, Binzer, Zingster Straße - ist nur noch eine Handvoll Ein-Raum-Apartments frei. Dort liegt der Leerstand unter 2 Prozent", sagt Vorstand Rainer Löhnert. Im WK 8 habe die Kontakt 22 Aufzugsanlagen angebracht, damit praktisch Vollvermietung erreicht. Überall, wo investiert wird, herrsche jetzt eine rege Nachfrage. "Noch dieses Jahr wollen wir mit dem Neubau von 54 Wohnungen für junge Familien im WK 1 beginnen." Allerdings habe der Stadtteil auch noch Probleme. 14 Prozent aller Bestände seien Ein-Raum-Wohnungen, für die kaum Interesse bei den Mietern bestehe.

Entspannung deutet sich indes bei einem weiteren Problem an: der Altersentwicklung. So hat die Firma Pisa Immobilienmanagement, die rund 1000 Wohnungen vorrangig in Lausen-Grünau betreut, einen neuen Trend ausgemacht. "Wir beobachten vermehrt Zuzüge von jungen, berufstätigen Familien aus anderen Vierteln. Für die Zukunft ist zu erwarten, dass sich der jetzt noch hohe Anteil der Generation 60plus weiter verringert", sagt Pisa-Geschäftsführer Timo Pinder. Zugleich sinke auch der Anteil der Bezieher staatlicher Unterstützung. Ihr Anteil bei den Neuvermietungen nahm von 50 Prozent im Jahr 2012 auf im vergangenen Jahr 35 Prozent ab.

Laut Prognosen des Rathauses könnte es statt 40 300 Grünauern (2013) bald 44 000 bis 50 000 geben. Wichtigster Grund dafür seien die stadtweit günstigsten Mieten. Jochem Lunebach, Leiter des Stadtplanungsamtes: "Vielleicht wird Grünau eines Tages richtig hip."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.03.2015

Jens Rometsch

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