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Wünsch dir einen Kitaplatz: Onlineportal bietet ab Mittwoch neue Funktionen

Modernisierte Internet-Plattform Wünsch dir einen Kitaplatz: Onlineportal bietet ab Mittwoch neue Funktionen

Jahrelang gab es vor allem Kritik. Durch erweiterte Funktionen und eine verpflichtende Anmeldung will die Stadt das kommunale Kitaplatz-Portal nun neu beleben und zum zentralen Vergabeinstrument machen.

Die Kitaplatz-Suche soll online für Leipzig komfortabler werden.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Es war immer wieder Projektionsfläche für Frust und Stress bei der Kitaplatz-Suche. Das Onlineportal www.meinkitaplatz-leipzig.de schien der virtuelle Beweis zu sein, was alles schief lief in den vergangenen Jahren beim Thema Kitaplätze in Leipzig.

Jetzt wagt das Amt für Jugend, Familie und Bildung den Sprung nach vorne. Die Kitaplatz-Situation hat sich laut Stadt inzwischen schon leicht entspannt. Jahrelanger Zuzug junger Familien und eine Geburtenrate über den Prognosen hatten zu einem Engpass bei der Kinderbetreuung geführt. Eltern berichteten von verzweifelter Suche nach freien Plätzen.

Derzeit entstehen überall in der Stadt neue Kitas. Und nun soll auch das kommunale Onlineportal in einer erneuerten Version an den Start gehen. Am Mittwoch ab acht Uhr ist es zugänglich.

Anmeldung verpflichtend

Künftig können sich Leipziger Eltern auf www.meinkitaplatz-leipzig.de einen Onlineaccount anlegen. Auf dem werden die persönlichen Daten gespeichert. Auch die Bedarfsanmeldung für einen Kitaplatz bei der Stadt soll im Normalfall über den Account erfolgen, kann aber auch weiterhin schriftlich gestellt werden. Eine Wahl haben Eltern in Sachen Bedarfsanmeldung allerdings nicht mehr, die Anmeldung ist verpflichtend. Künftig gilt: Nur wer einen Account besitzt und eine Bedarfsanmeldung gestellt hat, kann in Leipzig auch einen Kitaplatz erhalten. Für die Anmeldung bei den Betreuungseinrichtungen gibt es dann eine individuelle Refenrenznummer.

Laut Nicolas Tsapos, Leiter des Amts für Jugend, Familie und Bildung sind neben den kommunalen künftig auch „alle freien Träger vertraglich dazu verpflichtet an der Platzvergabe über das Onlineportal teilzunehmen“. Aktuell seien lediglich fünf Prozent der Freien Träger noch nicht auf der Plattform vertreten. „Mit denen sind aber wir im Gespräch“, betonte Tsapos am Dienstag bei der Präsentation des erneuerten Portals.

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Klagen für Wunsch-Kitaplatz gescheitert
Leipziger Eltern sind vor dem Verwaltungsgericht mit ihren Klagen auf einen Wunsch-Kitaplatz gescheitert. Wie das Gericht am Dienstag mitteilte, sind mehr als 400 Verfahren zum Wunsch- und Wahlrecht für einen bestimmten Kindergarten eingegangen. Verschiedene Musterklagen gegen die Stadt Leipzig führten für die Eltern jedoch nicht zum Erfolg. Zum einen habe die Stadt bei Kitas in privater Trägerschaft kein Belegungsrecht. Deswegen könne dort kein Platz eingeklagt werden. Bei kommunalen Kitas scheiterten die Klagen daran, dass die Einrichtungen schlicht voll waren. Einen gerichtlich einklagbaren Anspruch auf eine Erweiterung der Kita gebe es nicht. Zum Streit um einen „wohnortnahen“ Kita-Platz entschied das Gericht, dass 30 Minuten Wegezeit zumutbar seien.

Wunschliste für Eltern

Für die Leipziger Eltern hält das überarbeitete Onlineportal vor allem eine wesentliche Neuerung bereit: eine Wunschliste der favorisierten Kitas. Bis zu fünf gewünschte Betreuungseinrichtungen können Eltern in ihrem persönlichen Account angeben. Möglich ist das schon direkt nach der Geburt. Bearbeitet werden die Wunschplätze allerdings erst ein halbes Jahr vor dem gewünschten Eintritt in die Kita. Wer einen Platz erhält, wird dann über eine Nachricht im Vergabesystem oder eine Email informiert. Wirklich sicher kann aber auch in Zukunft nur sein, wer einen Vertrag unterschrieben hat. Neben der Wunschliste ist auch weiterhin eine direkte Buchung von freien Plätzen über das Portal möglich.

An der Entscheidung über die Platzvergabe ändern allerdings auch die neuen Funktionen  nichts: Welches Kind einen Kitaplatz erhält, entscheiden immer noch die Träger – etwa im einem persönlichen Gespräch oder Extra-Fragebogen.

Alte Probleme bleiben

Seit Januar lief die Testphase für das neue System, nun hofft die Stadt auf weniger Frust bei der Platzvergabe. Wer aktuell eine Bedarfsanmeldung gestellt hat, wird in den nächsten Wochen vom Jugendamt angeschrieben und soll automatisch einen Account erhalten.
Familien, die einen Umzug nach Leipzig planen, erhalten den Account plus Referenznummer auf Antrag.

Die Stadt erhofft sich von dem erneuerten Onlineportal eine bessere Übersicht über die Platzvergabe. „Wir haben damit eine realistischere Anzahl an wirklichem Platzbedarf“, sagte Familienamtschef Tsapos. Vorher sei ein aufwändiger, manueller Datenabgleich nötig gewesen. Nun stelle das System fest, wer noch einen Platz benötigt und wer bereits einen Vertrag unterschrieben hat.

Nächtliche Aktionen

Eine fehlerhafte Platzvergabe – Eltern hatten in der Vergangenheit im Internet Plätze erhalten, die dann gar nicht vorhanden waren – ist allerdings weiterhin möglich. „Wir können erst mal nur das System organisieren“, sagt dazu EDV-Koordinator Steffen Czichos vom Amt für Jugend, Familie und Bildung. „Auf der anderen Seite sitzen immer Menschen.“ Falls Plätze online gestellt würden, die nicht existierten, liege der Fehler bei den Trägern.

Weiterhin sei es ebenfalls möglich, dass freie Plätze mitten in der Nacht auf dem Kitaplatz-Portal online gestellt werden. „Wenn zu einem gewissen Datum Plätze frei werden, kann das passieren“, so Czichos.

Am Mittwoch ab acht Uhr morgens soll das erneuerte Portal den Eltern zur Verfügung stehen. Bis dahin ist es abgeschaltet. Geschlossen ist wegen der technischen Umstellung am Dienstag außerdem der Fachbereich Kindertagesstätten des Amts für Jugend, Familie und Bildung. Bis zum Herbst – dann werden viele Kitaplätze neu vergeben – wird sich zeigen, ob die Internetplattform den Eltern statt Frust einen praktischeren Zugang zu den favorisierten Kitaplätzen bietet.

Lucas Grothe

Leipzig 51.339695 12.373075
Leipzig
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