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Lokales LVB stellen sich bei neuer Straßenbahn auf weitere Ausfälle ein
Leipzig Lokales LVB stellen sich bei neuer Straßenbahn auf weitere Ausfälle ein
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18:38 25.07.2017
Die XL-Straßenbahn fuhr am Dienstag wieder auf der Linie 4, hier am Nachmittag in Stötteritz.  Quelle: Kempner
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Leipzig

Kurz nach Mittag rollte sie aus der Werkstatt, gegen 13 Uhr stiegen die ersten Fahrgäste in die „4“ ein: Die neue XL-Straßenbahn der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) ist nach einer sechstägigen Pause aufgrund von Technikproblemen am Dienstag wieder in den Linienbetrieb gegangen. Wie LVB-Sprecher Marc Backhaus auf Anfrage von LVZ.de mitteilte, sei die Softwarestörung behoben. „Die Bahn wird auch in den nächsten Tagen wieder regulär im Einsatz sein“, kündigte Backhaus an.

Ein Programmierfehler hatte dazu geführt, dass die Antriebstechnik der Bahn nach einem Update Probleme bereitete. „Die Bahn hätte im schlimmsten Fall stehen bleiben können“, verdeutlicht Backhaus. Die LVB entschieden sich daher, den Prototypen aus dem Verkehr zu ziehen. Das in Leipzig stationierte Team des polnischen Herstellers Solaris arbeitete seit dem Wochenende an einer Lösung. Nach erfolgreichen Tests am Montag durfte die drei Millionen Euro teure Premierenbahn, die Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) bei der Jungfernfahrt am 13. Juli auf den Namen „Weiße Brücke“ getauft hatte, zurück ins Netz.

LVB stellen sich auf weitere Ausfälle ein

Die LVB können nicht ausschließen, dass es in der aktuell laufenden Phase der Inbetriebnahme zu weiteren Kinderkrankheiten kommt. „Das jetzt aufgetretene Problem ist behoben. Es wird auch bei den anderen Bahnen nicht vorkommen“, versicherte Backhaus. Allerdings könne es in den nächsten Wochen passieren, dass die Bahn aufgrund anderer technischer Schwierigkeiten zurück in die Werkstatt gerufen werden müsse. Backhaus verglich die Inbetriebnahme mit einem neuen Automodell. „Auch hier steckt in Neuentwicklungen jede Menge moderne Technik drin, die in der alltäglichen Praxis mit Insassen getestet werden muss. Mit einem großen Unterschied: Wenn ein Testfahrzeug Probleme macht und liegen bleibt, bekommt es niemand mit.“

Die XL-Bahn rollt durch Stötteritz: „Dass Fehler auftreten können, ist ganz normal.“ Quelle: Kempner

Die LVB hatten die neue Bahn in Rekordzeit entwickeln lassen. 18 Monate waren dafür vertraglich vorgesehen. Auf Kritik, dass die Entwicklungszeit zu kurz gewesen sei, entgegnete Backhaus: „Die Vorlaufzeit für das Projekt betrug vier bis fünf Jahre. Wir sind mit dem Fahrzeug im branchenüblichen Zeitraum der Inbetriebnahme geblieben.“ Ein halbes Jahr lang war der erste Prototyp seit Dezember geprüft und ans Leipziger Netz angepasst worden. „Das war sicherlich sportlich. Aber für die wachsende Stadt brauchen wir die neuen Fahrzeuge dringend. Dass bei neuer Technik auch Fehler auftreten können, ist ganz normal.“

Inbetriebnahme weiterer Bahnen in den nächsten Wochen

Bislang ist nur eine neue XL-Bahn im Linienbetrieb im Einsatz. Zwei weitere werden für Fahrschulzwecke genutzt, eine ist noch beim Hersteller für Anpassungen an die Serie. Insgesamt sollen von den drei Millionen Euro teuren Straßenbahnen 14 Exemplare bis Jahresende nach Leipzig geliefert werden. Die insgesamt 41 bis 2020 bestellten Bahnen sollen die alten Tatras im Linienbetrieb ersetzen. Die LVB gehen davon aus, dass „in den nächsten Wochen“ weitere Fahrzeuge auf der Linie 4 eingesetzt werden können. Auf einen genauen Zeitpunkt will sich Backhaus derzeit aber nicht festlegen.

Von Robert Nößler

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