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ZDF-Show „Bares für Rares“ setzt auf Leipziger Antikhändler Fabian Kahl

Schräges Outfit – Gespür für Trends ZDF-Show „Bares für Rares“ setzt auf Leipziger Antikhändler Fabian Kahl

Fabian Kahl ist aus der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ bekannt. Weniger bekannt ist, dass er in Leipzig wohnt. Er wurde vom ZDF auf einem Antik- und Trödelmarkt auf der Agra entdeckt – unter anderem wegen seines auffälligen Äußeren.

Antikhändler Fabian Kahl mit einer Schiefe-Ebene-Uhr

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. „Man muss schon ein Gespür dafür haben, wie sich die Trends entwickeln“, sagt Fabian Kahl, Antikhändler aus Leipzig. Bekannt geworden ist er durch seinen Auftritt bei „Bares für Rares“, einer Sendung im ZDF. In der Trödelshow schätzt ein Expertenteam um Horst Lichter Raritäten der Zuschauer und bietet sie dann einem ausgewählten Kreis von Händlern, zu denen Fabian Kahl gehört, zum Kauf an. Vor der Kamera versuchen sich die Händler bei guten Stücken zu überbieten und treiben den Preis dafür manchmal sogar über den vom Expertenteam geschätzten hinaus. Hinter der Bühne würden sie sich alle aber gut verstehen, erzählt Fabian Kahl. „Wenn jemand ein besonders gutes Stück bekommt, dann gönnt man ihm das auch.“

„Ich wurde auf einem Antik- und Trödelmarkt von einem Kamerateam angesprochen“, erzählt der 24-jährige. Das Kamerateam hatte für eine neue Sendung Antiquitäten-Händler gesucht und wollte ihn dabei haben. Fabian Kahl musste dann noch ein Bewerbungsvideo abschicken und sein Können in Köln unter Beweis stellen – danach war er im Team für „Bares für Rares“.

Antikhändler Fabian Kahl

Antikhändler Fabian Kahl

Quelle: Dirk Knofe

Fabian Kahl sieht nicht aus wie der typische Antikhändler. Seine Haare sind auf einer Seite lang, auf der anderen kurz abrasiert, sein Kleidungsstil ist eher punkig. Er trägt Piercings in der Nase und in der Lippe, dazu große Ohrringe. Durch seine Familie kam er aber schon früh mit Antiquitäten in Berührung. Seit 2000 gehört seinen Eltern ein Schloss in Thüringen, welches sie restaurieren. Fabian Kahl half ihnen dabei, „aber ich bin eher der Händler.“

Über Umwege fand Fabian Kahl heraus, dass er Antikhändler sein will

Sein Fachabitur machte er in Gestaltung und Design, er wollte eigentlich selbst gestaltender Künstler werden. „Das war dann doch nicht meine Richtung, aber als Antikhändler bin ich ja auch fast Künstler“, meint Fabian Kahl. Als Künstler mit anderen Kreativen zusammenzuarbeiten, liegt nahe. Daher kam ihm die Idee für die Galerie Sansvoix. Er eröffnete sie in Leipzig, zum Ausstellungsraum gehörte eine Lounge sowie Gastronomie. Nach etwa einem Jahr schloss er sie 2014 aber wieder.

„Mir sind nicht mehr lebende Künstler lieber“, sagt er lachend dazu. Künstler seien meist sehr auf sich bezogene Menschen, die Kritik nur schwer annehmen könnten – Fabian Kahl hingegen sei ehrlich und würde ihnen sagen, wenn ihm etwas nicht gefalle. „Das kam bei den meisten Künstler nicht gut an“, erklärt er.

Die Entscheidung, die Galerie zu schließen, kam aber nicht allein daher. Durch seine Fernsehauftritte und den Handel mit Antiquitäten ist er zeitlich eingespannt und hat außerdem gemerkt, dass Handel mehr sein Metier ist. Fabian Kahl sieht die Aufgabe seines Galerieprojekts daher gelassen. „Man muss ja Sachen ausprobieren um zu merken: Nein, das möchte ich nicht machen. Erst dann weiß man ja, was man machen will“, so der Antikhändler.

Ein Weltron 2007 mit Plattenspieler und UKW Radio

Ein Weltron 2007 mit Plattenspieler und UKW Radio

Quelle: Dirk Knofe

Wegen der Galerie zog der 24-jährige Anfang 2013 nach Leipzig, in ein Appartement im 14. Stock mit Blick über die Messestadt. Ein paar Antiquitäten sind in seiner Einrichtung zu sehen. „Stücke, die ich nicht verkaufen kann, oder für die ich nicht den Preis bekomme, den ich gern hätte“, sagt Fabian Kahl. Aus den 1970er- und 1980er- Jahren behält er gerne etwas, wie den Weltron 2007, ein Plattenspieler mit UKW Radio. Neben diesen beiden Jahrzehnten gehören der Jugendstil sowie Art déco zu seinen liebsten Epochen. Aber auch skurrile Sachen finden ihren Weg in seine Wohnung, wie eine Schiefe-Ebene-Uhr, die neben der Uhrzeit auch den Wochentag anzeigt. „Man muss als Antikhändler schon aufpassen, dass man nicht zum Sammler wird“, meint der 24-jährige lachend.

„Bares für Rares“ hilft Fabian Kahl, Berufserfahrung zu sammeln

Durch seinen ständigen Austausch mit Kollegen im Rahmen der Fernsehauftritte bei „Bares für Rares“ hat er mittlerweile ein gutes Gespür für die Trends. Überrascht wird er aber trotzdem manchmal von den Verkaufspreisen, die von ihm angekaufte Stücke erzielen. „Mein Highlight sind vier Bilder von skelettierten Dinosaurieren und Urzeittieren, ungefähr von 1870. Ich habe sie gekauft und dann zu einer Auktion gegeben. Da haben sich dann ein archäologisches Museum und ein Privatier gegenseitig immer wieder überboten und den Preis in die Höhe getrieben“, erzählt Fabian Kahl.

Seine Auftritte bei „Bares für Rares“ sorgen aber nicht nur dafür, dass er deutschlandweit auf ein sehr gutes Netzwerk aus Händlern und Verkäufern zugreifen kann, sondern auch dafür, dass seine Bekanntheit in Leipzig immer mehr steigt. „Mittlerweile werde ich auch von Fremden angesprochen, wenn ich durch die Stadt laufe“, sagt Fabian Kahl. Unauffällig ist sein Erscheinungsbild immerhin nicht und wer die Sendung im ZDF sieht, kann ihn leicht auf der Straße erkennen. „Ich bin allerdings ein schlechter Promi“, gibt er schmunzelnd zu, da er meist keine Autogrammkarten dabei habe.

Fachliteratur hilft dabei, Antiquitäten richtig einzuschätzen

Fachliteratur hilft dabei, Antiquitäten richtig einzuschätzen

Quelle: Dirk Knofe

Seine Mitarbeit bei „Bares für Rares“ bringe ihn zudem in seinem Beruf weiter: Er kann Kontakte zu Käufern und Verkäufern knüpfen und außerdem von den anderen Händlern und Experten einiges lernen. „Ich bin da wie ein Schwamm, wenn mich etwas interessiert, sauge ich die Informationen dazu auf“, erklärt er. In Schmuck sei er beispielsweise mittlerweile bewandert, obwohl er da vorher keine Ahnung von hatte. Durch die Fernsehsendung steigt daher seine Berufserfahrung. „Bares für Rares entwickelt sich so, dass es noch mehrere Jahre laufen kann“, erzählt Fabian Kahl. Und da will er unbedingt dabei sein.

„Bares für Rares“ läuft montags bis freitags um 15.05 Uhr im ZDF.

Von Andrea Schrader

Leipzig 51.3396955 12.3730747
Leipzig
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