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Lokales Zahl der Flüchtlinge in Leipzig verdoppelt sich – SPD will „Willkommen“-Initiative unterstützen
Leipzig Lokales Zahl der Flüchtlinge in Leipzig verdoppelt sich – SPD will „Willkommen“-Initiative unterstützen
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16:04 19.02.2015
Leipzig erwartet 2015 nach aktuellen Prognosen etwa 2700 Flüchtlinge. Quelle: dpa
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Leipzig

Im Vergleich zum Vorjahr würde dies mehr als eine Verdopplung der Zuweisungen bedeuten. „Anders ausgedrückt muss Leipzig jede Woche 50 neue Flüchtlinge unterbringen“, so der Sozialdemokrat am Donnerstag.

Angesichts des steigenden Bedarfs begrüßte Zenker gegenüber LVZ-Online ausdrücklich die

Initiative „Willkommen im Kiez“

, die Flüchtlinge statt in Massenunterkünften dezentral unter anderem in der Nachbarschaft im Leipziger Westen unterbringen will. Allerdings würden die anvisierten Wohnungen und Gemeinschaftsunterkünfte nicht alternativ zur umstrittenen Massenunterkunft in der Torgauer Straße 290 gebraucht, sondern zusätzlich. „Die neuen Prognosen machen deutlich, dass aktuell auf die Torgauer Straße nicht verzichtet werden kann“, so der SPD-Stadtrat weiter.

Zenker bekräftigte deshalb auch noch einmal die Pläne von Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD), die weitgehend isolierte Massenunterkunft in Leipzig-Heiterblick für 5,7 Millionen Euro zu sanieren und auszubauen. „Da die Flüchtlingszahlen es nicht zulassen, Einrichtungen zu schließen, ist es um so wichtiger, dass auch in der Torgauer Straße menschenwürdige Zustände geschaffen werden“, sagte der Sozialdemokrat. Es dürfe allerdings nicht nur bei Investitionen in Gebäude bleiben. Der Abbau des Stacheldrahtzaunes um das ehemalige Kasernengelände und die Schaffung von Freiflächen für die Asylbewerber gehöre ebenfalls dazu. „Eine menschwürdige Unterkunft hängt nicht allein von der Größe der Unterkunft ab, sondern vielfach auch von Begebenheiten davor“, sagte Zenker.

Spezieller WG-Mietvertrag für Flüchtlinge in Arbeit – Koordination im Sozialamt

SPD-Stadtrat Christopher Zenker (Archivfoto) Quelle: Christian Nitsche

Darüber hinaus wollen die Sozialdemokraten nun explizit auch die Initiative „Willkommen in Leipzig“ unterstützen, in der sich Privatpersonen, sowie kulturelle und soziale Institutionen des Leipziger Westens für dezentrales Wohnen und eine verstärkte Ansiedlung von Flüchtlingen in Plagwitz und Co. stark machen. „Seit letztem Jahr gibt es im Sozialamt eine Koordinatorin für dezentrales Wohnen“, sagt Zenker. Dort sei jede Unterkunft gern gesehen, denn aktuell warten bereits rund 200 Flüchtlinge darauf, aus der Massenunterkunft ausziehen zu können.  

In einigen Fällen könnten künftig auch Wohngemeinschaften als Option mehr in den Fokus rücken. Wie Evelin Renner, stellvertretende Leiterin des Sozialamtes gegenüber LVZ-Online sagte, habe die Kommune eine Mietvertragsvorlage ausgearbeitet, die spezielle Gesichtspunkte der Aufnahme von Flüchtlingen berücksichtigt. Das Vertragswerk werde derzeit rechtlich geprüft, so Renner.  

Die Initiative "Willkommen im Kiez" hatte am Mittwoch angekündigt, eine WG-Vermittlung für Studenten im Internet aufbauen zu wollen. Das Netzwerk engagiert sich gegen die Pläne der Stadtverwaltung, die Massenunterkunft in der Torgauer Straße auszubauen und hat einen offenen Brief an alle Stadträte verfasst, in der Hoffnung, diese würden am 25. Februar dagegen stimmen. Am Mittwoch hatten Vertreter auch Alternativen zu den Plänen der Kommune aufgezeigt, unter anderem eine stärkere Berücksichtigung von freien Objekten der Wohnungsgenossenschaften, der Leipziger Wohnungsbaugesellschaft oder kommunaler Gebäude für dezentrales Wohnen angemahnt.

Matthias Puppe

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