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Lokales Zahl der Geburten in Leipzig steigt – 6976 Babys im vergangenen Jahr
Leipzig Lokales Zahl der Geburten in Leipzig steigt – 6976 Babys im vergangenen Jahr
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15:10 20.08.2018
Die Zahl der Geburten steigt in Leipzig weiter an. (Symbolbild) Quelle: dpa
Leipzig

In der Messestadt gibt es nicht nur immer mehr Einwohner, es werden auch immer mehr Kinder geboren. „Nach dem deutlichen Geburteneinbruch Anfang der 1990er Jahre steigt die Zahl der Geborenen seit 1996 sukzessive. Allein in den letzten fünf Jahren nahm sie um 20 Prozent zu. Kamen 2013 noch 5834 Kinder zur Welt, waren es 2017 schließlich 6976“, heißt es im aktuellen statistischen Quartalsbericht, der am Montag im Neuen Rathaus vorgestellt wurde. Seit 2014 werden so auch permanent mehr Kinder geboren als es Sterbefälle in Leipzig gibt. Im vergangenen Jahr lag der Überschuss beispielsweise bei 689 Kindern.

Hauptgrund für die vielen Glücksgefühle in Leipzigs Säuglingsstationen sei in erster Linie die Tatsache, dass an der Pleiße deutlich mehr Frauen im gebärfähigen Alter leben als früher. Allein die Altersgruppe der 25- bis 40-Jährigen, die gut 90 Prozent aller Kinder zur Welt bringt, vergrößerte sich in den vergangenen fünf Jahren um 12.280 Leipzigerinnen. „Derzeit haben wir zudem sehr viele Frauen, die gerade um die 30 Jahre alt sind“, sagte Stadtforscherin Andrea Schulz. Die Vermutung liege deshalb nahe, dass die Geburtenrate auch in den kommenden Jahren hoch bleibt.

356 Flüchtlingsbabys anno 2017

Ein weiterer Faktor, warum so viele Kinder in der Messestadt geboren werden, hat mit der zunehmenden Internationalität Leipzigs zutun. Knapp 9500 der insgesamt 78.000 Messestädterinnen zwischen 25 und 40 Jahren haben einen Migrationshintergrund und je nach Herkunftsregion unterscheide sich auch die durchschnittliche Geburtenhäufigkeit. Während Leipzigerinnen aus asiatischen und afrikanischen Ländern etwa doppelt so häufig Kinder gebären wie Frauen ohne Migrationshintergrund, bekommen Frauen aus Nord- und Südamerika in der Messestadt weniger als ihre deutschen Pendants.

Durchschnittliche Zahl der geborenen Kinder je Frau in Leipzig nach Alter der Mutter. Quelle: Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen

Besonders hoch sei die Geburtenhäufigkeit derzeit bei Frauen aus Hauptfluchtländern, sagte die Stadtforscherin. Mütter aus Syrien, Afghanistan, Somalia, Irak oder Eritrea haben im vergangenen Jahr 356 der insgesamt 6976 Neugeborenen in Leipzig zur Welt gebracht. Pro Flüchtlingsfamilie seien das durchschnittlich 4,3 Kinder. Zum Vergleich: Leipzigerinnen ohne Migrationshintergrund bringen im Schnitt 1,3 Kinder zur Welt. Fakt sei aber auch, erklärte Andrea Schulze mit Verweis auf Langzeitstudien: Über die Jahre hinweg gleicht sich die Kinderzahl in den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen an.

Studie des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zur Kinderzahl je Frau bei ausländischen und deutschen Frauen. Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

„Studieren ist weiblich“

Apropos junge Leipzigerinnen: Frauen spielen an den Hochschulen der Messestadt auch weiterhin mindestens quantitativ die Hauptrolle. „Studieren in Leipzig ist weiblich“, sagte die Stadtforscherin am Montag. Mehr als 20.000 der insgesamt 39.000 zum Wintersemester in der Messestadt eingeschriebenen Studenten waren Studentinnen. Am größten ist der Frauenüberschuss an der Universität Leipzig mit fast 60 Prozent.

Das große Plus an Studentinnen kommt vor allem aus den beliebten Fachbereichen der Geisteswissenschaften, aus den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie aus Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften mit jeweils Zweidrittel Studentinnen. Bei den Agrarwissenschaftlern und Veterinärmedizinern sind es sogar 84,9 Prozent Frauen-Anteil in den Seminaren. Dem gegenüber steht nur ein erheblicher Männerüberschuss bei den Ingenieurwissenschaften. Dort sitzt eine Studentin neben vier Studenten im Hörsaal.

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr habe sich 2017 auch der Anteil der ausländischen Studierenden an Leipzigs Hochschulen wieder erhöht – um 325 Personen auf 4870. Die meisten Leipziger Studenten aus anderen Ländern sind übrigens chinesische Staatsbürger (462), gefolgt von Österreichern (382) und Studierenden aus Vietnam (286).

Von Matthias Puppe

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