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Lokales Zalando und Fit/One ziehen in den Petershof
Leipzig Lokales Zalando und Fit/One ziehen in den Petershof
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17:05 13.01.2018
Die Figuren an der Petershof-Fassade zeigen Persönlichkeiten, die für den Bau des Gebäudes wichtig waren – so Architekt Alfred Liebig, der damalige Oberbürgermeister Karl Rothe und Bankier Hans Kroch.   Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

 Im zweiten Quartal 2018 soll der Kaufhaus-Bereich im Leipziger Petershof wieder öffnen. Das teilte die Jachimowicz Group als Eigentümer auf LVZ-Anfrage mit. „Wir sind mitten im Umbau“, sagte Gesellschafter Yves Jachimowicz. Zugleich bestätigte er, dass die Fitness-Kette „Fit/One“ einen Großteil der ehemaligen Handelsflächen an der Petersstraße 20 gemietet hat.

Sportcenter auf 4500 Quadratmetern

Konkret gehe es um 4500 Quadratmeter, die sich auf den gesamten zweiten Stock sowie die Hälfte des ersten Obergeschosses verteilen. „Fit/One“ ist eine Kette aus dem Raum Würzburg. Sie trommelt seit einiger Zeit auf Facebook für die künftige Niederlassung in der Leipziger City und verspricht dort „eine kompromisslose Anzahl der weltweit besten Geräte, ein unvergleichliches Kursprogramm, Wellness & Lifestyle auf Top-Niveau zum Hammer-Preis“.

Neuer Fitnessclub auch in der Hauptpost

In der Petersstraße – genau gegenüber im Messehof – existiert freilich schon lange ein namhafter Wettbewerber: der Club „Fitness First“ auf 2500 Quadratmetern. Zudem soll noch 2018 ein Musik-Fitness-Club der neuen Edel-Marke „John Reed“ auf 2100 Quadratmetern in der früheren Hauptpost am Augustusplatz starten (die LVZ berichtete exklusiv). „Fit/One“ wäre jedoch von den Flächen her in Zukunft der größte Fitnessclub in der City.

60 neue Stellen bei Zalando

Ebenfalls „Anfang des Sommers“ 2018 will der Internet-Händler Zalando ein Outlet-Geschäft im Leipziger Petershof eröffnen. Wie Dorothee Schönfeld, Geschäftsführerin der Zalando-Outlets, mitteilte, werden die Flächen dafür an der Rückseite des riesigen Gebäudeensembles liegen: also in der Burgstraße. 60 Mitarbeiter seien für das vierte Outlet der Marke in Deutschland geplant. In der Schweiz ist Zalando laut der Neuen Zürcher Zeitung bereits der größte Textilhändler vor H&M – und zwar online und offline zusammengerechnet.

Designpreis für Kölner Outlet

Nach Angaben von Managerin Schönfeld bietet Zalando in seinen Outlets Designer- und Markenprodukte an, die sich im Internet nicht mehr verkaufen ließen, „weil sie beispielsweise nur noch in wenigen Größen vorrätig sind oder ein Knopf fehlt.“ Dabei gebe es Rabatte von bis zu 70 Prozent. „Hier werden Kunden bis hin zu Eigenmarken von Zalando ein breites Sortiment finden, das sie aus vergangenen Saisons vielleicht schon aus dem Onlineshop kennen. Insgesamt sprechen wir von circa 20 000 Produkten und 500 verschiedenen Marken“, erläuterte sie. In die Gestaltung der Leipziger Filiale würden die besten Erfahrungen aus dem Kölner Zalando Outlet einfließen, welches erst kürzlich mit dem German Design Award 2018 ausgezeichnet wurde.

Kino „Capitol“ seit 2003 geschlossen

Der Petershof wurde von 1927 bis 1929 als Messepalast auf mehreren, vorher getrennten Grundstücken erbaut. Die Pläne lieferte der Leipziger Architekt Alfred Liebig (1878–1952). Im Untergeschoss beherbergte das Haus jahrzehntelang Leipzigs größtes Kino „Capitol“, in dem häufig die Messen sowie die Internationale Dokumentar- und Kurzfilmwoche eröffnet wurden. Dennoch musste das legendäre Kino 2003 schließen. Der Saal verschwand bei einem anschließenden Komplettumbau zum Modekaufhaus der Gruppe SinnLeffers. Dieses Kaufhaus wurde 2005 eingeweiht, hielt aber nur drei Jahre bis zur Insolvenz von SinnLeffers durch. Einen kleinen Teil der 9500 Quadratmeter Verkaufsflächen im Petershof nutzte bis zum Herbst 2015 noch das Mode-Label „Kult“. Seitdem stand dieser Bereich komplett leer.

Weitere Händler im Erdgeschoss

Der Eigentümer-Vertreter Yves Jachimowicz erklärte weiter, dass nur noch etwa 2600 Quadratmeter im Erdgeschoss zur Vermietung anstehen. Verschiedene Gespräche dazu seien schon weit gediehen. „Wahrscheinlich werden sich diese Flächen zwei weitere Einzelhändler teilen“, sagte er.

Von Jens Rometsch

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