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Zehn Handwerker für Leipzigs Schulen und Kitas

Schnelle Reparaturbrigade Zehn Handwerker für Leipzigs Schulen und Kitas

Die Leipziger SPD-Fraktion hat ihren Vorschlag zur Einrichtung eines städtischen Handwerker-Pools konkretisiert, der die Instandhaltung von Schulen und Kitas deutlich verbessern soll. „Das Modell nimmt keinem Handwerksbetrieb Aufträge weg“, versichert Stadtrat Andreas Geisler. Die Abstimmung darüber in der Ratsversammlung soll im Mai stattfinden.

Für kleine Reparaturen soll es künftig an Schulen und Kitas städtische Handwerker geben.

Quelle: dpa

Leipzig. Städtische Schulen sollten eigentlich keinen Grund zur Klage haben. So sieht es zumindest das Baudezernat. Wenn mal etwas kaputt gegangen und zu reparieren ist, dann vermittle das Amt für Gebäudemanagement prompt einen Handwerker. Ein Rahmenvertrag mit Betrieben in 22 Gewerken sichere dies schließlich ab. Damit war der erste Vorstoß der SPD-Stadtratsfraktion zur Einrichtung eines städtischen Handwerker-Pools für Schulen und Kitas erst einmal vom Tisch (die LVZ berichtete).

Doch jetzt legt die SPD nach. Denn was Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) beschreibt, sei nichts weiter als blanke Theorie. Dass das alles in Wirklichkeit längst nicht so rosig aussieht, wie man es sich in den Rathausstuben vorstellt, davon kann SPD-Stadtrat Andreas Geisler ein Lied singen. Zum Doppelhaushalt 2017/18 hatten Schulelternvertreter mehr als 200 Bürgereinwände eingereicht – sie alle betrafen Instandhaltungen, die die Kommune schleifen ließ. Der frühere Vorsitzende des Stadtelternrates berichtet von einem Hausmeister, der jüngst ein schwer gängiges Schloss zu einer Turnhalle mit Öl und ein paar Handgriffen wieder in Ordnung bringen wollte – aber nicht durfte, weil seine Tätigkeitsbeschreibung dies nicht erlaubt. Zwei Wochen später brach ein Lehrer just in jenem Schloss einen Schlüssel ab, und das ganze Schließsystem musste für Tausende Euro erneuert werden.

Es sind Situationen wie diese, auf die die Kommune mit ihrem bestehenden Rahmenvertragssystem nicht vorbereitet ist. „Aufgrund des Baubooms stehen viele Servicebetriebe heute gar nicht mehr so schnell zur Verfügung wie früher“, sagt Geisler. Immer öfter sei zudem zu beobachten, dass sich einheimische Betriebe kaum noch um Reparaturaufträge bewerben. Schon aus diesem Grund müsse die Stadt die Rahmenverträge hinsichtlich Umfang und Fristen überprüfen und anpassen. Geisler hat neun dieser Verträge selbst gelesen. „Da gibt es keine Klausel, in welcher Zeit eine Reparatur erledigt sein muss“, beklagt er. Um schnell zu reagieren, komme die Stadt daher an einer eigenen Handwerkerabteilung nicht vorbei. „Zehn Personen reichen dafür aus“, so Geisler. In den nächsten Wochen will er seine Ratskollegen in den Fachausschüssen davon überzeugen, bevor die Ratsversammlung im Mai abstimmt.

„Das Modell nimmt keinem Handwerksbetrieb Aufträge weg. Und langfristige Instandhaltungsaufträge beispielsweise für Heizungen sind mit den Firmen sowieso geregelt“, weist der Lindenthaler Stadtrat Befürchtungen von CDU und Handwerkskammer zurück.

Bis zum Beginn des neuen Schuljahre im August, so die Vorstellung der SPD, soll der Handwerker-Pool stehen. Bis dahin sollen auch alle Hausmeister von Schulen und Kitas in einem Pool zusammengefasst sein. Diese sind bislang einzelnen Häusern zugeordnet, ließen sich aber in einer größeren Einheit effizienter und flexibler einsetzen, etwa für Rasen- und Baumschnitt, Möbeltransporte oder Arbeiten auf einer Leiter, die durch einen zweiten Mann abgesichert sein müssen. Erforderlich sei auch, die Tätigkeitsprofile der Hausmeister heutigen Anforderungen anzupassen. Auf keinen Fall dürfe sich wiederholen, was an der Schule am Auwald passiert ist. Dort, so Geisler, müssten sämtliche Fenster nach nicht mal 20 Jahren erneuert werden.„Die sind einfach verrottet“, berichtet Geisler, „weil sie von Hausmeistern nicht gewartet werden durften, von Firmen aber auch nicht instandgehalten wurden.“

Von Klaus Staeubert

Leipzig 51.3396955 12.3730747
Leipzig
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