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Zehn Jahre Städtepartnerschaft - Leipziger feiern in Bosnien mit ihren neuen Freunden

Zehn Jahre Städtepartnerschaft - Leipziger feiern in Bosnien mit ihren neuen Freunden

Den Städtepartnerschaftsverein Leipzig-Travnik gibt's bereits seit 1997, die Partnerschaft zwischen der Großstadt in Sachsen und der Kleinstadt in Bosnien-Herzegowina seit nunmehr zehn Jahren.

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Blick auf die Altstadt von Travnik

Quelle: Julian Nitzsche

Den runden Geburtstag feierte in dieser Woche eine Leipziger Abordnung bei und mit den neuen Freunden. Unter den Gästen aus Deutschland: LVZ-Redakteurin Angelika Raulien. Hier ihr Bericht:

Travnik in Bosnien-Herzegowina dieser Tage: fast 30 Grad im Schatten, nahezu hochsommerliche Hitze - und viele Bewohner der 70000-Einwohner-Gemeinde in Feierlaune. Denn am2. Mai vor zehn Jahren hatten Leipzig und die kleine mittelbosnische Stadt offiziell ihre Partnerschaft besiegelt. "Seither ist viel passiert", sagt Heike König, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins Leipzig-Travnik. "Richteten wir anfangs unser Hauptaugenmerk auf Hilfsgütertransporte in das vom Bürgerkrieg gebeutelte Städtchen, so sind inzwischen viele Kontakte zu wahren Selbstläufern geworden." Kein Wunder, dass unter den 106 Leipzigern, die sich an der diesjährige Bürgerreise in die Partnerstadt beteiligten, viele Projektpartner waren. So zum Beispiel ein Team der Leipziger Albert-Schweitzer-Schule, die längst eine freundschaftliche Verbindung zum Behindertenzentrum Novi-Travnik hegt und pflegt. Oder die Musikschule "Johann Sebastian Bach", die mit elf Nachwuchsmusikern anreiste, um die Feierlichkeiten zum Partnerschaftsjubiläum zu bereichern.

Nach dem herzlichen Empfang der Leipziger am Mittwochabend auf der mittelalterlichen Burg folgte am eigentlichen Jahrestag der Unterzeichnung der Städtepartnerschaft so manch weiterer Höhepunkt. Beispielsweise eine feierliche Stadtratssitzung im Travniker Kulturzentrum, bei der Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) eine Rede hielt. Er war am Vortag eingeflogen und staunte, "so viele Leipziger Gesichter hier anzutreffen. Eine solche Partnerschaft fällt eben nicht vom Himmel. Wie es dem Städtepartnerschaftsverein gelungen ist, seit 1997 so viele Menschen aus Kultur, Sport, Wirtschaft, Politik und Sozialwesen zusammenzubringen, das verdient höchsten Respekt. Der Verein macht einfach einen Superjob!", gratulierte Jung. Sein Travniker Amtskollege Admir Hadziemric fügte hinzu: "Wir erwähnen bei jeder Gelegenheit immer mit Stolz unsere Partnerschaft mit Leipzig, einer im Vergleich zu uns so großen Stadt in Deutschland, und verweisen auf die vielen Möglichkeiten, die sie uns eröffnet. Und auch ich bin stolz auf die Menschen, die diesen Austausch organisieren." Auf etwas größere Dimensionen abzielend, meinte das Travniker Stadtoberhaupt, für die Zukunft setze er auch darauf, dass beide Kommunen ihrem Ruf gerecht werden, eine freundschaftliche Partnerschaft  zwischen einem EU-Mitgliedsstaat und einem (Noch-)Nicht-EU-Mitgliedsstaat zu pflegen.

Am  Donnerstagnachmittag stieg dann ein großes Familien- und Bürgerfest  - natürlich auf dem Leipziger Platz in Travnik. Es zu organisieren, war ein kleiner Kraftakt: Wolfgang Merseburger vom Vorstand des Leipziger Partnerschaftsvereins und seine Mitstreiter hatten ein gutes Jahr daran gebastelt. Dafür steppte dann für Groß und Klein, für die Einheimischen und die Gäste von der Pleiße der Bär, immer wieder befeuert durch die Auftritte von Künstlern aus beiden Städten.

Bereits am Vormittag waren Vereinschef Michael Weichert und OBM Jung zugegen, als die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) den Travniker Stadtvätern ihre nach dem Umzug nicht mehr benötigte Funkkonferenzanlage übergaben. Zudem wurden vom LeipzigerVerein FairBund, der sich in der Kinderprojektarbeit in Travnik engagiert, und von der  Musikschule "Johann Sebastian Bach" auf dem Leipziger Platz zwei neue "Meilensteine" verlegt. Nunmehr zeugen 18 solcher kleinen Platten vom partnerschaftlichen Miteinander.

Dass so viele Leipziger zur großen Geburtstagsfete nach Travnik reisten, war nicht zuletzt einigen Sponsoren zu danken. Beispielsweise den LVB, die sich einen Kopf darüber gemacht hatten, um letztlich zwei Busse plus vier Fahrer für die Bürgerreise in diesem besonderen Jahr bereitstellen zu können.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.05.2013

Raulien, Angelika

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