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Lokales Zehn Kontrolleure ermitteln Schäden entlang 1700 Kilometern Straße
Leipzig Lokales Zehn Kontrolleure ermitteln Schäden entlang 1700 Kilometern Straße
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00:18 06.05.2017
Fehlt im Pflaster ein Stein, wird das von Benito Gürth dokumentiert. Quelle: André Kempner
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Gürth ist einer von zehn sogenannten Straßenkontrolleuren, die innerhalb des Stadtgebiets auf rund 1700 Kilometern Straßen, die in Verantwortung des Verkehrs- und Tiefbauamtes liegen, unterwegs sind, um Sicherheit zu gewährleisten, Mängel zu registrieren und gegebenenfalls für Abhilfe zu sorgen. Zur visuellen Schadensermittlung, wie es korrekt heißt, begehen oder befahren die neun Männer und eine Frau regelmäßig die zehn Leipziger Stadtbezirke. Gürth ist einer dieser „Begeher“.

Dass sie in erster Linie im Frühjahr, wenn sich der Winter zurückzieht und Fahrbahnschäden zutage treten, aktiv würden, sei ein Irrtum, betont Dirk Kleemann, Sachgebietsleiter der Abteilung Straßenbau und -unterhaltung. „Ganz im Gegenteil! Unsere Straßenkontrolleure sind rund ums Jahr, und das bei jedem Wetter, unterwegs. Es gibt feste Tourenpläne, so dass jeder bereits weiß, welche Straße er in zwei Monaten unter die Lupe nimmt.“ Selbst Urlaub, Krankheit oder Feiertage würden diesen Rhythmus nicht durcheinanderbringen. Wie oft sich der Kontrolleur blicken lasse, hänge dabei nicht davon ab, wo sich eine Straße befinde, sondern davon, welchen Status sie besitze. „Wir teilen Straßen nach ihrer Verkehrsbelastung in drei Kategorien – verantworten also 396 Kilometer Hauptverkehrsstraßen, 75 Kilometer Haupterschließungsstraßen sowie 1220 Kilometer Anlieger- und sonstige öffentliche Straßen“, erläutert Kleemann.

Gürth, gelernter Tiefbau-Facharbeiter, gehört seit 2009 zum Team und genießt die Arbeit an der frischen Luft. „Langweilig wird es nie“, sagt er. Im Sommer sei es zwar relativ ruhig, doch zu tun gäbe es immer. Leider gehe es nicht nur um Schlaglöcher, sondern zunehmend auch um Vandalismus. „Der hat wirklich zugenommen und reicht von illegalen Einleitungen in die Straßengräben bis hin zu immer mehr Tütchen mit Hundekot, die die Straßenabflüsse verstopfen.“ Auch seien sich längst nicht alle Hauseigentümer ihrer Pflichten bewusst. „Dass Büsche und Bäume nicht in den öffentlichen Raum wuchern dürfen, scheint vielen ebenso unbekannt wie ihre Zuständigkeit für die Grundstückseinfahrt“, erzählt Gürth.

Taucht er an einer der großen Straßen auf, gehe er trotz Warnweste und Computer im Trubel unter. Sehe er sich allerdings in kleineren Wohngebieten um, komme es rasch zu Gesprächen am Gartenzaun. „Das ist mir auch das Liebste. Da lassen sich viele Probleme meist unkompliziert lösen“, sagt Gürth. Andernfalls sei häufig doch viel Schreibkram nötig. Davon entlaste seit sechs Jahren zwar das Touchbook, ein mobiler Minicomputer, die Kontrolleure. „Aber Briefe schreibt das Gerät natürlich nicht und es löst auch keinen Auftrag aus“, erläutert Gürth. Andererseits erleichtere es durch das genaue Kartenmaterial, das aufgespielt ist, die Arbeit und die Genauigkeit, sobald irgendwo Probleme auftreten. Längst müssten da keine vom Regen durchweichten Protokollbögen mehr abgeschrieben werden. Jetzt genüge es, den Helfer an den Computer anzuschließen...

Auch wenn nicht immer alles reibungslos verlaufe, gefällt dem Kontrolleur, der gerade von einer Beweissicherung für eine Sondernutzung zurückgekommen ist, die Vielfalt seiner Arbeit. „Ja, die Beweissicherung fällt auch ins Aufgabengebiet“, erläutert Kleemann. Pro Jahr würden immerhin durchschnittlich 5000 Sondernutzungen im Stadtgebiet genehmigt. „Das reicht vom kurzfristigen Aufstellen eines Containers über Baugerüste oder Baustellen, die mehrere Wochen verbleiben, bis hin zu saisonalen Freisitzen. Da müssen wir schon vor- und hinterher genau hinsehen, und falls Straßen oder Gehwege in Mitleidenschaft gezogen werden, die Verantwortlichen in die Pflicht nehmen“, so Kleemann. „Unsere Straßenkontrolleure machen wirklich einen verantwortungsvollen Job.“

Von Cornelia Lachmann

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