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Lokales Zeit für Asylbewerberheim in Leipzig-Wiederitzsch läuft davon
Leipzig Lokales Zeit für Asylbewerberheim in Leipzig-Wiederitzsch läuft davon
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23:30 02.12.2014
Ehemaliges Bundeswehrkrankenhaus in Leipzig-Wiederitzsch soll Asylunterkunft werden. (Archivbild) Quelle: André Kempner

Wie am Dienstag bekannt wurde, verlief eine Anleihegläubigerversammlung der Eigentümerfirma Golden Gate erfolglos.

Bei der Veranstaltung letzten Freitag in München wollte Insolvenzverwalter Axel W. Bierbach sich eigentlich die Erlaubnis einholen, das Grundstück an der Bahnhofstraße nicht sofort in die Zwangsversteigerung zu bringen. Vielmehr sollten die Gläubiger einer 30-Millionen-Euro-Anleihe (sie ist als Grundschuld auf das Klinikumsareal eingetragen) zustimmen, das Objekt für zunächst weitere zwei bis drei Jahre zu entwickeln.

Dadurch könne der Wert der Liegenschaft von geschätzt fünf Millionen Euro (bei sofortiger Zwangsversteigerung) auf bis zu zwölf Millionen Euro steigen, erläuterte der Insolvenzverwalter bei der Veranstaltung. Gemeinsam mit 13,1 Millionen Euro, die durch den Verkauf anderer Golden-Gate-Immobilien der Insolvenzmasse zufließen sollen, dürften die Gläubiger demnach auf eine Rückzahlung von 53 bis 78 Prozent ihres Anlagekapitals hoffen - je nachdem, ob das Krankenhaus versteigert wird oder nicht.

Überraschenderweise kam bei der Versammlung aber keine Entscheidung zustande. Grund: Kurz vor der geplanten Abstimmung verließen so viele Gläubiger den Saal, dass das vorgeschriebene Quorum für eine Beschlussfähigkeit nicht mehr erfüllt war. Voraussichtlich am 12. Januar soll nun eine neue Versammlung folgen. Um die Versteigerung des Klinikums abzuwenden, müssten dann mindestens 75 Prozent der Anwesenden in diesem Sinne votieren.

Als Asylunterkunft bräuchte das Land Sachsen das Areal schon von Mai 2015 bis August 2017. Einen Kauf des Klinikums, welches in den Neunzigern für 118 Millionen D-Mark saniert, aber 2007 geschlossen wurde, lehnt das Land ab. Golden Gate hatte das 4,2 Hektar große Areal vor sieben Jahren von der Bundeswehr für sechs Millionen Euro gekauft.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.12.2014

Jens Rometsch

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