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Zeitenwende im Leipziger Westen: Bahn investiert 130 Millionen Euro in Infrastruktur

Zeitenwende im Leipziger Westen: Bahn investiert 130 Millionen Euro in Infrastruktur

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt hat die Deutsche Bahn AG im Leipziger Westen ein umfangreiches Bauprogramm gestartet. Für rund 130 Millionen Euro werden 18 Teilprojekte verwirklicht, die Leipzigs Bahn-Infrastruktur für das 21. Jahrhundert fit machen sollen.

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Bahnhof Plagwitz

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Augenfällig werden die Aktionen vor allem an den Georg-Schwarz-Brücken in Leutzsch, an der Bahnbrücke über die Karl-Heine-Straße in Plagwitz und an der Antonienbrücke in Grünau.

Die Arbeiten zur Verlegung des Bahnhofes Leutzsch vom alten Standort Am Ritterschlößchen wurden im März gestartet und sind inzwischen für Passanten der Georg-Schwarz-Brücken unübersehbar. Denn die neue Station entsteht bereits auf den Gleisbereichen, die sich an den Nordseiten dieser Brücken erstrecken. Dort sind riesige Kipper und Bulldozer dabei, zwei Drittel der alten Gleisanlagen abzuräumen. "Wir erneuern im Leipziger Westen die bis zu hundert Jahre alte Infrastruktur vollständig, um damit die Grundlage für den Bahnbetrieb der nächsten Jahrzehnte zu schaffen", skizziert Projektleiter Arne Suschke den Hintergrund des ehrgeizigen Bahnbauprogramms im Leipziger Westen.

Neue Signalanlagen, Sicherungstechnik und drei elektronische Stellwerke in Leutzsch, Plagwitz und Großlehna seien dafür die Voraussetzung. "Damit ersetzen wir die veraltete Signaltechnik und zahlreiche mechanische Stellwerke. Die Weichen und Signale können dann künftig aus der Betriebszentrale am Leipziger Hauptbahnhof gestellt werden. In Leutzsch bauen wir außerdem die alten Abstellgleise zurück, die nicht mehr benötigt werden", so Suschke. "Wir wollen keine Anlagen mehr warten und instand setzen, die überflüssig sind. Außerdem wollen wir den Reisenden mit modernen Anlagen mehr Service bieten und mit einem ganz neuen Bahnhof in Leutzsch eine deutlich bessere Verknüpfung zu Straßenbahn und Bus herstellen."

Aus diesem Grund würden unter anderem die Bahnsteige des alte Leutzscher Bahnhofs abgebrochen, ebenfalls die sie verbindende Unterführung. Stehen bleibe allerdings noch das alte Bahnhofsgebäude, für das ein neuer Nutzer gesucht werde. Auch die Unterführung in der Rathenaustraße würden die Bahner nicht antasten. "Sie gehört der Stadt Leipzig."

Im Gegenzug entstehen nördlich der beiden Georg-Schwarz-Brücken drei neue Bahnsteige - einer an der stadtauswärts gelegenen Brücke, zwei weitere an der stadteinwärts gelegenen Brücke. "Alle drei neuen Bahnsteige werden von den Georg-Schwarz-Brücken erreichbar sein", beschreibt Suschke das Projekt. Dafür würden an beide Brücken insgesamt drei Personenübergänge angedockt, und zwar zunächst provisorisch, denn die Stadt will in einigen Jahren beide Brücken erneuern und dabei ihren Verlauf etwas ändern. "Die Bahnsteige werden künftig auch mobilitätsgerecht mit Aufzügen erreichbar sein."

Im nördlichen Gleisbereich der stadtauswärtigen Georg-Schwarz-Brücke entsteht ein Inselbahnsteig, an dem künftig Züge des Regionalverkehrs Richtung Großkorbetha halten sollen; an der wenige Meter entfernten stadteinwärtigen Brücke - unter der bereits ein großer Brückenpfeiler abgetragen wurde - ist wegen der geringeren Gleisabstände kein Mittelbahnsteig möglich, deshalb entstehen zwei Außenbahnsteige, die mit separaten Stegen an die Brückenkonstruktion angedockt werden. "Der Zeitplan sieht vor, dass im September/Oktober der Bau des Inselbahnsteiges und dessen linken Außengleises beginnt", so Suschke. "Das rechte Außengleis in Richtung Plagwitz soll dann im Mai/Juni 2011 entstehen. Geplant ist, dass der Inselbahnsteig am 24. Juni 2011 komplett in Betrieb geht."

Die Gleise unter der stadteinwärtigen Georg-Schwarz-Brücke sollen im Juli bis auf ein Gleis außer Betrieb gehen und demontiert werden, um Platz für die beiden neuen Außenbahnsteige zu schaffen. "Auch das dort noch stehende alte Stellwerk LS kommt dann weg", sagt der Projektleiter. Bis zum 24. Juni 2011 sollen dann dort wieder zwei neue Gleise liegen, auf denen Züge des Regional- und S-Bahn-Verkehrs Richtung Plagwitz beziehungsweise Gaschwitz fahren werden und an den beiden dann ebenfalls fertigen Außenbahnsteigen halten können.

Ein ähnliches Schwergewicht wie die beiden Georg-Schwarz-Brücken ist im 130 Millionen Euro teuren Investitionspaket die Eisenbahnbrücke, die die Karl-Heine-Straße überspannt. Weil die Arbeiten auch hier bei laufendem Verkehr stattfinden müssen, wird die alte Brückenkonstruktion zunächst nur zur Hälfte abgebrochen. "Die neue östliche Brückenhälfte soll bis Ende Juni 2011 stehen", so Suschke. "Die westliche Hälfte wird dann im Juli 2011 abgebrochen und bis Ende 2012 neu errichtet."

Auch bei diesem Teilprojekt sollen die alten Bahnsteige des Plagwitzer Bahnhofs abgebrochen und dichter am neuen Brückenbauwerk neu entstehen. "Ihre Zugänge werden direkt an die Karl-Heine-Straße anbinden", betont Suschke. Der erste - östliche - Bahnsteig nebst Zugang entstehe von April bis Juni 2011, der westliche von Februar bis April 2012.

Passanten der Antonienbrücke können ebenfalls sehen, dass die Bahner die Gleisanlagen in Richtung Bahnhof Plagwitz mächtig abgeräumt haben. Denn Ziel des Investitionspaketes ist auch die Erhöhung der Geschwindigkeit beim Ein- und Ausfahren aus den Bahnhöfen. Unter der Antonienbrücke werden deshalb zwei völlig neue Hauptgleise und zwei neue Überholungsgleise errichtet. "In diesem Zusammenhang bauen wir auch die S-Bahn-Kurve in Richtung Miltitzer Allee neu", betont Suschke. "Die Kurve bekommt dabei gleich noch eine Radiuserweiterung, um künftig mit höheren Geschwindigkeiten zu fahren." Auch hier drückt die Bahn aufs Tempo: Alle Gleisarbeiten sollen bis Mitte 2011 fertig sein, ohne dass die Fahrgäste davon viel merken. "Wir arbeiten bei laufendem Betrieb", meint Bahnsprecherin Änne Kliem. "Die wenigen Sperrungen, die wir vornehmen müssen, werden vor allem in Nächten und an Wochenenden vorgenommen." Auch die Belastung der Anwohner werde durch die Zusammenfassung von 18 Bauprojekten zeitlich minimiert.

Andreas Tappert

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