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Lokales Zeitzeugin von DDR-Frauengefängnis Hoheneck gestorben
Leipzig Lokales Zeitzeugin von DDR-Frauengefängnis Hoheneck gestorben
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20:21 06.05.2018
Ellen Thiemann, hier 2013 auf der Leipziger Buchmesse zu Gast, ist gestorben. (Archivbild) Quelle: dpa
Leipzig

Mit Ellen Thiemann ist eine Zeitzeugin des berüchtigten DDR-Frauengefängnisses Hoheneck gestorben. Die 80 Jahre alte Journalistin erlag am Sonntag in Köln einer schweren Krankheit, wie der Verein Archiv Bürgerbewegung Leipzig unter Berufung auf den Sohn Thiemanns mitteilte. Ihr Tod sei ein großer Verlust, sie werde "bei der Aufarbeitung der Kommunistischen Diktatur und deren Verbrechen, aber auch im Kampf gegen die Verharmlosung und Verklärung der DDR-Geschichte" sehr fehlen. Das Archiv will ihren Nachlass und ihr Forschungsarchiv erschließen und der Forschung zur Verfügung stellen.

Thiemann, Jahrgang 1937, stammte aus Dresden. Mit ihrem Mann, dem Fußballer und Sportjournalisten Klaus Thiemann, plante sie Anfang der 1970er Jahre die Flucht in den Westen. Sohn Carsten schickten sie voraus, das Auto mit dem Elfjährigen wurde 1972 am Berliner Grenzübergang Invalidenstraße angehalten. Die Mutter nahm alle Schuld auf sich und wurde 1973 wegen Republikflucht verurteilt. Zweieinhalb Jahre war sie in Hoheneck, danach kaufte der Westen sie frei.

Die ehemalige Haftanstalt Schloss Hoheneck in Sachsen. Hier war Ellen Thiemann zu Lebzeiten in Haft. (Archivbild) Quelle: dpa

Ab 1978 arbeitete Ellen Thiemann als Redakteurin beim "Express" in Köln. Nach dem Mauerfall erfuhr sie, dass ihr Mann jahrelang IM der Stasi war, sie suchte nach Verantwortlichen und berichtete an Schulen über die unmenschlichen Zustände im ehemaligen Frauengefängnis. "Sie gab damit den Opfern der DDR-Diktatur eine Stimme", so der Verein.

LVZ

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