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„Zerquetschungsgefahr“: Nova Eventis räumt Probleme bei Mega-Party ein

Nova feiert „Zerquetschungsgefahr“: Nova Eventis räumt Probleme bei Mega-Party ein

Gedränge vor den Bühnen, überfüllte Gänge, lange Schlangen: Nach der Kritik an der Party am Samstag im Einkaufszentrum Nova Eventis räumt Centermanager Peter Lehnhardt Probleme ein. Die behördlichen Auflagen seien jedoch eingehalten worden.

Nach der Mega-Party „Nova feiert" im Nova Eventis bei Leipzig müssen sich die Veranstalter Kritik gefallen lassen. (Symbolfoto)
 

Quelle: dpa

Leipzig.  40 Künstler, zehn Floors, 7000 Besucher: Die von den Veranstaltern als „größtes Indoor-Event Mitteldeutschlands“ angepriesene Party im Einkaufszentrum Nova Eventis zog am Wochenende nicht nur zahlreiche Feiernde an, sondern im Netz auch massive Kritik auf sich. Schlechte Organisation, völlige Überfüllung und lange Schlangen an Einlass und Getränkeständen waren nur einige der Punkte, die Besucher den Veranstaltern bei Facebook vorwarfen. Wegen des großen Gedränges vor einer der Bühnen war am Samstagabend sogar von „Zerquetschungsgefahr“ die Rede.

Melanie Müller musste Auftritt unterbrechen

Am Montag äußerte sich Peter Lehnhardt, Centermanager des Nova Eventis, auf Nachfrage von LVZ.de zu der Kritik. Der 36-Jährige war am Samstag bei „Nova feiert“, das von der Leipziger Agentur Via Events organisiert wurde, selbst vor Ort und räumt ein, dass es die geschilderten Schwierigkeiten gab. „Einige Punkte waren alles andere als optimal“, so Lehnhardt. Insbesondere bei den Auftritten von Melanie Müller und Oliver Pocher hätten sich zu viele Besucher vor den Bühnen gedrängt. „Es hat uns überrascht, dass die beiden eine solche Magnetwirkung erzielen. Es gab dabei ordentlich Gerangel, das war nicht schön“, schilderte Lehnhardt, der das Geschehen von oben zusammen mit Sicherheitsexperten beobachtete.

Wie brenzlig die Situation zeitweise war, belegt ein von der Bild-Zeitung veröffentlichter SMS-Verkehr zwischen den Veranstaltern und dem Management von Melanie Müller. „Melanie muss Pause machen. 10 Minuten. Sonst droht Zerquetschungsgefahr“, schrieben die Organisatoren. Lehnhardt bestätigt, dass die Konversation stattfand. Der Auftritt der Ex-Dschungelkönigin sei aufgrund der Probleme auf eine gute halbe Stunde gekürzt worden. Mehrere Fans aus der ersten Reihe hätten, aufgrund des großen Drucks von hinten, auf die Bühne geholt werden müssen.

Veranstalter sahen keinen Grund für Abbruch

Die Lage sei jedoch jederzeit unter Kontrolle gewesen, betont Lehnhardt. „Hätten wir gesehen, es eskaliert, hätten wir sofort die Fluchtwege geöffnet.“ Durch 20 Notausgänge könne das Center innerhalb von Minuten evakuiert werden, dies würden alleine schon die hohen Brandschutzvorkehrungen vorschreiben. Vergleiche von Facebook-Nutzern mit der Loveparade-Katastrophe von Duisburg will Lehnhardt deshalb nicht gelten lassen. Die konkrete Gefahr einer Massenpanik habe zu keinem Zeitpunkt bestanden. „Ein Abbruch des Konzerts hätte genau ins Gegenteil umschlagen können, daher haben wir uns dagegen entschieden.“

Nach Informationen des Centermanagements und der Sanitäter vor Ort sei auch niemand im Gedränge verletzt worden. „Wir haben viele Berichte gelesen von Besuchern, die Spaß hatten. Es ist ja immer auch ein subjektives Gefühl, wenn man da drin steht. Als robuster Typ macht es mir weniger aus als einer 17-Jährigen, die sich vielleicht bedrängt fühlt.“ Mit sogenannten „Muttizetteln“ hatten auch zahlreiche Minderjährige Einlass zu der Party gefunden, bei der erst am Sonntagmorgen um 5 Uhr die Lichter angingen. Zu den auftretenden Künstlern zählten unter anderem auch Stereoact, Golden Toys, Disco Dice und Sidney King.

Behörden ließen maximal 7000 Besucher zu

Wenn man eine solche Veranstaltung in dieser Größenordnung zum ersten Mal organisiere, gebe es immer „blinde Flecken“, wie es Lehnhardt formulierte. Allerdings besitzt das Center bereits Erfahrungen mit Großevents wie „Mitteldeutschland tanzt“, das 2008 und 2009 sogar noch mehr Menschen anlockte. Kritik, dass am Samstag zu viele Besucher Einlass fanden, weist der Manager zurück. Von den Ordnungsbehörden waren seinen Angaben zufolge maximal 7000 Menschen zugelassen. Mehr Besucher hätten sich zu keinem Zeitpunkt im Center befunden. „Wir haben Zählanlagen an den Eingängen, die das erfassen“, so Lehnhardt.

Vor allem an den Abendkassen, wo noch rund 1000 Tickets verfügbar waren, gab es jedoch einen großen Andrang. "Wir haben schon um 21.15 Uhr per Megafon durchgesagt, dass es keine Tickets mehr gibt, um unnötiges Anstehen zu vermeiden. Weder die Veranstalter noch wir haben damit gerechnet, dass bereits um 20.30 Uhr 2000 Leute vor dem Eingang stehen. Das hat uns völlig überrascht“, so Lehnhardt. Veranstaltungsbeginn war erst um 22 Uhr. Viele Fans mussten lange in der Kälte ausharren. In sozialen Medien war unterdessen von Ticket-Fälschungen die Rede – einige Besucher hätten sich die etwa 15 Euro teuren Eintrittskarten einfach kopiert, akribische Kontrollen hätten nicht stattgefunden, heißt es. Der Veranstalter Via Events war dazu am Montag nicht zu erreichen. Er hatte sich bereits am Sonntag in einem Facebook-Posting für die Probleme entschuldigt.

Wiederholung fraglich

Ob es eine Neuauflage von „Nova feiert“ geben wird, ist offen. „Nur wenn wir zu 100 Prozent überzeugt sind, dass so etwas nicht wieder vorkommt, wird es eine Wiederholung geben“, so Lehnhardt. „Wir werden das jetzt erst einmal sacken lassen und alles in Ruhe sortieren.“

Von Robert Nößler

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