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Lokales Zetkin-Park: Stadt wirbt für faire Spielregeln – und setzt dabei auf die Vernunft der Leipziger
Leipzig Lokales Zetkin-Park: Stadt wirbt für faire Spielregeln – und setzt dabei auf die Vernunft der Leipziger
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07:00 06.07.2017
Alle lieben ihn: Zum Chillen, Radeln, Grillen, Quatschen, Ball spielen zieht es viele Leipziger in den Clara-Zetkin-Park. Die Stadt wirbt nun um Fairness und Rücksichtnahme. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Er ist beliebt wie kein anderer: der Clara-Zetkin-Park. Der Stadtrat wird das Entwicklungskonzept für Leipzigs größte Parkanlage, das auch mit Bürgern diskutiert wurde, frühestens im September beschließen. Seit fast einem Jahr läuft im Vorgriff die Fairnesskampagne „Unser Park“, für die derzeit verstärkt geworben wird. Auf großformatigen Aufstellern ist der Park als Karte abgebildet, die Erholungssuchenden zeigen, wo Ballspielplätze, Cafés, Toiletten oder Grünflächen zu finden sind, die zum Entspannen einladen. Oder eben auch der nächste Müll-Container. „Es gab sehr viele Anregungen von Bürgern, die sich an der Diskussion um unser Entwicklungsprozess beteiligt haben“, sagt Rüdiger Dittmar, Leiter des Amts für Stadtgrün und Gewässer. „Fairness und gegenseitige Rücksichtnahme – dies wurde dabei immer wieder angesprochen.“ Daher hat die Stadt nun härtere Regeln aufgestellt, was wo im Park gewünscht ist und was nicht. So gibt es beispielsweise Wiesen, auf denen Fußball gespielt werden darf. Auf anderen hingegen nicht. Oder Flächen, in denen Standgrills (keine Einweggrills!) erlaubt sind.

Es gibt verschiedene Zonen: Liegewiesen für Freizeit/Entspannung und Spiel (vielfältige Nutzung erlaubt), Langgraswiesen (Rückzugsräume für Kleinlebewesen im Sinne des Naturschutzes), Extra-Bereiche für gemäßigte Aktivitäten sowie Wiesen auf denen Fußball, Handball oder Volleyball gespielt werden kann.

Doch wie sollen die Leute sich das merken? Hinweisschilder an der jeweiligen Wiese gibt es nicht. Popularisiert wird dies über Planen an Bauzäunen im Park sowie Flyer, die beispielsweise bei den Gastronomen ausliegen. Zur Orientierung in der weitläufigen Parkanlage hilft eine neue benutzerfreundliche Karte auf der stadteigenen Homepage leipzig.de, die mit allen Geräten, also auch im Park mit dem Smartphone nutzbar ist. „Wir arbeiten bewusst nicht mit Verbotsschildern. Auf Langgraswiesen ist das Gras hoch. Das deutet doch schon darauf hin, dass hier kein Fußball gespielt werden sollte oder Grillen eben auch nicht ideal wäre“, sagt Dittmar. Dabei setzt die Stadt darauf, dass die Leute aufeinander Rücksicht nehmen und will auch künftig auf Schilder verzichten.

Dieses Jahr soll noch die „Fairnesszone Anton-Bruckner-Allee“ auf den Weg gebracht werden, damit Jung und Alt, Radfahrer und Fußgänger besser miteinander „fairbunden“ sind. Vorbild könnte Wien sein – dort sind solche Fairnesszonen am Donaukanal Wien markiert. „Wir gehen davon aus, dass die Markierung auf dem Asphalt erst mit der Saison 2018 erfolgt“, so Dittmar. Denn vorher gibt es noch diverse Genehmigungs- und Beteiligungsverfahren zu absolvieren.

„Die Rückmeldungen auf unsere Kampagne sind positiv“, zieht der Amtsleiter ein erstes Fazit. „Es gibt noch einige Probleme zu lösen, etwa beim Müll. Dennoch wäre es schön, dass die Menschen ihren Müll wieder mit nach Hause nehmen oder wenigstens in die bereitgestellten Container werfen.“ Bei Großcontainern habe die Stadt im Vorjahr aufgerüstet. Die Kampagne heißt bewusst „Unser Park“. Die gewünschte Botschaft: Wir kümmern uns alle gemeinsam!

Das Entwicklungskonzept, das der Stadtrat nach der Sommerpause diskutiert, definiert die Zukunft der Parkanlage in den Teilkonzepten: Wege und Verkehr, Nutzung und Ausstattung, Bäume und Sträucher sowie in einem nachhaltigen Parkmanagement. „Dieses Herzstück unserer Leipziger Grünstruktur muss in seinem Gesamterhaltungszustand wieder das angemessene Niveau bekommen. Zugleich soll um die Akzeptanz der Bürger für die zur langfristigen Erhaltung notwendigen Nutzungsregeln geworben werden“, so Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke). Das Konzept diene der Vorbereitung eines Instandsetzungs- und Investitionsprogramms für die Haushaltsberatungen 2019 und der folgenden Jahre. Eine laufende, anderthalbjährige Dauerbaustelle neigt sich inzwischen dem Ende zu: So wird das Areal rund um den Inselteich, der saniert wurde, noch im Juli wieder freigegeben.

Von Mathias Orbeck

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