Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Zika-Virus: Uni-Virologe sieht für Leipzig keine Gefahr
Leipzig Lokales Zika-Virus: Uni-Virologe sieht für Leipzig keine Gefahr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:10 05.02.2016
Die Tigermücke kann das Zika-Virus übertragen Quelle: EFE
Anzeige
Leipzig

Professor Uwe Gerd Liebert, Direktor des Instituts für Virologie am Uniklinikum Leipzig, sieht für Deutschland bisher keine Gefahr durch das Zika-Virus. „Alle hier gemeldeten Fälle waren einzelne Reiserückkehrer“, sagte Liebert gegenüber LVZ.de. Da das Virus durch Tigermücken übertragen wird, sei die Ansteckungsgefahr durch die Urlaubsrückkehrer in Leipzig und Sachsen sehr gering. „Das Zika-Virus ist seit 1947 bekannt, 1952 wurde es im Menschen nachgewiesen. Es gab bisher nur zwei Fälle, in denen das Virus durch Geschlechtsverkehr übertragen worden sein könnte“, sagt der Virologe. Über solche theoretischen Übertragungswege zu spekulieren, würde nur die Ängste der Bevölkerung schüren, meint Liebert.

Aber Reisende sollten über die Risiken Bescheid wissen, wenn sie in südamerikanische Länder fahren, und auch, wie sie sich davor schützen können. Im Falle der Tigermücken seien die Präventionsmaßnahmen vor allem lange Hosen und T-Shirts, Repellentien zur Mückenabwehr und nachts ein Moskitonetz. Für einige sei die Reise aber dennoch nicht empfehlenswert. „Ich würde Schwangeren momentan davon abraten, in Brasilien Urlaub zu machen“, so der Instituts-Direktor.

Mögliches Risiko für Schwangere

Für den Menschen sei das Virus zwar ungefährlich, bei ungeborenen Babys sind sich die Forscher aber noch nicht sicher. Es kann sein, dass das Zika-Virus zur Mikrozephalie führen kann. Allerdings gibt es für diese Missbildung, bei der der Kopf des Kindes zu klein ist und deswegen Hirnschäden auftreten können, noch viele weitere Gründe, die nichts mit dem Zika-Virus zu tun haben. „Es fehlen noch die harten Fakten, dass das Zika-Virus wirklich zur Mikrozephalie führen kann“, so der Virologe. Die Zahl von 4.000 durch Zika geschädigten Babys sei mittlerweile stark nach unten korrigiert worden.

Mit Skepsis betrachtet er auch die Meldung, dass eine einmalige Infektion mit dem Zika-Virus denjenigen immun mache gegen die Krankheit. Das Zika-Virus, das in Uganda an Affen entdeckt wurde, unterscheide sich geringfügig von dem, das an Menschen nachgewiesen wurde. Das jetzt in Brasilien auftretende Zika-Virus scheint wieder etwas anders zu sein, so Professor Liebert. „Gut geschützt ist man nur gegen das Zika-Virus, mit dem man ursprünglich infiziert wurde“, erklärt er. Einen Impfstoff gegen das Virus gibt es bislang nicht.

Das Zika-Virus tritt vermehrt in Brasilien und anderen südamerikanischen Ländern auf. Übertragen wird es durch die asiatische oder ägyptische Tigermücke – Moskitoarten, die in Deutschland selten bis gar nicht zu finden seien. „Die Tigermücken sind eher in warmen Ländern an der Küstenregion heimisch“, erklärt Uni-Virologe Liebert.

Von Andrea Schrader

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lokales JCDecaux baut Fahrgastunterstände ab - Haltestellen ohne Wetterschutz machen Leipziger wütend

Die Aussicht, den nächsten Winter ohne Wetterschutz an Leipzigs Straßenbahnhaltestellen auf die Bimmel warten zu müssen, macht die Messestädter wütend. Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau bestätigte am Donnerstag einen LVZ-Bericht, wonach die Stadt nicht in der Lage ist, alle 502 Fahrgastunterstände nach dem Betreiberwechsel 2017 sofort zu ersetzen.

05.02.2016

Am Donnerstag kam die Tinte unter den Vertrag: Die Münchner Sana Kliniken Gruppe hat ihre Leipziger Medica-Klinik für ambulante Rehabilitation und Sportmedizin an die Berliner Median Kliniken GmbH verkauft. Das Kartellamt muss noch zustimmen.

17.03.2018

Etwa 5.000 Teilnehmer haben sich bisher für den 100. Katholikentag angemeldet, die Leipzig im Mai entdecken wollen. Viele der Gäste werden in Schulen untergebracht. Regulärer Unterricht ist daher nicht möglich – die Lehrer haben sich stattdessen andere Aktivitäten überlegt.

04.02.2016
Anzeige