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Zoff um Promotion an Leipzigs Uni: Klimaskeptiker fühlt sich kaltgestellt

Historische Temperaturdaten Zoff um Promotion an Leipzigs Uni: Klimaskeptiker fühlt sich kaltgestellt

Michael Limburg, der Vizepräsident des in Jena ansässigen Europäischen Institutes für Klima und Energie, wollte an der Leipziger Uni-Fakultät für Physik und Geowissenschaften promovieren – und scheiterte. Er sagt, das Verfahren wurde hintertrieben. Dekan Jürgen Haase erklärt, die Arbeit habe den wissenschaftlichen Anforderungen nicht genügt.

Areal der Leipziger Uni-Physik in der Linnéstraße.Foto: Christian Modla

Leipzig.

Rückblende: Betreut von Werner Kir- stein, der damals als Geografie-Professor an der Uni wirkte, hatte Limburg im März 2010 seine Promotion eingereicht, die sich mit der Qualität historischer Temperaturdaten befasste. Sein Befund: Zur Berechnung der globalen Mitteltemperatur sind sie nicht tauglich, weil mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Sie seien daher ungeeignet, um daraus fundierte Schlüsse, zur Begründung der Erderwärmung abzuleiten. „Da liegt ein breiter grauer Schleier drüber“, so der versierte Messtechniker. Beim Meeresspiegel wäre die Datenlage noch schlechter. Limburg gehört zu den sogenannten Klimaskeptikern, die der gängigen Lehrmeinung widersprechen, dass der industrielle CO2-Ausstoß die Temperaturen nach oben treibt. Opponiert wird damit auch gegen die Auffassungen des Weltklimarates. Das und die in seiner Dissertation vorgelegten Resultate hätten an der Fakultät dazu geführt, ihn auszubremsen.

Limburgs Kritik-Liste ist lang: Entgegen den akademischen Gepflogenheiten sei sein Betreuer Kirstein ohne Begründung nicht als Gutachter bestellt worden; nachdem die erste Promotionskommission rechtswidrig mit der Begründung, das Thema der Arbeit habe eine weitgehende politische Motivation, zurücktrat, sei die zweite unter Haases Vorsitz wieder interessengesteuert zusammengesetzt gewesen. Und die zwei Gutachter – einer von der Fakultät und ein externer – wären voreingenommen herangegangen und nicht zu den Kerngedanken seiner Dissertation vorgestoßen. Entstanden seien „Gefälligkeitsablehnungen“, auf deren Basis der Fakultätsrat die Arbeit durchfallen ließ, ohne dem Doktoranden die Möglichkeit zur Diskussion einzuräumen.

Nachdem Limburgs Widerspruch gegen das Negativ-Urteil von der Fakultät abgelehnt worden war, klagte er vor dem Leipziger Verwaltungsgericht. „Mein Kampfgeist war erwacht.“ Zur Verhandlung waren auch die zwei Gutachter als Zeugen geladen, doch zur Gegenüberstellung kam es nicht, stattdessen zu einem Vergleich, den Limburg als Sieg für sich reklamiert. Im Gerichtsbeschluss hieß es, die Uni bedauere die Fehler im persönlichen Umgang mit dem Kläger während des Promotionsverfahrens und die eingetretenen Verzögerungen. Es sei unglücklich verlaufen.

Limburgs Dissertation galt fortan als nicht an der Alma mater eingereicht, er konnte es mit ihr also andernorts nochmal versuchen. Und scheiterte wieder. Diesmal an der TU in Clausthal, die, so Limburg, formale Hürden errichtet habe, die erst nach längeren juristischen Auseinandersetzungen überwindbar gewesen wären. Den nötigen Kleinkrieg habe er jedoch gescheut und nun beschlossen, den akademischen Weg aufzugeben. „Ich habe gewusst, dass ich mit meiner Arbeit nicht nur auf Freunde stoßen werde, aber insgesamt hat mich das alles schockiert.“

Das hatte auch Limburg getan – und auf eigene Faust vier Gutachten eingeholt, die positiv ausfielen. Aber sie blieben unberücksichtigt. Der Fakultätsrat, so Limburg, habe damals seine Entscheidung gefällt, ohne diese Gutachten abzuwarten.

Von Mario Beck

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