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Lokales Zoff um den Golfpark Seehausen: Käufer spricht von Umweltskandal
Leipzig Lokales Zoff um den Golfpark Seehausen: Käufer spricht von Umweltskandal
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07:00 11.03.2016
Der Golfpark Seehausen (18-, 9-, 6-Loch-Anlage) entstand seit 1998 in mehreren Ausbaustufen. Dabei wurden immer wieder neue Gelände-Abschnitte modelliert.  Quelle: Fotos: André Kempner
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Leipzig

Ist der beschauliche Golfpark in Seehausen Schauplatz eines „gigantischen Umweltskandals“? Das behauptet der Leipziger Unternehmer Michael Klemmer, dem bereits der Golf&Country-Club in Machern gehört. Mit seiner Firma Vicus wollte Klemmer nun auch das Areal in Seehausen erwerben, dort unter anderem ein Clubhaus auf einem Berg mit Blick über Leipzig errichten. „Seehausen ist stadtnah, Machern mehr die schöne Landtour. Beides ergänzt sich ideal“, schwärmt Klemmer. Doch sein Projekt scheint gerade in die Brüche zu gehen.

6,1 Millionen Euro standen in dem Kaufvertrag, der am 16. März 2015 für das Areal in Seehausen geschlossen wurde. Bisheriger Besitzer: Franz Josef Lauer (80) aus Nürnberg, ebenfalls ein erfolgreicher Immobilienunternehmer. Doch im Herbst, so erzählt Klemmer, habe er Hinweise von Abbruchunternehmern erhalten. „Wir sollten uns dringend mal genau ansehen, was dort im Boden schlummert.“

Mit Erlaubnis der Verkäufer ließ Vicus vor Ort Proben entnehmen und vom Markkleeberger Umweltinstitut Synlab auswerten. Ergebnis: Ohne besondere technische Sicherungen hätte das Material nicht zum Modellieren neuer Berge, Hügel und Täler verwendet werden dürfen. „Nach unseren Schätzungen dürften es 600.000 bis 700.000 Tonnen kontaminierter Bauschutt sein“, erklärt der 48-Jährige. Weit über 15 Millionen Euro hätte es gekostet, dasselbe Material bei Recyclingfirmen abzuliefern.

Das bestreitet Rolf Hartmann energisch. Der Geschäftsführer des Golfparks Seehausen meint, Vicus wolle mit den Vorwürfen nur nachträglich den Kaufpreis senken. Das werde aber nicht gelingen. „Bei uns ist alles in Ordnung.“ Inzwischen reichten beide Seiten Klagen ein, auch eine Strafanzeige ist neuerdings anhängig. Die Landesdirektion sowie mehrere Dezernate der Stadt Leipzig haben auf Betreiben Klemmers eigene Prüfungen eingeleitet. Dabei geht es auch fehlende Baugenehmigungen für mehrere Anlagen auf dem Seehauserner Areal.

Was genau die Probebohrungen im Auftrag der Vicus AG ergaben, welche Gegenproben der Eigentümer des Golfparks Seehausen erstellen ließ und was das Umweltamt der Stadt zu alledem sagt, lesen Sie am Freitag, dem 11. März, in der gedruckten Ausgabe der LVZ sowie im E-Paper.

Von Jens Rometsch

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