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Lokales Zoll-Kontrollen in Leipzig im Vergleich zum Vorjahr um 70 Prozent gestiegen
Leipzig Lokales Zoll-Kontrollen in Leipzig im Vergleich zum Vorjahr um 70 Prozent gestiegen
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22:00 08.10.2017
Das Hauptzollamt Dresden hat seine Kontrollen in Leipzig deutlich erhöht. Quelle: dpa (Archiv)
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Leipzig

Das Risiko für Dumpinglohn-Firmen, bei unsauberen Praktiken vom Zoll erwischt zu werden, steigt. In Leipzig ist die Zahl der Kontrollen erstmals seit Jahren gestiegen. Das teilte die Industriegwerkschaft (IG) Bau Nord-West-Sachsen mit.

Danach kontrollierte das Hauptzollamt Dresden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres insgesamt 959 Betriebe – 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein im Baugewerbe prüften die Beamten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) 268 Arbeitgeber. Im Fokus standen dabei insbesondere illegale Beschäftigung, Lohn-Prellerei und Betrug bei der Sozialversicherung. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Grüne) an das Bundesfinanzministerium.

IG Bau begrüßt Kontrollen

Die IG Bau begrüßte die Zunahme der Prüfungen. „Es ist offenbar endlich die Botschaft angekommen, dass sich Schwarzarbeit nur durch mehr staatliche Kontrolle eindämmen lässt“, erklärte Bezirkschef Bernd Günther. Auch die Zahl der Kontrolleure ist gestiegen. Beschäftigte die FKS im vergangenen Jahr bundesweit noch 6865 Beamte, waren es im Juni bereits 7211, wie aus der Zoll-Auswertung des Finanzministeriums hervorgeht. Einen Grund zur Entwarnung sieht Günther dennoch nicht. Nötig seien bundesweit mindestens 10 000 Kontrolleure bei der FKS. „Solange eine Zoll-Visite die Ausnahme und nicht die Regel ist, haben Wirtschaftskriminelle ein zu leichtes Spiel“, so der Gewerkschafter.

Dies zeige sich gerade in der Baubranche. Dort würde oftmals nicht einmal der vorgeschriebene Mindestlohn gezahlt. So verhängte das Hauptzollamt Dresden allein für Verstöße gegen den Bau-Mindestlohn im ersten Halbjahr Bußgelder in Höhe von 96 500 Euro.

Von Klaus Staeubert

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