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Leipzig Lokales Das sind die neuen Tiere im Leipziger Zoo
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22:30 01.10.2018
Die Ameisenbären sind neu im Leipziger Zoo. Quelle: André Kempner
Leipzig

Einmal nach Südamerika, bitte! Nehmen wir den Leipziger Zoo beim Wort, der damit wirbt, dass man fremde Kontinente vor der Haustür entdecken kann. Die Anreise ist wirklich kurz – nach dem Passieren von Aquarium und Parthebrücke sind wir auch schon da. Linkerhand erstreckt sich „Südamerika“, die neueste, im Mai eröffnete Anlage. Ohne Visum und Grenzkontrolle kommen wir rein. Die Bewohner sind allerdings nicht direkt aus Südamerika eingeflogen. Sofern sie nicht schon in Leipzig lebten, sind sie aus Frankreich, England und Belgien, aus Berlin, München, Hannover und Ljubljana eingewandert. Aus Mexiko werden noch Nasenbären erwartet.

Südamerikanische Landschaften und zahlreiche neue Tierarten haben im Leipziger Zoo Einzug gehalten.

Drei Klimazonen im Schnelldurchlauf

An einer Tafel auf dem Besucherweg kann man sich informieren, durch welche Klimazonen und geografischen Regionen es gleich im Schnelldurchlauf geht: das artenreiche Feuchtgebiet Pantanal im Norden des Kontinents, die Grassteppe „Pampa“ in der Mitte und die trockene, wüstenreiche Landschaft Patagonien im Süden. In den kommenden Jahren baut der Zoo noch den Bereich Feuerland.

Es ist sonnig an diesem Nachmittag in Südamerika. Wie auf dem echten Kontinent, spielt sich das Leben draußen auf Straßen und Plätzen ab. Die Straße ist in diesem Fall der Besucherweg. Der Platz ist der Freisitz des Restaurants „Hacienda Las Casas“, wo man im Schatten sitzen und dem Treiben auf der Anlage zugucken kann. Kleinere Kinder vertreiben sich die Zeit auf dem zehn Meter langen Amazonas-Kletterdampfer oder am Meerschweinchen-Areal.

Entschleunigung im Grünen

Für gestresste Großstadtbürger stellt sich beim Blick auf die Südamerika-Anlage, die aus vier Teilbereichen besteht, pure Entschleunigung ein. Zum Greifen nah grasen Wasserschweine und Pampashasen friedlich nebeneinander und halten den Rasen kurz. Sie zoffen sich nicht, sie meckern sich nicht an, sie tolerieren sich einfach und kümmern sich nicht weiter umeinander. Die Pampashasen haben in dieser Idylle zwischen den Pampasgräsern auch schon Nachwuchs bekommen. Nabelschweine dösen im Schatten.

Geburt vor den Augen der Besucher

Weiter hinten wird an diesem Nachmittag der nächste Nachwuchs geboren – eine Guanako-Dame bringt direkt auf der Anlage vor den Augen der Besucher ein flauschiges Jungtier zur Welt. Während sie das kleine Mädchen trocken leckt und das Jungtier schon die ersten Aufstehversuche unternimmt, kommen die drei anderen Guanakos immer wieder vorbei, um den Nachwuchs zu beäugen und zu beschnuppern. „Einwandfrei“, erfreuen sich Manfred Kugler (75) und Werner Schier (65) aus der Oberpfalz an dieser „wunderschönen Anlage“. Sie schießen viele Fotos und sind extra deshalb nach Leipzig gekommen, um den Zoo zu besuchen.

Auch den Fröschen gefällt’s

Die neue Südamerika-Anlage erstreckt sich dort, wo früher die Roten Pandas, Leoparden, Dallschafe und Wildpferde lebten, bis hin zum Tierkindergarten. Anfang des Jahres war dort noch Baustelle, auf der die untersten Erdkrümel nach oben gebaggert wurden. Doch jetzt wirkt das Gelände wie seit hundert Jahren natürlich gewachsen, mit seinen alten Bäumen und den Wasserlinsen auf dem Flusslauf. Trotz der Dürre der letzten Monate sehen Wiese und Pflanzen unglaublich grün und akkurat aus. Der Zoo hat mit Gießen, Düngen und Mähen kräftig nachgeholfen. Etliche Frösche sind bereits aus dem Rosental eingewandert, ein Maulwurf wurde gesichtet, und eine waschechte Leipziger Entenmama watschelte mit ihren Jungtieren neulich energisch schnatternd zwischen den Nabelschweinen hindurch. Südamerikanisch-sächsische Koexistenz!

Futtermischung wird noch erprobt

Wer den Platz unterm Sonnenschirm irgendwann doch verlässt, kann vom hölzernen Besucherweg aus die Tiere Südamerikas von oben betrachten. Linkerhand zieht ein skurriles Ameisenbär-Paar seine Runden. Die Krallentiere mit ihrer rüsselartigen Schnauze sind neu in Leipzig und verlangen dem Zoo einiges ab: „Sie fressen Ameisen und Termiten, die wir ihnen so nicht bieten können. Deshalb mischen wir Ersatzfutter zusammen und sind damit auch noch in der Erprobung“, erzählt Kurator Ruben Holland (39).

Teambildung bei den Nasenbären

Die Ameisenbären nutzen ihr Areal vorläufig alleine. Ihre Mitbewohner sind die Mähnenwölfe, die vorerst nur im Wechsel mit den Ameisenbären auf die Anlage gehen. Außerdem gehören zwei Nasenbären zur „WG“, doch auch die leben im Moment hinter den Kulissen. Denn Männchen Hugo und Weibchen Pina stecken noch mitten in der „Teambildung“. Außerdem müssen erst weitere Vorkehrungen getroffen werden, damit die beiden Ausbruchskünstler nicht unerlaubt ihrer Wege gehen. Aber zu Besuch über die Straße und zu den Nachbarn dürfen die Nasenbären, das ist extra so vorgesehen. Dafür gibt es eine hölzerne Kletterleiter, die über die Köpfe der Besucher hinweg den einen Teilbereich der Anlage mit dem anderen verbindet.

„Reisefreiheit“ ist das Ziel

Stichwort Reisefreiheit: Sie soll in Zukunft zum Alleinstellungsmerkmal der Südamerika-Anlage werden. Ruben Holland, der Verantwortliche für diesen Bereich, plant etwas, das Neuland für die Zoowelt ist: Er will die Tiere wechselseitig auf den vier verschiedenen Teilbereichen zeigen. Perspektivisch will er auch untereinander mischen, wer mit wem den Tag verbringt. Nur Mähnenwölfe und Pampashasen lässt er nicht zusammen – zu groß wäre die Gefahr, dass das für die Pampashasen blutig endet. 

Von Kerstin Decker

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