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Lokales Zu viele Notärzte sorgen für Schieflage in Leipzig
Leipzig Lokales Zu viele Notärzte sorgen für Schieflage in Leipzig
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23:59 20.11.2013

Burgkhardt geht es um die sogenannte Notarzteinsatzrate (NER), die besonders an der Pleiße in die Höhe schnellt. "Genau genommen ist das ein Problem, mit dem ich mich schon seit 20 Jahren im Stadtrat herumschlage", schimpft Burgkhardt, der diesem Gremium als Chef der Bürgerfraktion angehört. Die NER, erklärt er, sei die Zahl der Notarzteinsätze je 1000 Einwohner in einem Jahr. Bei knapp 21 liege sie im bundesweiten Schnitt. "Nur in Leipzig beträgt sie nach aktuellen Erhebungen fast 57. Das ist mit die höchste Einsatzrate bundesweit." Gleichzeitig sei Leipzig die Stadt mit der höchsten Notarztdichte in der Bundesrepublik. Tags würden sieben bodengebundene Kollegen plus zwei Hubschrauberärzte vorgehalten, nachts fünf Notärzte, listet Burgkhardt auf. "Das ist genauso viel wie in Köln. Nur: Köln hat auch doppelt so viele Einwohner."

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Immer dann, wenn ein neuer Bereichsplan für den Rettungsdienst zur Abstimmung im Rat anstand, habe er auf dieses Problem aufmerksam gemacht,. "Der Plan beschreibt stets den linearen Anstieg der Zahlen, fordert neue Fahrzeuge und Personal, geht aber den Ursachen dieses Anstiegs nie auf den Grund", kritisiert der Mediziner. Für ihn sei der Knackpunkt nämlich der: "Bei genauerem Hinsehen handelt es sich bei den von Notärzten versorgten Patienten zu gut 40 Prozent um gar keine Notfälle. Da wird also offensichtlich das teuerste ambulante Versorgungssystem zu einem gerüttelt Maß als Hausbesuchsdienst genutzt. Und das kann nicht sein."

Der "eigentliche Skandal", so Burgkhardt weiter, sei dabei, "dass bei meinen wiederholten Begründungen für eine Umkehr der Oberbürgermeister nur milde lächelte, als würde ich eine mongolische Sure vortragen und sich niemand in der Stadtverwaltung für eine Bearbeitung des Themas verantwortlich fühlen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.11.2013

Angelika Raulien

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