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Lokales Zu viele Patienten in Leipzigs Notaufnahmen - nicht-akute Fälle werden häufer
Leipzig Lokales Zu viele Patienten in Leipzigs Notaufnahmen - nicht-akute Fälle werden häufer
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23:30 28.09.2014
Kommen und Gehen - rund um die Notfallaufnahme an der Uniklinik in der Liebigstraße herrscht niemals völlige Ruhe. Quelle: Volkmar Heinz

Georg wird berichtet, dass ein erheblicher Teil der Patienten in den Ambulanzen eigentlich in der Praxis eines niedergelassenen Arztes behandelt werden müsste. Dieser Anteil liege zwischen 15 und 50 Prozent.

"Die Patienten, die keine Notfälle im eigentlichen Sinn sind, kommen aus unterschiedlichen Gründen", erklärt Stefanie Hanschke, Chefärztin der interdisziplinären zentralen Notaufnahme am St. Georg. "Zum Beispiel: keine Termine bei Facharztpraxen, Schmerzpatienten, Urlaub des Hausarztes, geschlossene Arztpraxen an Brückentagen." Das Verhältnis zwischen echten Notfall-Patienten und solchen, die nicht zwingend die Ambulanz aufsuchen müssten, liege in etwa bei 50:50, sagt Hanschke. Die Chefärztin will aber nicht ausschließlich von falschen Notfällen sprechen. Die steigenden Fallzahlen in ihren Ambulanzen seien auch schlicht auf die älter werdende Bevölkerung zurückzuführen.

Unter dem Strich sei jährlich eine Steigerung um derzeit mindestens 2000 Patienten in den Ambulanzen des St. Georg zu verzeichnen. "Daraus ergeben sich an Spitzentagen 150 bis 170 Patienten", erklärt Stefanie Hanschke. "Dies bedeutet für Personal und Räumlichkeiten eine überdurchschnittliche Belastung. Unser Haus hat darauf mit Personalaufstockung reagiert." Eine Ausweitung der Räumlichkeiten werde momentan geprüft, so die Chefärztin gegenüber der Leipziger Volkszeitung.

15 bis 20 Prozent der Patienten in der Zentralen Notaufnahme wären auch in einer niedergelassenen Praxis gut aufgehoben, schätzt André Gries, ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme am Universitätsklinikum Leipzig.

Bei hohem Patientenandrang in der Notaufnahme würden dadurch Ressourcen gebunden, und es könne gerade bei den nicht so schwer erkrankten oder verletzten Patienten zu längeren Wartezeiten kommen. Das Uniklinikum reagiert so auf das Problem: "Wir haben ein Anmeldekonzept, innerhalb dessen alle Patienten durch die Rettungsdienste vorher angemeldet werden und wir bereits vorab deren Versorgung planen können, um schnellstmöglich handeln zu können", erklärt André Gries. "Außerdem ist immer ein Facharzt vor Ort, der schnell und sicher entscheiden kann, welche Patienten welche Versorgung benötigen und in welcher Reihenfolge."

Insgesamt gelangen am Uniklinikum 50 Prozent der Notaufnahme-Patienten über den Notarzt oder Rettungsdienst in die Ambulanz. "Die andere Hälfte kommt nach Überweisung oder selbstständig in die Notaufnahme", erklärt der ärztliche Leiter. In der Zentralen Notaufnahme des Uniklinikums werden insgesamt jährlich rund 34.000 Notfallpatienten versorgt, im St. Georg waren es vergangenes Jahr 47.000 (nach Angaben der Häuser).

Beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie sowie der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie in Halle/Saale konstatierten Experten am Wochenende, dass teils mehr als 30 Prozent der Notfallpatienten älter als 80 Jahre seien. Dieser Gruppe müsse man mit Behandlungsmethoden und Strukturen in der Notfallversorgung gerecht werden, hieß es. Nötig seien eine verstärkte Zusammenarbeit von Kliniken mit niedergelassenen Ärzten sowie mit stationärer und ambulanter Pflege.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.09.2014

Björn Meine

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