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Zu wenig Papierkörbe: Leipzig ist Schlusslicht bei Städtevergleich

Zu wenig Papierkörbe: Leipzig ist Schlusslicht bei Städtevergleich

Immer mehr Menschen lockt das schöne Wetter ins Freie. Die Kehrseite: In Parks, aber auch auf Straßen und Plätzen bleibt immer mehr Müll zurück. Kein Wunder: Oftmals wissen die Leipziger gar nicht wohin mit Pappbechern, Tellern und Verpackungen.

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Es könnte mehr geben: Papierkörbe in Leipzig.

Quelle: Stephan Lohse

Die Sonne lacht. Bis Jahresende will die Verwaltung nun ein Papierkorb-Konzept vorlegen. Im Johanna- und Clara-Park sollen danach deutlich mehr Behälter aufgestellt werden.

In Leipzig verteilen sich derzeit 2978 öffentlichen Papierkörbe auf 978 Standorte. Vor acht Jahren waren es noch 3331 Abfallbehälter. In einer Antwort auf eine Anfrage der CDU-Ratsfraktion räumt das Umwelt- und Ordnungsdezernat sogar ein, dass das "Papierkorbnetz in der Stadt Leipzig auf niedrigstem Niveau ist". Dies sei das Ergebnis eines Vergleichs von elf deutschsprachigen Großstädten.

Frank Richter, Betriebsleiter der Leipziger Stadtreinigung, wundert sich darüber nicht: "Wir haben zu wenig Personal, deshalb kann nicht mehr so oft geleert werden und es kommt zur Überfüllung. Die Kommune müsste aus ihrem Haushalt mehr Geld zur Verfügung stellen, damit wir wenigstens wieder auf die Personalstärke von vor sieben, acht Jahren kommen."

2006 konnte der kommunale Betrieb noch sieben Mitarbeiter mit sieben Fahrzeugen zur Papierkorbleerung einsetzen. Heute sind fünf Beschäftigte auf vier Fahrzeugen unterwegs. 200 000 Euro weniger als 2006 stehen für die Papierkorbentsorgung zur Verfügung. Die Folge: Die Leerungszyklen vergrößerten sich. An Haltestellen werden die Behälter statt alle zwei, inzwischen nur noch alle drei Tage geleert. Nach Grünau kommt die Stadtreinigung drei- statt fünfmal pro Woche.

"Natürlich hat das Auswirkungen auf die Sauberkeit in der Stadt", sagt Richter. Allerdings hätten sich auch die Gewohnheiten der Menschen geändert. "Wurden in den 90ern gerade mal Papiertaschentücher in die Abfallbehälter geworfen, ist die Anzahl der so genannten To-go-Produkte, also beispielsweise voluminöser Getränkebecher, in den letzten Jahren stark angestiegen", erläutert er. Seiner Meinung nach sei die Verkürzung der Leerungsabstände daher noch wichtiger als einfach mehr Papierkörbe aufzustellen.

Auch im Dezernat von Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) sieht man das so: Ohne weiteres Personal und Technik "kann das Niveau der Papierkorbentsorgung nicht wesentlich erhöht werden". Daher würden derzeit weitere Finanzierungsmöglichkeiten auch außerhalb des städtischen Haushaltes geprüft. So denkt man im Rathaus darüber nach, Werbung auf den Behältern zuzulassen und so zusätzliche Mittel einzuspielen.

Mit dem Geld ließen sich dann Verbesserungen im System finanzieren, beispielsweise in den Parks, wo derzeit zwischen drei- und viermal pro Woche die Behälter geleert werden. Im Johannapark ist vorgesehen, die Zahl der Papierkörbe von derzeit 21 auf 30 zu erhöhen, im Clara-Zetkin-Park von 66 auf 103.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.06.2014

Klaus Staeubert

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