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Zu wenig altersgerechte Wohnungen in Leipzig - Forscher stellen Studie vor

Zu wenig altersgerechte Wohnungen in Leipzig - Forscher stellen Studie vor

Die meisten älteren Leipziger wohnen in einer nicht oder nur teilweise altersgerechten Wohnung. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Fachhochschule Erfurt zusammen mit der Stadt Leipzig durchgeführt hat.

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Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Befragt wurden 1500 zufällig ausgewählte Einwohner im Alter von 50 bis über 80 Jahren. Die Erkenntnisse aus der Erhebung sollen zunächst exemplarisch im Stadtteil Schönefeld umgesetzt werden. Am Dienstag wurden die Resultate vorgestellt.

"Das Thema demografischer Wandel betrifft auch Leipzig. Zum Beispiel wird der Anteil der über 80-Jährigen an der Einwohnerzahl bis 2025 sich fast verdoppeln", schildert Stefan Heinig, Leiter der Abteilung für Stadtentwicklung. Bereits heute liegt der Anteil der über 65-Jährigen mit 22,7 Prozent über dem Bundesdurchschnitt (20 Prozent). Im Mittelpunkt der Untersuchung stehe die Frage, wie möglichst lange ein selbstbestimmtes Wohnen für Ältere sichergestellt werden könne, so Heinig.

Das Projekt, an dem neben der Erfurter Fachhochschule auch zwei Leipziger Wohnungsunternehmen (LWB und Kontakt) sowie die Stadt Gera beteiligt sind, soll bis 2012 laufen. "Gera bietet eine Vergleichsmöglichkeit hinsichtlich der Antworten der Befragten", erklärt Heinig weiter. Einen Wettbewerb zwischen den Städten bei der Umsetzung der Forschungserkenntnisse befürchtet Heinig allerdings nicht. In Gera gebe es teils andere Voraussetzungen als in Leipzig, zum Beispiel sei der Ort stärker von Abwanderung betroffen als die Messestadt. Die Studie ist ein erster Schritt. Künftig sollen Gesprächsrunden mit Anwohnern folgen, wie Wohngebiete konkret verändert werden müssen. "Darin werden auch die beiden Wohnungsunternehmen einbezogen, denn am Ende sollen Maßnahmen erfolgen", ergänzt Heinig.

Die Stadt möchte durch die Studie "Wohnen im Alter im Kontext der Stadtentwicklung" erfahren, welche Kriterien für ältere Menschen bei einer Wohnung wichtig sind. Altersgerecht und mit guter Anbindung an die Infrastruktur lautet hier die Antwort. Auch kurze Wege zum Beispiel zu Massage- und Fußpflegeangeboten sowie zum Arzt sind den Befragten wichtig. Mit 46 Prozent ist die nicht-altengerechte Wohnung der Hauptgrund für einen Umzug im Alter.

Wollen die Wohnungsunternehmen ihre treuen Mieter halten, viele leben seit mehreren Jahren in einer Wohnung, müssen sie die Behausung altersgerechter gestalten. Für Heinig eine lohnende Investition in die Zukunft, die nicht nur den Älteren zugute kommt. "Wenn ein Rollator in einen Hausflur passt, dann auch ein Kinderwagen. Wir können also auch zu mehr Familienfreundlichkeit beitragen."

So soll es im Leipziger Stadtteil Schönefeld geschehen. Dort leben relativ viele Menschen im fortgeschrittenen Alter, weshalb das Gebiet als eine Art Modell ausgewählt wurde. "Viele der Häuser wurden in den 1960er bis 1980er Jahren erbaut und haben keinen Fahrstuhl", weiß Heinig. Und die baulichen Voraussetzungen seien in Schönefeld nicht schlechter als in anderen vergleichbaren Gegenden wie Grünau oder Lößnig.

Die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) hat im Gebiet Schönefeld-Ost einen Wohnungsanteil von 40 Prozent. In Neustadt-Neuschönefeld gehören ihr 1180 von insgesamt 6886 Wohnungen. Sprecher Gregor Hoffmann sagt: "Einen konkreten Umbauplan für die LWB-Wohnungen basierend auf der Studie gibt es noch nicht. Wir sind aber auch nicht die einzigen Wohnungsanbieter in Schönefeld." Er zählt bisher erfolgreiche Projekte wie das Duncker-Viertel oder den Bereich der Mozartstraße/Simsonstraße auf, wo die LWB bereits altersgerechte Wohnungen geschaffen haben. "Wichtig ist dabei nicht nur der bauliche Zustand der Wohnung, sondern auch das Umfeld. Es muss soziale Angebote geben", so Hoffmann.

Was genau altersgerechtes Bauen bedeutet, ist nicht klar formuliert. Dabei muss es aber nicht nur um Senioren gehen, sondern auch für Kinder kann altersgerecht gebaut werden. Konkretere Beispiele gibt es dagegen für den Begriff "behindertengerecht". Dazu gehört, dass Türgriffe in der richtigen Höhe für Rollstuhlfahrer angebracht sind und Türen breiter sowie schwellenlos gestaltet werden. Generell muss die Behausung barrierefrei sein.

Reik Anton

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