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Zugang zum Gymnasium: In besseren Vierteln ist die Quote höher

Bildungsempfehlung Zugang zum Gymnasium: In besseren Vierteln ist die Quote höher

Oberschule oder Gymnasium? Diese Bildungs-Weiche wird nach der 4. Klasse gestellt. Das geschieht anhand der Bildungsempfehlung, die den Schülern von ihren Lehrern ausgestellt wird. Interessant: In welche Richtung sich die Weiche verschiebt, ist auch vom Wohnort abhängig.

Blick in ein Klassenzimmer.

Quelle: dpa

Leipzig. Das geschieht anhand der Bildungsempfehlung, die den Schülern von ihren Lehrern ausgestellt wird. Interessant: In welche Richtung sich die Weiche verschiebt, ist auch vom Wohnort abhängig. Das geht aus einer kleinen Anfrage der Grünen-Politikerin Petra Zais an die sächsische Staatsregierung hervor.

In Leipzig schlagen 50,4 Prozent der Schüler - das sind 1739 Kinder - den Weg zum Gymnasium ein. Die Messestadt liegt damit vier Prozent über dem sächsischen Durchschnitt. Der Unterschied zwischen den 66 öffentlichen Grundschulen der Stadt ist allerdings enorm.

An zehn Bildungseinrichtungen liegt die Quote unter 30 Prozent, an neun über 70. Vor allem in den zentrumsnahen Schulen liegt der Satz deutlich über dem Mittel. Absolute Spitze, sogar sachsenweit, ist die Schule 5 im Stadtbezirk Mitte. Von 44 Kindern meistern dort 41 die Hürde Bildungsempfehlung (93,2 Prozent). Dagegen schaffen es im Norden an der Hans-Kroch-Grundschule oder im Osten an der Wilhelm-Wander-Schule nur 16,7 Prozent. "Es gibt Unterschiede. Die werden relevant, wenn diese sich manifestieren", sagt Bildungsagentur-Leipzig-Sprecher Roman Schulz. "Wenn Schulen fünf Jahre lang deutlich über oder unter dem Mittel liegen, dann ist es kein Zufall mehr." Das sei nicht der Fall.

 Fakt ist, dass an Schulen, wo der Migrantenanteil hoch ist - also erst Deutsch erlernt werden muss - und dort, wo sozial schwache Familien sich eine Wohnung noch leisten können, weniger Kinder den Weg auf das Gymnasium schaffen. In Vierteln dagegen, wo die Mieten sehr hoch sind, kehrt sich das Bild um. Beispielsweise im Waldstraßenviertel, dem Einzugsgebiet der Lessingschule (75,7 Prozent) sowie in der Schule 5 (93,2). Oder in Schleußig, in der Schule am Auwald (76,8). Für die Leiterinnen Bettina Goebecke (Schule 5) und Barbara Passira (Auwald) ist die gute Quote in ihren Häusern kein Zufall. Beide betonen die Tatkraft der Mütter und Väter. "Die Eltern sind sehr an der Bildung ihrer Kinder interessiert - das ist das A und O", begründet Passira. "Die Elternhäuser im Einzugsgebiet sind sehr bildungsnah", fügt Goebecke an, deren Einrichtung vor vier Jahren aus der Außenstelle der Lessingschule hervor ging. "Unser Team ist motiviert und engagiert, vielleicht hängt es auch damit zusammen."

factbox

Die Tür des Gymnasiums steht jenen Schülern offen, die eine Bildungsempfehlung dafür erhalten. Die erhält, wer in den Fächern Deutsch, Mathe und Sachunterricht auf dem Halbjahreszeugnis oder am Ende der 4. Klasse einen Notendurchschnitt von 2,0 oder besser erreicht. Außerdem darf das Kind in keinem dieser Fächer schlechter als Drei sein. Und: In die Bildungsempfehlung sollte auch das allgemeine Arbeits- und Lernverhalten des Schülers einbezogen werden, um zu zeigen, dass das Kind den Anforderungen des Gymnasiums gerecht werden kann. Wird entgegen der Bildungsempfehlung dennoch ein Gymnasium bevorzugt, so hat der Schüler die Möglichkeit an einer 60-minütigen Eignungsprüfung teilzunehmen, die mindestens mit der Note 2 bestanden werden muss. Dies geschieht auf Antrag der Eltern. Gegen diese bindende Bildungsempfehlung kann in Widerspruch gegangen werden – wird diesem nicht stattgegeben, bleibt der Klageweg offen.

 Die sachsenweiten Ergebnissen legen für die Grünen-Landtagsabgeordnete Petra Zais einen Verdacht nahe: dass über die Bildungsempfehlungen am Ende vor allem Schülerströme gesteuert werden sollen. Dem widerspricht Roman Schulz von der Bildungsagentur: "Die Bildungsberatung ist nicht stadtteilgebunden", sagt er.

Alexander Bley

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