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Lokales Zugbegleiter unterstellt Leipziger Schwarzfahrt
Leipzig Lokales Zugbegleiter unterstellt Leipziger Schwarzfahrt
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00:27 18.01.2016
Ein Triebwagen des Typs Talent 2 der S-Bahn Mitteldeutschland. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Wer sich in diesen Wochen mal so richtig den Tag versauen will oder die Halsschlagader bis kurz vors Platzen aufpumpen möchte, sollte S-Bahn fahren. Seit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember häufen sich bis auf wenige normal verlaufende Tage die Beschwerden. Teils sind die Umstände von der Bahn nicht zu beeinflussen wie die gestrige wiederholte Automatensprengung (zwischen den Haltestellen MDR und Engelsdorf) sowie die Bombenentschärfung am Donnerstag. Teils sind sie hausgemacht wie das tageweise fehlende Personal zum Enteisen von Weichen vorige Woche und andere Probleme (die LVZ berichtete).

Doch als wären all die Unannehmlichkeiten nicht genug, schießt die Bahn weitere Eigentore. Der Leipziger Sebastian Selbmann stieg jüngst am Arbeitsort Großkugel in die S-Bahn-Linie 3, um in seinen Wohnort Leipzig zu gelangen. Ein Zugbegleiter behauptete kurz darauf, er sei bereits in Halle zugestiegen und habe sich die gesamte Fahrt auf dem Klo versteckt. Angeblich könnten dies mehrere Reisende bestätigen. Folge für Selbmann: 60 Euro Bußgeld, ein dicker Hals und der Wille, Anzeige „wegen Unterstellung von Leistungserschleichung“ zu stellen.

„Ich habe mehrfach auf meine Unschuld hingewiesen“, erklärte der 26-Jährige der LVZ. Er sei im Besitz einer Monatskarte für die Strecke nach Großkugel. Auch die namentliche Benennung von Arbeitskollegen als Zeugen sowie eine spätere schriftliche Bestätigung des Arbeitgebers hätten zunächst nichts gebracht. Von der LVZ mit dem Sachverhalt konfrontiert, nahm sich die Bahn der Sache noch einmal an. Im Ergebnis eines vermittelten Gesprächs zwischen dem Leipziger und dem Leiter Produktmanagement, Frank Bretzger, „nehmen wir die Fahrpreisnacherhebung zurück“, teilte eine Bahn-Sprecherin jetzt mit. Eine Entschuldigung folgte – Tage später.

Von Martin Pelzl

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