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Lokales Zugvögel-Verein: Freiwilligendienst mal andersherum
Leipzig Lokales Zugvögel-Verein: Freiwilligendienst mal andersherum
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15:46 19.05.2015
Yogesh Kumar Jha (23, links), Marthe Uwababyeyi (24) und Nass Musomakweri (26) mit ihren Leipziger Betreuern Claudia Penseler (23) und Max Vogel (21). Quelle: Martin Pelzl

In Leipzig hat jetzt erstmals eine kleines Grüppchen ihr Vorbereitungsseminar absolviert.

Yogesh Kumar Jha (23) aus Nepal sowie Marthe Uwababyeyi (24) und Nass Musomakweri (26) aus Ruanda - allesamt Studenten mit unterschiedlichen Richtungen - sitzen gut gelaunt im Seminarraum nahe des Leipziger Markts. Sie sind gespannt, was das nächste Jahr bringen wird. "Eigentlich sollten es noch ein paar mehr Freiwillige sein, doch vor allem bei den Kandidaten aus Uganda gab es massive Probleme mit den Visa", erzählt Max Vogel (21), der als Ehrenamtler des Zugvögel-Vereins gemeinsam mit Claudia Penseler (23) die Einführungsstunden für die Gäste gibt. "Für uns ist es recht einfach, irgendwo auf der Welt sozial aktiv zu werden", erläutert der Politik- und Afrikanistikstudent den Hintergrund. Deshalb wolle man dies auch in umgekehrter Richtung möglich machen.

Marthe wird nach ihrer "leider viel zu kurzen Zeit" in Leipzig im Jugendzentrum Schöneberg in Berlin ihre Sozialarbeit leisten, Nass bei der Sportjugend in Mainz arbeiten und Yogesh in einem Seniorenzentrum in Balingen zwischen Stuttgart und Freiburg im Breisgau Dienst tun. Leben werden sie in Gastfamilien. "Die Aufzählung zeigt schon, dass wir künftig bei unserem Projekt auf viel Unterstützung aus Leipzig und Umgebung hoffen", sagt Claudia, die ab Oktober in Halle ihren Master im Bereich Natur- und Umweltschutz angehen möchte. Ebenso beim Thema deutsche Sprache, die allen Freiwilligen gleichzeitig mit vielen Einblicken in den Alltag vermittelt werden soll.

"Dank Claudia und Max haben wir uns hier vom ersten Moment an wie zu Hause gefühlt", erklärt Marthe, die ebenso wie Nass an den künftigen Arbeitsorten auch viel über Sitten und Gebräuche ihrer Heimat Ruanda informieren möchte. Yogesh will beim Einsatz im Seniorenheim nicht nur traditionelle nepalesische Kopfmassagen anbieten, sondern auch über die eigene Kultur sprechen und die "Menschen zum Lachen" bringen.

Die ersten Eindrücke der Freiwilligen sind vielschichtig. Er hätte nicht gedacht, "dass es hier so viel Landwirtschaft gibt", sagt Yogesh. Marthe hat noch nie "so viele, mehr als tausendjährige Kirchen" gesehen, Nass ist überrascht, dass er "um Geld angebettelt wurde" - im aus seiner Sicht doch so reichen Europa. Außerdem sei das deutsche Transportsystem für ihn sehr interessant. Und dass "hier so viel Fahrrad gefahren wird". "Zudem waren alle drei sehr beeindruckt vom Zeitgeschichtlichen Museum und der Darstellung der friedlichen Revolution", sekundiert Max, bevor der finale Teil des Seminars beginnt.

Gibt es nach wenigen Tagen schon etwas, was mit in die Heimat zurück soll? "Wie man alte Häuser so schön saniert" (Marthe), "deutsche Rezepte wie für Kartoffelpuffer" (Nass) und "die offene Art und Weise, wie die Deutsche miteinander kommunizieren" (Yogesh). Und eines wollen sie putzigerweise gleich alle mitnehmen: "Döner!"

@www.zugvoegel.org

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.09.2013

Martin Pelzl

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