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Lokales Zukunft der Leipziger Telekom-Hochschule ungewiss
Leipzig Lokales Zukunft der Leipziger Telekom-Hochschule ungewiss
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16:26 11.03.2018
Die Gebäude der Telekom-Hochschule entstanden 1952/53 nach einem Entwurf von Kurt Nowotny, der später als Architekt auch die Leipziger Hauptpost entwarf.  Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

 
 

Zusätzlich genährt werden die Spekulationen um die Zukunft der Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL)durch einen Grundstücksverkauf. Die Fläche an der Gustav-Freytag-Straße, auf dem sich die HfTL befindet, gehörte bislang dem in Leipzig ansässigen Immobilienunternehmen Vicus Group. Nun habe man den Campus an den Freistaat Sachsen veräußert, erklärte Vicus-Vorstand Michael Klemmer gegenüber der LVZ. „Wir unterstützen damit das Land Sachsen sowie die Stadt Leipzig bei der Umsetzung ihrer Kooperationsverträge mit der HTWK.“ Diese seien 2016 geschlossen worden, um den Hochschulstandort in Connewitz zu stärken. „In den letzten Jahren wurden die Stimmen für eine zunehmende Verzahnung von HTWK und HfTL immer lauter.“ Die Vicus Group habe den in den Verträgen enthaltenen Ansatz begrüßt, dass neben dem Ausbau des Wissenstransfers auch ein vereintes Campusgelände städtebaulich klug wäre.

Tatsächlich arbeiten beide Hochschulen seit mehreren Jahren immer stärker zusammen. So wurden 2015 die Bücherbestände der HfTL in die neue Bibliothek der HTWK überführt. Auch Labore, Mensa oder Sportangebote für die Studenten unterliegen teils einer gemeinsamen Nutzung. Allerdings gibt es auch gravierende Unterschiede. Der Größte: Die HTWK mit ihren über 6000 Studenten ist eine staatliche Einrichtung, die HfTL hingegen die letzte Fachhochschule im Privateigentum der Deutschen Telekom. Sie bildet dort nicht nur den Nachwuchs aus, sondern in berufsbegleitenden Kursen und Studiengängen auch etliche Telekom-Mitarbeiter.

Einrichtungen in Dieburg und Berlin-Tempelhof längst abgegeben

Vor der Jahrtausendwende unterhielt der Magenta-Riese noch drei eigene Fachhochschulen. Die Einrichtungen in Dieburg und Berlin-Tempelhof wurden nach der Privatisierung der Telekom aber aufgegeben und in staatliche Hochschulen eingegliedert. Etwa 2005 gab es schon einmal die Idee, das gleiche Modell auch in Leipzig anzuwenden. Doch der einzige Standort in Ostdeutschland konnte stattdessen seine Selbstständigkeit bewahren – mit neuem Namen und Konzept.

Offenkundig steht die Zukunft der kleinen, aber für Themen wie Datensicherheit und Internet enorm wichtigen Einrichtung nun wieder zur Disposition. Wie das sächsische Wissenschaftsministerium auf LVZ-Anfrage mitteilte, prüft die Telekom „derzeit Optionen für die weitere Entwicklung und Ausrichtung der Hochschule. Dem liegt das Bekenntnis zu Grunde: Die Deutsche Telekom will sich auch weiterhin langfristig für Lehre und Forschung in Leipzig engagieren“, so Ministeriumsreferentin Katharina Haas. „Bei der Prüfung werden verschiedene Möglichkeiten der Weiterentwicklung der HfTL diskutiert. Die Prüfung erfolgt ergebnisoffen.“ Außer dem Träger der privaten Hochschule und des Rektorats sei das Sächsische Wissenschaftministerium „in diese Überlegungen eingebunden“. Erst nach Abschluss der Gespräche könne Genaueres zu ihrem Inhalt und den Optionen gesagt werden.

Rektoren von HfTL und HTWK schweigen

Sowohl die Telekom als auch die Rektoren von HfTL und HTWK wollten sich zu Nachfragen der Redaktion nicht äußern. Sie verwiesen unisono auf die Erklärung des Wissenschaftsministeriums. Dieser sei gegenwärtig nichts hinzuzufügen.

Der erst Anfang 2017 als Ausgründung neu entstandene Staatsbetrieb Zentrales Flächenmanagement Sachsen (ZFM) bestätigte immerhin, dass der Freistaat das Grundstück mit dem Gebäude der Telekommunikationshochschule von der Vicus Group erworben hat. „Mit dem Erwerb verfolgt der Freistaat Sachsen das Ziel, den Hauptcampus der HTWK am Standort Connewitz perspektivisch auszubauen und zu stärken“, erläuterte Sprecherin Eileen Salzmann. „Die geplante Konzentration der Hochschule an diesem Standort und die damit verbundenen Synergien sollen die Bedingungen für Studierende und Personal verbessern sowie einen modernen Hochschulbetrieb sicherstellen. Splitterstandorte der HTWK im Stadtgebiet können damit langfristig konzentriert werden.“ Der Kauf sei ein „wichtiger Beitrag zur Stärkung des Hochschulstandortes“.

Von Jens Rometsch

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