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Zukunftsforscher: Wir werden in einer Gesellschaft von Menschen und smarten Maschinen leben

Künstliche Intelligenz Zukunftsforscher: Wir werden in einer Gesellschaft von Menschen und smarten Maschinen leben

Autos ohne Fahrer. Staubsauger, die selbstständig reinigen. Operationsroboter, die Ärzten assistieren. Wozu ist künstliche Intelligenz in der Lage? Wie wird die Robotik unser Leben verändern? Darüber sprach die LVZ im Vorfeld des am Donnerstag beginnenden 20. internationalen Robocups mit dem Zukunftsforscher Ulrich Eberl.

Zukunftsforscher Ulrich Eberl mit seinem Hausroboter Nao Bluestar.
 

Quelle: privat

Leipzig. Bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz und Robotern vollziehen sich nach Ansicht des Zukunftsforschers Ulrich Eberl (53) gegenwärtig revolutionäre Durchbrüche. „Die Maschinen lernen sehen und hören, sie lernen durch Beobachten und Nachahmen, sie verstehen die Inhalte von Texten“, sagte der in der Nähe von München lebende Biophysiker und Wissenschaftsautor in einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung. Und das sei erst der Anfang. „In den nächsten 20 bis 30 Jahren wird sich die Leistungsfähigkeit dieser smarten Maschinen mindestens nochmal vertausendfachen“, prophezeite er.

Der Einsatz von Robotern habe in den vergangenen Jahrzehnten zwar zum Verlust von unzähligen Arbeitsplätzen geführt. Gleichsam seien aber Millionen neuer Job entstanden, an deren Existenz vor 30, 35 Jahren noch niemand dachte. So gebe es heute weltweit schon 18 Millionen Softwareentwickler. Dieser Trend werde sich fortsetzen. Eberl erwartet in den nächsten Jahren vor allem eine Automatisierung von Routinetätigkeiten in den Büros. Betroffen sein werden Jobs in der Buchhaltung, in der Logistik, dem Einkauf oder bei Versicherungen. Auch Bankberater, Taxifahrer, manche Ärzte und Journalisten könnten durch Roboter ganz oder teilweise ersetzt werden. „Wir werden künftig in einer Gesellschaft von Menschen und smarten Maschinen leben“, sagte Eberl. Erst in der vergangenen Woche erschien von ihm sein neues Buch „Smarte Maschinen – wie Künstliche Intelligenz unser Leben verändert“. Der Mensch brauche die smarten Maschinen, um seine Energiesysteme umzubauen, seine Fabriken voranzubringen, aber auch um die älter werdende Bevölkerung zu unterstützen.

Das Thema künstliche Intelligenz und Robotik steht ab Donnerstag auf der Leipziger Messe im Mittelpunkt. Dort findet vom 30. Juni bis 4. Juli der 20. internationale Robocup statt. Er ist eines der international bedeutsamsten Technologie-Events auf dem Gebiet der Robotik. 500 Teams mit 3500 Teilnehmern aus mehr als 45 Ländern werden zur Weltmeisterschaft der Roboter erwartet. Ihre Maschinen treten unter anderem in verschiedenen Fußball-Ligen gegeneinander an. Die Robocup Federation verfolgt die Vision, mit autonomen humanoiden Robotern bis zum Jahr 2050 gegen den dann amtierenden Fußballweltmeister gewinnen zu können. Geöffnet ist der Robocup auf der Neuen Messe Donnerstag bis Sonnabend jeweils von 9 bis 18 Uhr, am Sonntag von 9 bis 16 Uhr. Am Montag findet dort ein wissenschaftliches Symposium nur für Fachbesucher statt.

Das vollständige Interview mit Ulrich Eberl lesen Sie in der Print- und E-Paper-Ausgabe der LVZ vom 29. Juni.

Von Klaus Staeubert

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