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Lokales Zum 135. Geburtstag Hermann Liebmanns - „ein Schutzschild der Republik“
Leipzig Lokales Zum 135. Geburtstag Hermann Liebmanns - „ein Schutzschild der Republik“
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18:52 17.08.2017
Hermann Liebmann Quelle: Quelle: www.smi.sachsen.de
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Leipzig

Der Name Hermann Liebmann fällt oft im Zusammenhang mit der nach ihm benannten Straße und Brücke in Leipzig-Volkmarsdorf. Meist stehen die Meldungen in Verbindung zur kreuzenden Eisenbahnstraße – meist sind sie negativ belegt. Viele wissen aber nicht, wer die Person war, die der Straße ihren Namen gibt. Zu seinem 135. Geburtstag am Freitag würdigen Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) und der SPD-Fraktionsvorsitzende im Sächsischen Landtag, Dirk Panter, das Wirken des Politikers.

Liebmann stehe für einen „engagierten und selbstverständlichen Kampf gegen die Feinde der Republik, das Ersticken nationalistischer Umtriebe und das Erkennen rechter Netzwerke“, so Ulbig. „Als Abgeordneter und Innenminister verstand er sich als Schutzschild der Republik“, schätzte der heutige Ressortchef das politische Handeln eines seiner Vorgänger ein.

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Torhüter René Adler (geboren 1985 in Leipzig) begann seine Karriere bereits mit sechs Jahren beim VfB Leipzig, bevor er 2000 zu Bayer 04 Leverkusen wechselte. Zuletzt stand er für den Hamburger SV im Tor.

Liebmann wurde am 18. August 1882 in Paunsdorf geboren. Nach den Recherchen des Historikers Dieter Kürschner (1935–2013), die er für den Verein Bürgerkomitee Leipzig anstellte, erlernte Liebmann den Beruf eines „Formers“ und trat 1905 der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) bei. Von 1913 bis 1933 arbeitete Liebmann als Journalist und war Redakteur der Leipziger Volkszeitung. Ab 1920 war er Mitglied des Sächsischen Landtages und leitete in den Jahren 1923 und 1924 das Sächsische Innenministerium.

Hermann Liebmanns Amtszeit sei in die durch Kriegsfolgen, Hyperinflation und zahlreiche Umsturzversuche geprägten Krisenjahre der Weimarer Republik gefallen, sagt Ulbig. „Völkische, nationalsozialistische, antisemitische und militärische Selbstschutz-Organisationen sowie Geheimbünde machten während dieser Zeit keinen Hehl aus ihrer Ablehnung der Weimarer Republik und ihrer Repräsentanten. Offen, selbstbewusst und nicht selten im Schulterschluss mit Mitgliedern der Reichswehr bedrohten sie die erste parlamentarische Demokratie in Deutschland.“ Liebmann habe mit seinem Vorgehen besonnen gehandelt und bewies dabei Mut und Beharrlichkeit, so Ulbig weiter. Diesen Einsatz habe er schließlich mit dem Leben bezahlt. Dazu schreibt der Historiker Kürschner: „Liebmann wurde nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 verhaftet und in den Konzentrationslagern Hohenstein und Colditz gefangen gehalten. In der Haft wurde ihm ein Auge ausgeschlagen. Als er 1935 entlassen wurde, war er schwer krank.“ Kurz danach sei er an den Folgen der Misslhandlungen gestorben.

„Was würde er uns an seinem 135-jährigen Geburtstag mit auf den Weg geben wollen? Mit Sicherheit eine wichtige Botschaft: dass Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat weiterhin ,Schutzschilde’ benötigen, dass wir diese Errungenschaften stets verteidigen und weiterhin gegen extremistische Bestrebungen unnachgiebig vorgehen müssen. In diesem Streben fühle ich mich mit Hermann Liebmann verbunden“, sagt Ulbig. „Sein Leben endete zu früh - gedemütigt. Geblieben ist sein Ruf, als vehementer Verfechter der sozialdemokratischen Werte: Freiheit, Gleichheit und Solidarität“, so Dirk Panter, Fraktionsvorsitzender der SPD. Unabhängig vom Straßennamen in Leipzig habe die SPD Liebmann im Rahmen der Wanderausstellung „Galerie der Aufrechten“ gewürdigt. Seit März 2015 erinnert ein Stolperstein vor Liebmanns früherem Wohnhaus in der Plaußiger Straße 25 in Sellerhausen-Stünz an den ehemaligen sächsischen Innenminister.

Von Mathias Schönknecht

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