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Lokales Zum Verschlingen: Leipziger Verein bietet Lesestoff in fast 50 Sprachen
Leipzig Lokales Zum Verschlingen: Leipziger Verein bietet Lesestoff in fast 50 Sprachen
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00:17 12.10.2016
Die Bunte Büchothek zieht um: Judith Fallert und Christian Räsack vom Verein Weltoffen mit einer Kollektion internationaler Kinderbücher. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Beim Blick durch die Schaufenster der Straße des 17. Juni Nr. 11 stutzen viele Passanten zunächst einmal. Was sind denn das für Bücher? Bei genauerem Hinsehen entpuppen sie sich als Lektüre für Kinder, allerdings in fremden Sprachen. Nicht nur einmal erkundigte sich ein Neugieriger daraufhin bei den neuen Mietern, was es denn damit auf sich hat.

Die Antwort ist schnell gegeben: Der Verein Weltoffen richtet hier sein neues Domizil ein. „Vor allem unsere Bibliothek, die bislang in der Konradstraße untergebracht war, soll künftig mehr Raum erhalten: zentral gelegen, gut erreichbar, mit viel Platz für Veranstaltungen“, erklärt Vereins-Mitarbeiterin Judith Fallert. Und das aus gutem Grund: „In unseren Regalen stehen immerhin Bücher in mehr als 40 Sprachen, die man auch ausleihen kann.“ Und das decke sich wieder mit dem Anliegen des 2010 gegründeten interkulturellen Vereins, betont die 27-jährige Soziologin und Kulturwissenschaftlerin.

Ziel der Mitglieder, von denen jeder Zweite einen Migrationshintergrund habe, sei es, die Toleranz zu fördern, den interkulturellen Dialog zu stärken und so zu Vielfältigkeit und Völkerverständigung beizutragen. Mit unterschiedlichen Projekten, wie Workshops oder Projekttagen zu Themen des Globalen Lernens in Schulen und Berufsschulen in und um Leipzig, würden Vereinsmitglieder vielfältige Aufklärungsarbeit leisten. Sie gehen Fragen nach wie: Wie geht man mit Vielfalt um? Warum kommen Leute aus fremden Ländern zu uns? Lässt sich in der Sprache verdeckter Rassismus erkennen? Der Verein biete aber auch interkulturelle Stadtrundgänge an und kooperiere mit anderen Initiativen.

Etwas ganz Besonderes sei jedoch der vielsprachige Leseschatz des Vereins, betont Fallert. „Die Bücher kommen aus einer persönlichen Sammlung, die im Laufe der Jahre so anwuchs, dass sie im April 2011 als Bunte Bü­cho­thek in Volkmarsdorf zugänglich gemacht wurde. Nun soll sie noch mehr Leseratten erreichen.“ Mehr als 1400 Titel für Kinder und Jugendliche in momentan 47 Sprachen, das sei einmalig in Sachsen, wirbt der Verein auf der eigens eingerichteten Website seiner Büchothek im Internet. Der Clou: Im Medienkatalog sind die Titel bereits in ihrer Originalsprache zu finden. Für Eltern, Kinder oder auch Studenten der jeweiligen Sprachen seien sie gedacht. Übrigens: Wer im heimischen Bücherregal noch ein Souvenir von fernen Reisen habe, das bislang keinen Leser fand, könne es gerne dem Verein überlassen, meint Fallert.

Vielleicht kommt der Besitzer damit gleich zu einer der Veranstaltungen in das neue Quartier, das künftig dienstags bis donnerstags von 10 bis 18 Uhr sowie freitags von 16 bis 19 Uhr für Begegnungen geöffnet sein soll.

Alexandra Räsack, Vereinsvorstand und Ehefrau des Vereinsmitbegründers Christian Räsack (39), will in den Räumlichkeiten übrigens auch Unterricht in Klavier, Gitarre und Domra geben. Die Musikpädagogin würde dabei gerne auch in ihrer Muttersprache Russisch lehren oder mehrsprachig unterrichten.

Auf jeden Fall soll hier ein neuer interkultureller Treffpunkt entstehen, wünscht sich der Verein. „Am kommenden Sonnabend feiern wir. Wann immer die Tür offen ist, hereinspaziert!“

Offizielle Eröffnung der neuen Vereinsräume ist am Sonnabend, 15.10., von 15.50 bis 18.30 Uhr; 16 Uhr beginnt eine mehrsprachige Lesung für Kinder. www.weltoffen-leipzig.de,. www.bunte-buechothek.de

Von Cornelia Lachmann

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